Sommersaison

Langenselbold: Freibad öffnet - Entscheidung zu Strandbad gefallen

Das Freibad in Langenselbold ist ab Anfang Juli wieder für Besucher geöffnet. Auch für das Strandbad Kinzigsee ist eine Entscheidung gefallen.

  • Seen und Schwimmbäder in Hessen dürfen wieder öffnen
  • In Langenselbold ist die Entscheidung gefallen
  • Das Freibad öffnet wieder

Langenselbold – Was sich bereits in der vergangenen Woche abgezeichnet hat, wurde von den Stadtverordneten mit klarer Mehrheit auf den Weg gebracht: Das städtische Freibad öffnet am Montag, 6. Juli. Allerdings zu einer kurzen Saison, die bereits am Montag, 31. August, beendet sein wird. Gleichzeitig bleibt das Strandbad Kinzigsee für diesen Sommer geschlossen.

Strandbad Kinzigsee in Langenselbold: Einigkeit über Schließung

Während sich drei der vier Mitglieder der Fraktion der Freien Wähler (FW) und die zwei FDP-Stadtverordneten in der Diskussion dafür aussprachen, beideBäder geschlossen zu lassen, setzte sich keiner der anwesenden 28 Parlamentarier (neun fehlten entschuldigt) für eine Öffnung des Strandbads Kinzigsee ein.

Bei der Abstimmung enthielten sich die drei Freien Wähler und Christof Sack von der FDP, sodass lediglich der liberale Fraktionschef Rainer Lamprecht gegen das von Bürgermeister Timo Greuel (SPD) vorgelegte und von der Verwaltung erarbeitete Konzept votierte. Neben CDU und SPD, die den Dringlichkeitsantrag eingebracht hatten, stimmten die Grünen-Stadtverordneten Cornelia Hofacker und Guntrun Hausmann sowie Jürgen Heim (FW) auch für die Vorlage.

Freibad in Langenselbold: Betrieb nur mit hohem finanziellen Aufwand

Greuel hatte in seiner Begründung betont, dass der Betrieb des Freibads in Corona-Zeiten nur mit zusätzlichem Personal- und Mitteleinsatz umsetzbar sei. Für diesen sind finanzielle Aufwendungen in Höhe von insgesamt 153 000 Euro veranschlagt. Die Summe beinhaltet, so der Bürgermeister, auch einen Puffer von 30 000 Euro für mögliche unvorhergesehene Mehrkosten.

Dass es keine normaleBa desaison wird, strich Greuel deutlich hervor: „Es besteht weiterhin die Gefahr der Ansteckung, die über die Umorganisation des Badebetriebs so gering als irgendwie möglich gehalten werden soll. Ein Restrisiko verbleibt immer. Grundsätzlich leiten sich die gewählten Maßnahmen aus dem Gebot der Abstandshaltung ab. Hinsichtlich der Einhaltungen dieser Regeln sind die Bürger verpflichtet, eigenverantwortlich zu handeln. Trotzdem ist der Betreiber gefordert, die Badegäste zu beobachten und ihr Verhalten zu kontrollieren. Bei Verstößen muss eingegriffen werden.“

Strandbad Langenselbold: Öffnung würde eine Menge Geld kosten

Ausführlich ging das Stadtoberhaupt auf die Gründe ein, warum das Strandbad nicht ebenfalls geöffnet wird. So sei es allein schon deshalb geboten, dieses zuzulassen, um die zusätzlichen Kosten für das Freibad dadurch abdecken zu können.

Die Verwaltung habe dessen ungeachtet auch die Schätzkosten für die Corona-Maßnahmen ermittelt, die für eine Öffnung des Strandbads nötig wären. „Sie belaufen sich auf mindestens 170 000 Euro. Ein zusätzlicher Kostenfaktor wäre die jährliche Impfung/Behandlung des Wassers vor der Inbetriebnahme in Höhe von 15 000 Euro“, berichtete Greuel. 

Einhalten von Abstandsregeln im Strandbad Langenselbold schwer umzusetzen

Auch sei die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln auf dem weitläufigen Gelände des Strandbads deutlich schwieriger als im Freibad. Die Liege- und Wasserfläche sei erheblich größer, sodass auch unter Corona-Bedingungen bis zu 1500 Gäste gleichzeitig dasStrandbad besuchen könnten.

Allein aus Sicherheitsgründen sei es deshalb geboten, dieses nicht für den Badebetrieb zu öffnen. Der Argumentation schlossen sich die Vertreter von SPD und CDU, aber ebenso die Grünen und Jürgen Heim an.

Auch Kritik an Öffnung des Freibads Langenselbold

Heims Kollegin und FW-Fraktionschefin Christiane Kapp war hingegen ganz anderer Meinung. „Wir haben weiterhin Corona. Das Virus ist nicht plötzlich verschwunden, wenn auch Langenselbold zurzeit kaum Erkrankte vorzuweisen hat. Wir können trotz Hygienekonzept nicht versprechen, dass es keine Erkrankungen geben wird. Sobald das der Fall ist, wird das Freibad sofort geschlossen und die Mehrkosten bleiben. Ich weiß nicht, ob dies alles acht Wochen Freibadsaison wert ist“, argumentierte Christiane Kapp gegen die Öffnung desFreibads.

Freibad Langenselbold: Kein Spaß wegen Corona-Maßnahmen?

Zudem führte sie den insbesondere für Kinder und Jugendliche durch die Corona-Bedingungen nicht mehr vorhandenen Spaßfaktor an. So ist die Rutsche geschlossen und außerdem „darf man nur im Einbahnstraßenverkehr immer schön im Kreis und bitte nur in eine Richtung schwimmen“. Gerade Heranwachsende wollten im Freibad herumtollen, was nun nicht möglich sei.

Patrick Heck (CDU) sieht in der Öffnung des Freibads hingegen gerade eine wichtige Abwechslung und Freizeitmöglichkeit für die vielen Selbolder, die in diesem Sommer coronabedingt nicht in Urlaub fahren könnten. Diese Meinung teilte auch Bernd Kaltschnee für die SPD-Fraktion, die die Vorlage ausdrücklich lobte.

Diese Corona-Regeln gelten für das Freibad in Langenselbold

Mit einem normalen Badebetrieb hat die auf knapp zwei Monate begrenzte Saison 2020 im Freibad wenig zu tun. So sind die üblichen Öffnungszeiten außer Kraft gesetzt. Täglich sind nun drei jeweils dreistündige Timeslots (Zeitfenster) vorgesehen, zwischen denen immer eine Stunde für Reinigung und Desinfektion obligatorisch ist.

Die Öffnungen erfolgen von 8 bis 11, von 12 bis 15 sowie von 16 bis 19 Uhr. Pro Timeslot dürfen sich maximal 200 Besucher (170 im großen Becken, 30 im Mutter-Kind-Bereich) auf dem Gelände und im Wasser aufhalten. Der Kauf der Karten erfolgt nur online über die Firma Vivenu GmbH und ist bis zu einer Woche im Voraus möglich.

Das kostet der Eintritt im Freibad Langenselbold

Genauere Infos dazu wird die Stadtverwaltung noch mitteilen. Die Einzelkarte kostet für Personen ab 16 Jahren drei Euro. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre, Personen mit Behindertenausweis ab 50 Prozent, Rentner, Studenten, Schüler, Auszubildende, Personen im Bundesfreiwilligendienst, sozialen oder ökologischen Jahr zahlen zwei Euro.

50 Cent sind für Kinder bis fünf Jahre zu berappen. Dauerkarten werden auf die Saison 2021 übertragen oder können rückerstattet werden.

Quelle: Hanauer Anzeiger

Rubriklistenbild: © Axel Häsler

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