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Start der Selbolder Impfstelle in der Klosterberghalle mit Verspätung

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Von: Lars-Erik Gerth

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Michael Broßmann, der als Bereitschaftsleiter beim Langenselbolder DRK-Ortsverein aktiv ist, bereitet  in der neuen Impfstelle in der Klosterberghalle eine Corona-Boosterimpfung vor.
Michael Broßmann, der als Bereitschaftsleiter beim Langenselbolder DRK-Ortsverein aktiv ist, bereitet in der neuen Impfstelle in der Klosterberghalle eine Corona-Boosterimpfung vor. © Axel Häsler

„Das ist eine gute Sache, dass es diese Impfstelle jetzt hier in der Klosterberghalle gibt“, freut sich Christine Amend. Die 81-Jährige hat gerade ihre Booster-Impfung von Michael Broßmann erhalten. Der als Bereitschaftsleiter im Selbolder Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Aktive gehört zu den 30 medizinischen beziehungsweise administrativen Mitarbeitern, die seit dem 29. November gemeinsam mit acht Ärzten die neue „Dein-Pflaster-Impfstelle“ in der Klosterberghalle betreuen.

Langenselbold –Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler ist beim Pressetermin zum Impfstart in Selbolds größter Halle dann auch voll des Lobes für den DRK-Kreisverband und dessen Geschäftsführer Stefan Betz, welche die neue Impfstelle in nicht einmal zwei Wochen auf die Beine gestellt haben.

Informierten sich bei den Mitarbeitern der Impfstelle über den Ablauf des Premierentags (von links): Stefan Betz, Susanne Simmler und Iris Schröder.
Informierten sich bei den Mitarbeitern der Impfstelle über den Ablauf des Premierentags (von links): Stefan Betz, Susanne Simmler und Iris Schröder. © Axel Häsler

„Mein Dank geht aber nicht nur an unseren Kooperationspartner DRK, sondern ebenso an die Stadt Langenselbold und Bürgermeister Timo Greuel, die uns die Klosterberghalle als Impfstelle zur Verfügung gestellt haben“, betonte Simmler, dass bei dieser zunächst bis 31. Januar 2022 bestehenden neuen Impfstelle alle an einem Strang gezogen haben.

Simmler übt heftige Kritik am Bundesgesundheitsministerium

Weitaus weniger positiv fiel ihre Beurteilung der neuesten Vorgänge in Berlin aus. Dass durch Fehlplanungen des Bundesgesundheitsministeriums die Lieferung an Impfstoffen reduziert wurde, brachte Simmler, aber ebenso die DRK-Kreisvorsitzende Iris Schröder am Montag in Rage.

Dieses im Schlosspark aufgestellte Schild weist auf die neue Corona-Impfstelle im Saal Europa der Klosterberghalle hin.
Dieses im Schlosspark aufgestellte Schild weist auf die neue Corona-Impfstelle im Saal Europa der Klosterberghalle hin. © Axel Häsler

Die gekürzten Kapazitäten an Impfstoff hatten nämlich auch negativen Einfluss auf den Start der Selbolder Impfstelle. „Dass wir hier heute erst mit 90-minütiger Verspätung mit dem Impfen beginnen konnten, hatte bereits unmittelbar mit dieser Kürzung zu tun, weil dadurch die Lieferkette bis zur kooperierenden Apotheke nicht reibungslos funktioniert hat“, berichtete die Kreis-Gesundheitsdezernentin.

Verkürzte Lieferung führt zu 90-minütiger Verzögerung

„Ich muss den betroffenen Bürgern, die deshalb auf ihre Impfung warten mussten, ein Kompliment aussprechen. Sie haben die Verzögerungen mit Geduld und ohne böses Wort aufgenommen“, erklärte der für die Organisation der Impfstelle zuständige DRK-Kreisgeschäftsführer Stefan Betz.

Insbesondere jene, die gestern ihre Erstimpfung bekamen, nutzten zunächst das Angebot des Arztgesprächs.
Insbesondere jene, die gestern ihre Erstimpfung bekamen, nutzten zunächst das Angebot des Arztgesprächs. © Axel Häsler

Da die Kapazität an zu Impfenden zunächst auf 150 pro Tag begrenzt ist, konnte die Verspätung dann relativ schnell wieder aufgefangen werden. „Wir wollten zunächst sehen, wie unsere neue Impfstelle von den Bürgern angenommen wird. Wir können die Kapazitäten aber ausbauen. So sind wir mit drei Impfkabinen gestartet, können aber problemlos auf vier erhöhen, da in einer der Kabinen zunächst Arztgespräche vorgesehen sind“, erläuterte Betz die Möglichkeiten. Zugleich machte er deutlich, dass diese Kapazitätssteigerung auch bald erfolgen könnte. Allerdings mit der Einschränkung, dass es keine Engpässe bei der Lieferung des Impfstoffes geben wird.

Neben Biontech wird auch Moderna verimpft

Die Kapriolen in Berlin haben nun auch dazu geführt, dass in der Klosterberghalle nicht – wie ursprünglich vorgesehen – nur Biontech, sondern auch Moderna verimpft wird. „Das sind aber beide sehr gute Impfstoffe, die gegen Corona schützen“, betonten Simmler und Betz gestern unisono.

Wer sich in der Klosterberghalle impfen lassen möchte, muss sich zuvor im Internet auf die Seite www.mkk.de begeben und dann auf dem Online-Terminportal von „Dein Pflaster“ anmelden. Für die Impfstelle in der Klosterberghalle, die montags bis freitags jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet hat, sind die Termine derzeit allerdings bereits bis Februar 2022 vergeben. „Wenn wir die Impfkapazität demnächst erhöhen, wird es aber sicher wieder frühere Termine geben“, versprach der DRK-Kreisgeschäftsführer.

Ausbau der Impfkapazität möglich

Vom – trotz der unverschuldeten Verspätung – gelungenen Start der neuen Impfstelle konnte sich am Montag auch Dr. Silke Hoffmann-Bär, die verantwortliche Impfleiterin im Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr, überzeugen. Sie berichtete davon, dass nicht wenige der Erstgeimpften das angebotene Arztgespräch intensiv nutzten, während jene, die zur Booster-Impfung gekommen waren, zumeist keinen Beratungsbedarf hatten.

Von jenen, die aktuell die Impfstellen des Kreises aufsuchen, käme laut Simmler knapp ein Drittel für die Erstimpfung. Mit gut 70 Prozent nutze die klare Mehrheit die Auffrischungsimpfungen.

Von Lars-Erik Gerth

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