Spatenstich für Bauprojekt: Neue Gestalt nach 30 Jahren Brachland

Langenselbold. Ein fast 30 Jahre währendes Ärgernis wird bald der Vergangenheit angehören. Manch älterer Selbolder hat wohl schon nicht mehr daran geglaubt, dass auf dem jahrzehntelang brach liegenden Grundstück an der Ecke Gelnhäuser Straße/Friedrichstraße noch etwas passieren wird.

Von Lars-Erik Gerth

Dort, wo bis Anfang der 1990er Jahre noch eine Tankstelle und ein Getränkemarkt betrieben wurden, wucherte nämlich längst nur noch Unkraut. Seit gestern gibt es jedoch Gewissheit darüber, dass dort ein neues Bauprojekt entsteht und für ein deutlich schöneres Selbolder Entree in zentraler Lage gesorgt wird, wie Bürgermeister Jörg Muth (CDU) und Investor Alexander Körner beim Spatenstich hervorhoben.

Entstehen wird laut Körner zur Gelnhäuser Straße hin ein Wohn- und Geschäftshaus mit fünf barrierefreien und altersgerechten Eigentumswohnungen sowie im hinteren Bereich des rund 1400 Quadratmeter großen Areals ein Einfamilienwohnhaus in Form einer Stadtvilla. „Nachdem wir vor einigen Tagen damit begonnen haben, das Gelände zu vermessen und vom Unkraut zu befreien, erhielten wir gleich eine Reihe von Anfragen für unsere Wohnbebauung.

Investor geht von Fertigstellung in zwölf Monaten aus

Die zentrale Lage des Grundstücks spielt dabei sicherlich eine wichtige Rolle. Wir sind entsprechend optimistisch, dass wir die Wohneinheiten schnell verkaufen können. Und wir sind in guten Gesprächen mit einer Bäckerei-Kette, die Interesse daran hat, eine Filiale mit Café im großen Gewerbebereich im Erdgeschoss des Hauses zu eröffnen“, konnte der in Selbold ansässige Investor bereits von einem beachtlichen Interesse an dem Projekt berichten, dessen Baubeginn im September erfolgen soll.

„Wenn alles nach Plan läuft, gehen wir von einer Fertigstellung in rund zwölf Monaten aus“, gab Körner einen weiteren Blick in die Planungen. Genaue Zahlen zum finanziellen Umfang wollte er hingegen nicht nennen. Gegenüber dem HA sprach er lediglich von einer Summe, die sich im Millionen-Euro-Bereich bewege.

Dass der Weg zum tatsächlichen Start des Projekts – wie mehrfach berichtet – ein steiniger gewesen ist, wollte Körner hingegen nicht verhehlen. So begrüßte er die zahlreichen Gäste aus der Selbolder Kommunalpolitik beim Spatenstich mit den Worten: „Was lange währt, wird endlich gut.“ Denn gekauft hatte er das Grundstück bereits im Jahr 2015 vom Vorbesitzer, einem Frankfurter Rechtsanwalt.

Zu Beginn tauchten immer wieder neue Schwierigkeiten auf

Körner hatte damals den Baubeginn optimistisch für das Frühjahr 2016 avisiert. Daraus wurde jedoch nichts, da unter anderem Einwände der Nachbarn gegen an der Grundstücksgrenze geplante Parkplätze sowie ein Einspruch von Hessen Mobil gegen die Ein- und Ausfahrt zu dem Areal an nur einer Stelle zu umfangreichen Umplanungen führten.

Diese nahmen dann viel Zeit in Anspruch. Das Neubauprojekt entwickelte sich so zu einem veritablen Geduldsspiel. Entsprechend berichtete Muth von Telefonaten mit Körner, in denen jener schon davon gesprochen habe, alles hinzuwerfen, da immer wieder neue Schwierigkeiten auftauchten, die zu Änderungen an den Planungen führten.

Muth machte beim Spatenstich deutlich, wie froh er darüber ist, dass die Neugestaltung dieses Grundstücks an zentraler Lage im Innenstadtbereich noch vor Ende seiner Amtszeit im kommenden Jahr in Angriff genommen werden kann. Er sprach von „einem guten Tag für die Stadt Langenselbold“ und fügte an: „Die Schaffung von neuem Wohnraum ist für unsere Stadt ein wichtiges Thema. Und zwar nicht nur in den Neubaugebieten, sondern ebenso im Zentrum.

"Damit verschwindet dieser Schandfleck"

Dieser neue Wohnraum, der hier auf dem ehemaligen Tankstellengelände entsteht, ist vor allem auch für ältere Bürger interessant, da sie hier zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Haustür finden“, betonte das Stadtoberhaupt den Aspekt des altersgerechten Wohnens, der bei diesem Projekt eine wichtige Rolle spielt.

Zugleich gab sich Muth optimistisch, dass sich bald auch etwas in Sachen Forum bewegen werde. Er sprach sogar davon, dass das vor sich hin rottende Gebäude in der Friedrichstraße Ende des Jahres oder spätestens Anfang 2020 abgerissen werden könnte und dann der Weg für neuen Büro-, aber auch Wohnraum in der Selbolder Innenstadt frei sei.

Im Namen der Stadtverordnetenversammlung begrüßte deren Vorsteher Tobias Dillmann (CDU) den Startschuss zum lang ersehnten Neubauprojekt. „Damit verschwindet dieser Schandfleck und wir bekommen ein schönes Entree in unsere Stadt“, zeigte auch er sich davon überzeugt, dass diese vermeintlich unendliche Geschichte nun doch ein gutes Ende gefunden hat.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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