„Zehner“ stellen Weichen für die Zukunft

Konzept des Vorstands der Selbolder Fußballer trägt bereits Früchte

Haben die Zügel in der Hand: Der Vorstand der Spvgg. 1910 Langenselbold um Stefan Steinleitner, den ausgeschiedenen Günther Schäfer, Martin Heinzinger, Stefan Vogel, Sven-Christian Lindemann.
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Haben die Zügel in der Hand: Der Vorstand der Spvgg. 1910 Langenselbold um Stefan Steinleitner, den ausgeschiedenen Günther Schäfer, Martin Heinzinger, Stefan Vogel, Sven-Christian Lindemann.

Klar definiert zeigte der Vorsitzende Stefan Vogel die Ziele der Spvgg. 1910 Langenselbold den Anwesenden bei der jährlichen Mitgliederversammlung im Vereinsheim auf und demonstrierte damit, dass das nun siebenköpfige Vorstandsteam die Zügel des Vereins fest in der Hand hat.

Langenselbold – Aus dem Vorstand ausgeschieden ist Günther Schäfer, für den in der Sitzung auch kein Ersatz gefunden wurde. Da aber die Satzung keine speziellen Aufgaben der Vorstandsmitglieder vorsieht, übernehmen nun andere Mitglieder seinen Posten. Allerdings baten Vogel wie auch seine Amtskollegen darum, sich „aktiv im Verein zu engagieren und zu helfen, wo Hilfe benötigt wird.“ Vogel bedauerte, dass man das 110-jährige Bestehen nicht hatte feiern können. Mit nun 111 Jahren sei man aber ein echter Traditionsverein.

In den Teams wird „homogene Leistungsdichte“ angestrebt

Der Vorsitzende stellte zusammen mit seinem Kollegen Martin Heinzinger die ambitionierte sportliche Richtung vor, die der Verein seit einiger Zeit verfolgt: So soll anstatt vieler Spieler mit unterschiedlichem Niveau ab der D-Jugend auf eine „homogene Leistungsdichte“ innerhalb der Mannschaft geachtet werden: Spieler mit hohem Leistungsniveau sollen zu einer Mannschaft zusammengestellt werden. Dies verhindere, dass gute Spieler unterfordert würden, sich langweilten und eventuell zu stärkeren Vereinen wechseln. Aus diesem Grund hatte der Verein auch auf die zweite Herrenmannschaft verzichtet. So könne man der ersten Mannschaft als Aushängeschild mehr Ressourcen zukommen lassen.

Neuer Namensgeber gesucht: Thermo Fisher fällt als Sponsor weg.

Auch im Training wollen die Zehner nur noch qualifizierte Trainer mit Trainerschein an ihren Nachwuchs heranlassen. Dass es nun auch für die Jugend zwei Sportleiter für die verschiedenen Altersklassen gibt, unterstreicht das Thema. Heinzinger, der sich seit 2015 um die Jugend kümmert, gab bekannt, dass „alle Selbolder Kinder bei den Zehnern anfangen“ und man so 15 Mannschaften in allen Altersklassen vorweisen könne. Wie Vogel betonte, „trägt dieses Konzept schon jetzt die ersten Früchte. Wir wollen junge Talente erkennen, entdecken und fördern.“

Beiträge sollen im kommenden Jahr „moderat“ steigen

Während die A- und B-Jugend durch den Abbruch der Saison in der Gruppenliga Frankfurt verbleiben konnten, sicherte sich die C-Jugend den Kreispokal. Gut aufgestellt sind auch die Schiedsrichter. Wie Steffen Gasche berichtete, sind inzwischen sechs Schiedsrichter bis zur Kreisoberliga für den Verein tätig, obwohl nur drei vom Verband gefordert seien. Um den sportlichen Anforderungen gerecht werden zu können, hatte der Vorstand einen Antrag zur Debatte gestellt, der eine moderate Erhöhung der Mitgliederbeiträge ab dem kommenden Jahr vorsah. Die Anwesenden waren sich einig, dass man als Verein zusammenhalten müsse. Der Antrag wurde mit zwei Enthaltungen bei über 50 Ja-Stimmen angenommen.

In den Herbstferien plant die Spvgg wieder das „Eintracht Frankfurt Fußball Camp“ mit 80 Kindern. Es sei schon jetzt ausgebucht. Allerdings bleibe abzuwarten, ob die geplante Veranstaltung auch wirklich stattfinden könne.

Der Vorsitzende Stefan Vogel stellte die ambitionierten Ziele der „Zehner“ vor.

Einiges Kopfzerbrechen bereitete dem Vorstand aber die fast sieben Monate dauernde Pause ohne Einkommen für den Verein und der Wegfall des Sponsorings von Thermo Fischer seit Anfang des Jahres. Der Konzern hatte zehn Jahre lang die monatliche Nutzungsgebühr der Vereine im Stadion übernommen: ein Kostenpunkt, den nun der Verein selbst zusätzlich tragen muss. Bis jetzt hat sich kein neues Unternehmen finden lassen, das sich unter anderem auch als Namensgeber für das Stadion zur Verfügung stellen würde. Auch wenn das Gelände der Stadt gehöre und die Suche nach einem Sponsor in deren Aufgabengebiet falle, so bat doch Vogel auch die Mitglieder, „sich umzuhören und Ideen zu finden“. Im Zuge einer Unterstützung in Coronazeiten hatte die Stadtverwaltung auf die Nutzungsgebühr im ersten Quartal 2020 verzichtet.

Ehrungen verdienter Mitglieder

Die Ehrungen für langjährige Mitglieder hatte der Vorstand kurzerhand innerhalb der Mitgliederversammlung anstatt in einer eigenen Veranstaltung vorgenommen. Statt Blumen oder einem Geschenkkorb hatte Vogel eine Einladung zu einem Mittagessen für die Jubilare vorbereitet. Zu Ehrenmitgliedern der Langenselbolder wurden ernannt: Wolfgang Kootz, Franzesco Orejuela, Klaus Thediek, Heinz Wiegand (je 51 Jahre), Hans-Jürgen Brauer, Werner Lamm, Uwe Müller sowie Uwe Steinbrecher (50 Jahre). Eine Ehrenurkunde erhielten Rudi Zens für 71 Jahre, Norbert Schmidt (61 Jahre), Heinrich Wiegels (51 Jahre) Werner Habermann, Andreas Wolf (41 Jahre), Stephan Geis, Robert Matz, Daniel Mucha, Ralf Wörner (je 26 Jahre), Sanjin Husanovic und Stefan Klingenstein (25 Jahre).

Von Anja Goldstein

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