Immer wieder werden Traktoren behindert

Radler und Gassigeher sorgen in Selbold auf landwirtschaftlichen Wegen für Ärger

Werben um einen respektvollen Umgang miteinander auf den land- und forstwirtschaftlichen Wegen: Die Landwirte Max Fuchs (Zweiter von links), Horst Betz, Tobias Betz (mit Freundin Laura Conrad) und Klaus Fuchs (Zweiter von rechts) beim Ortstermin mit Ordnungsamtsleiter Michael Juracka (links) und dessen Stellvertreter Alexander Lötschert (rechts) sowie dem CDU-Stadtverordneten Gerhard Groß (Dritter von rechts).
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Werben um einen respektvollen Umgang miteinander auf den land- und forstwirtschaftlichen Wegen: Die Landwirte Max Fuchs (Zweiter von links), Horst Betz, Tobias Betz (mit Freundin Laura Conrad) und Klaus Fuchs (Zweiter von rechts) beim Ortstermin mit Ordnungsamtsleiter Michael Juracka (links) und dessen Stellvertreter Alexander Lötschert (rechts) sowie dem CDU-Stadtverordneten Gerhard Groß (Dritter von rechts).

Auf den land- und forstwirtschaftlichen Wegen rund um das Niedertal habe das respektlose Verhalten von Fußgängern und Radfahrern in den vergangenen Monaten zugenommen. Das berichten die Landwirte Horst Betz und Klaus Fuchs bei einem Ortstermin auf dem Feldweg oberhalb des Neubaugebiets Niedertal III, zu dem auch Ordnungsamtsleiter Michael Juracka und sein Stellvertreter Alexander Lötschert erschienen sind.

Langenselbold – „Es kommt leider immer wieder vor, dass Radfahrer oder Gassigeher mit ihren Hunden die Wege blockieren und unsere Traktoren bei der Fahrt behindern“, klagt Horst Betz, der sich als Ortslandwirt schon seit vielen Jahren auch für die Belange seiner Berufskollegen einsetzt.

Manchem der sich wenig respektvoll verhaltenen Mitbürger, so Betz süffisant, sei wohl auch nicht bewusst, dass die Arbeit der Landwirte für ihre Lebensmittel sorge. Da sei durchaus eine Form von Ignoranz und fehlendem Respekt im Spiel, wenn es zu Behinderungen der landwirtschaftlichen Arbeit durch Fußgänger und Radfahrer komme.

Hundekot kann Gesundheit von Kindern und Nutztieren schaden

Außerdem würden auch immer wieder Hundebesitzer einfach die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auf Wegen und Wiesen liegen lassen. „Und der Kot der Hunde ist ein besonders aggressiver, der sowohl für Nutztiere als auch für dort spielende Kinder gesundheitlich gefährlich werden kann“, bittet Klaus Fuchs die Gassigeher nachdrücklich, das „große Geschäft“ ihrer Hunde nicht einfach liegen zu lassen, sondern es in Kotbeuteln selbst zu entsorgen.

Ordnungsamtsleiter Michael Juracka kann den Ärger der Landwirte nachvollziehen. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die land- und forstwirtschaftlichen Wege „natürlich auch von Radfahrern und Fußgängern benutzt werden“ dürfen. „Dabei sollte ein respektvoller Umgang miteinander eigentlich normal sein“, so Juracka.

Diesen respektvollen Umgang vermissen die Landwirte nach eigenem Bekunden jedoch immer häufiger. Gleichwohl werben sie – wie der Ordnungsamtschef – für mehr Miteinander und gegenseitige Rücksichtnahme.

Stadt entkräftet Kritik von Ortslandwirt Betz

Eine von Ortslandwirt Betz bei der Ortsbegehung geübte Kritik an der Stadt konnte diese in der Zwischenzeit übrigens entkräften. Betz hatte bemängelt, dass der versprochene Fuß- und Radweg neben dem Feldweg in Richtung Astrid-Lindgren-Straße bis heute nicht angelegt worden sei. „Wenn es diesen gebe, würden sich unsere Traktoren und die Fußgänger sowie Radfahrer wohl deutlich weniger in die Quere kommen“, so Betz, der davon überzeugt ist, dass dieser Weg beim Bau des Neubaugebietes Niedertal III zugesagt wurde.

Juracka fragte entsprechend beim Bauamt nach, das klarstellte, dass im Bebauungsplan für Niedertal III das Anlegen eines Fußgängerwegs oder eines Fuß- und Radwegs an diesem Feldweg nicht vorgesehen ist. „Selbst im Entwurf des Bebauungsplans Niedertal IV ist nirgends ein Fußgängerweg erwähnt“, stellte Felix Hartmann außerdem klar.

Info-Flyer aus Gründau als Vorbild

Die Landwirte hatten auch einen Info-Flyer aus dem benachbarten Gründau parat, den sie sich in ähnlicher Form auch für Selbold wünschen. Das Faltblatt trägt den Namen „Feld- und Flur-Knigge – Für ein verständnisvolles Miteinander“. Darin heißt es unter anderem: „Jeder hat ein Recht auf Erholung in der freien Natur, aber ebenso die Pflicht, Natur und Landschaft pfleglich zu behandeln. Dazu gehören auch die landwirtschaftlichen Nutzflächen. Für manche sind sie der Ort, um sich zu erholen, für Landwirte sind sie jedoch die Existenzgrundlage.“

Die Bürgerinnen und Bürger erden in dem Flyer angehalten, landwirtschaftlichem Verkehr Vorrang zu geben, auf den Wegen zu bleiben, Hundekot und eigenen Müll aufzusammeln und zu entsorgen, Hunde anzuleinen, wo es nötig ist, als Radfahrer auf sich aufmerksam zu machen und mehr miteinander zu reden. Dies sind zweifellos alles Forderungen und Appelle, die von den Selbolder Landwirten geteilt werden.

Von Lars-Erik Gerth

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