An ehrenamtliche Helfer

Spendenaktion nach Katastrophe in Beirut: Langenselbolder übergibt 5500 Euro an Rotes Kreuz

Große Freude bei den Aktiven des Roten Kreuzes in Beirut über die erfolgreiche Spendenaktion, die der zurzeit in der libanesischen Hauptstadt arbeitende Langenselbolder Dennis Bieber nach der Explosion im Hafen initiiert hatte.
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Große Freude bei den Aktiven des Roten Kreuzes in Beirut über die erfolgreiche Spendenaktion, die der zurzeit in der libanesischen Hauptstadt arbeitende Langenselbolder Dennis Bieber nach der Explosion im Hafen initiiert hatte.

Langenselbold/Beirut – Den frühen Abend des 4. August wird der 25-jährige Dennis Bieber wohl kaum so schnell vergessen. Seit Anfang des Jahres arbeitet der junge Langenselbolder nämlich als Sicherheitskraft in Beirut und erlebte so auch die verheerende Explosionskatastrophe im Hafen der libanesischen Hauptstadt.

Über seine Erlebnisse an diesem und den folgenden Tagen und über seine Idee, eine Spendenaktion für das Libanesische Rote Kreuz zu initiieren, berichtete er am 21. August. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon 3200 Euro zusammen.

Spendensumme steigt nach Veröffentlichung im HANAUER ANZEIGER

Als er den Spendenerlös am 29. August in der Station des Roten Kreuzes im Beiruter Stadtteil Baabda übergab, war noch einiges dazugekommen, wie Bieber der Redaktion gestern per E-Mail mitteilte: „Nach der Veröffentlichung des Berichts über meinen Spendenaufruf nahm der Spendenbetrag von 3200 auf sagenhafte 5490 Euro zu. Ich möchte mich recht herzlich für die Unterstützung durch Ihre Redaktion bedanken. Ohne Ihre Hilfe wäre das nicht möglich gewesen.“

Zugleich bedankte er sich ganz herzlich bei allen Spendern und übermittelte den großen Dank der Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Beirut an die Unterstützer in Deutschland.

Große Dankbarkeit für Unterstützung aus Deutschland

Als er am 29. August um 19 Uhr in der Station eintraf, wurde er von der Nachtschicht-Gruppe begrüßt. Die neun jungen Libanesen verrichten ihren Dienst als Sanitäter ehrenamtlich und informierten den Langenselbolder über ihre Arbeit. Zugleich zeigten sie ihre Begeisterung für Biebers Spendenaktion und nahmen ihn herzlich auf, sodass aus dem Spendentermin ein vierstündiger Aufenthalt in der Station wurde.

Auch ein gemeinsames Abendessen gab es bei Dennis Biebers Besuch auf der Rot-Kreuz-Station.

„Ich konnte mir ein eigenes Bild von den Menschen machen, was sie dazu bewegt, zweimal die Woche ehrenamtlich für mindestens zwölf Stunden pro Schicht diese Aufgabe zu bewältigen. In diesen vier Stunden hatten die Sanitäter eine Reihe an Einsätzen zu bewältigen. Zumeist waren es Verkehrsunfälle“, berichtete der 25-jährige Hesse über den Abend und fügte an: „Manche haben mir stolz mitgeteilt, dass sie noch einige Worte Deutsch sprechen aus ihrer vor einigen Jahren in der Bundesrepublik verbrachten Studienzeit.“

Helfer in Beirut werden extrem beansprucht

Die neun Rot-Kreuz-Sanitäter waren in zwei Gruppen aufgeteilt und wechselten sich bei den Alarmierungen mit den Einsätzen ab, zu denen sie in Corona-Schutzanzügen ausrückten. „Es kam sogar einmal dazu, dass beide Gruppen im Einsatz waren und sie mich in der Station alleine zurückgelassen haben“, verdeutlichte Bieber, dass die ehrenamtlichen Sanitäter an diesem Abend stark gefordert waren.

Vor der Übergabe des Spendenerlöses verbrachte Dennis Bieber mehrere Stunden in der Einsatzzentrale des Roten Kreuzes und bekam hautnah mit, wie stark die ehrenamtlichen Sanitäter an diesem Abend gefordert waren.

Dennoch fanden sie aber Zeit für Gespräche mit ihrem deutschen Gast, der in seinem Bericht keinen Hehl aus seiner Bewunderung für deren Einsatz machte: „Jedes Mal, wenn eine Gruppe ausrücken musste, konnte ich die Motivation und Selbstsicherheit, Menschen zu helfen, in ihren Augen sehen.“ Dadurch fühlte er sich auch in seiner Aktion bestätigt: „Ich war mir absolut sicher, dass mein Spendenaufruf für das Libanesische Rote Kreuz die richtige Entscheidung gewesen ist.“

Langenselbolder überreicht 5500 Euro Spenden an Rotes Kreuz in Beirut

Der Langenselbolder erfuhr in den Gesprächen auch, dass die Organisation bei den Krankentransporten nicht so abläuft, wie dies in Deutschland der Fall ist. So werde nach Aufnahme des Verletzten in den Rettungswagen das nächstgelegene Krankenhaus angefahren, ohne dass dies etwa vorher angekündigt worden wäre. Bezüglich Corona-Bestimmungen sei hingegen geregelt, dass Mundschutz und Schutzkleidung ab dem Verlassen der Station getragen werden müssen. Und Angehörige der Verletzten dürften seit Beginn der Pandemie nicht mehr mit ins Krankenhaus genommen werden.

Zwischen den Gesprächen und Einsätzen fand dann schließlich die Spendenübergabe statt, zu der auch Elie El Tekle, der Manager der Rot-Kreuz-Station, erschien. Durchaus stolz machte Bieber dessen Aussage, dass er ein Grund dafür sei, „warum diese jungen Leute zu ihrer Schicht beim Roten Kreuz erscheinen“. Der Langenselbolder habe durch seine Spendenaktion auf eindrückliche Weise gezeigt, dass die Arbeit der Rot-Kreuz-Sanitäter wertgeschätzt und an sie geglaubt werde.

Spendenübergabe wird zu emotionalem Moment

„Jeder Sanitäter der Gruppe bedankte sich bei mir für diese Aktion und auch für den tollen Abend, denn für sie ist es immer etwas Besonderes, wenn sie Besuch erhalten“, blickt Dennis Bieber ebenfalls mit großer Dankbarkeit auf diesen Abend auf der Rot-Kreuz-Station zurück.

Wobei sein Dank auch nochmals an alle Spender in Deutschland geht: „Wir alle können stolz sein, dass wir mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, eine solch große Summe zusammenbringen konnten, um diesen Helden Kraft, Motivation und Liebe zu geben!“  leg

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