SPD für weitere Fotovoltaikanlagen in Selbold

Genossen haben ehemaliges Deponiegelände als Standort im Blick

Seit rund 30 Jahren liegt das Gelände der früheren Deponie am Rödelberg ungenutzt brach.
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Seit rund 30 Jahren liegt das Gelände der früheren Deponie am Rödelberg ungenutzt brach.

Seit rund drei Jahrzehnten liegt das Gelände am Rödelberg, das einst für eine Deponie genutzt wurde, brach. Die SPD-Fraktion kam nun auf die Idee, eine Fotovoltaikanlage auf dem Areal zu installieren. Sie brachte einen entsprechenden Prüfauftrag an den Magistrat ins Stadtparlament ein. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit konnte er in der letzten Sitzung nicht mehr diskutiert werden. Ohne Aussprache wurde er dennoch – gegen die Stimmen der CDU – angenommen.

Langenselbold – Das Bauamt soll jetzt prüfen, ob und wenn ja, zu welchen Konditionen ein solches Projekt realisiert werden könnte. Nach Vorstellung der Sozialdemokraten sollen Umsetzung und Betrieb der Anlage mit einem regionalen Kooperationspartner erfolgen. Außerdem wird der Magistrat beauftragt, zu prüfen, ob weitere städtische Flächen für den Bau und den Betrieb von Fotovoltaikanlagen infrage kommen und inwiefern eine Realisierung als Genossenschaftsmodell möglich wäre. Fotovoltaikanlagen könnten sich die Sozialdemokraten unter anderem auch auf einer nicht genutzten Parkfläche entlang der A 66 oder einem Gelände südlich der Klosterberghalle vorstellen.

Max Kaltschnee: Areal am Rödelberg sehr gut geeignet

„Strom aus Fotovoltaikanlagen ist so günstig wie nie zuvor“, ist der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Max Kaltschnee überzeugt, wie er in einer Mitteilung seiner Partei zur Verabschiedung des Antrags wissen lässt. „Die Fläche der alten Deponie auf dem Rödelberg eignet sich sehr gut für die Errichtung einer Fotovoltaikanlage, da hier kaum eine andere Nutzung möglich ist und die geografischen Gegebenheiten vorteilhaft sind. Die Pflege des Areals müsste vom späteren Betreiber der Anlage übernommen werden, wodurch die Stadt neben den Pachteinnahmen zusätzlich finanziell profitiert“, führt der SPD-Vorsitzende Jürgen Schonlau zum Vorschlag seiner Fraktion aus.

Auf der vorgesehenen Fläche von einem Hektar könne nach Ansicht der Sozialdemokraten „mit neuster Modultechnologie eine Leistung von 1,2 Megawatt Peak (MWp) entstehen“. Die pro Jahr erzeugten 1,3 Millionen Kilowattstunden Grünstrom würden ihrer Meinung nach reichen, um 325 durchschnittliche Vier-Personen-Haushalte mit Energie zu versorgen und jährlich mehr als 1000 Tonnen Kohlendioxid einzusparen.

Sozialdemokraten für Genossenschaftsmodell

Für die SPD-Fraktion stellt die Option der Umsetzung eines Genossenschaftsmodells für Fotovoltaikanlagen zudem eine attraktive Lösung dar. „Aus vielen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern wissen wir, dass die Bereitschaft für die Installierung eigener regenerativer Energien enorm hoch ist“, berichtet Max Kaltschnee. Eine Umsetzung mit einem Genossenschaftsmodell ermögliche Interessierten, die entweder über keine eigene beziehungsweise keine geeignete Immobilie verfügen oder nicht das notwendige Kapital für eine vollumfängliche Anlage besitzen, in eine Fotovoltaikanlage zu investieren.

Somit profitierten die interessierten Bürger nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell. „Mit jeder Kilowattstunde lokal erzeugter Energie steigen somit auch die Wertschöpfung vor Ort und die Akzeptanz gegenüber regenerativer Energieerzeugung mit Blick auf die angestrebte Energiewende“, ist Kaltschnee überzeugt.

„Wichtiger Beitrag zur Energiewende“

In ihrer Begründung des Antrags verweist die SPD auch auf Wissenschaftler, die davon sprechen, dass „die Klimaziele 2030 mit dem aktuellen Ausbaupfad der erneuerbaren Energien nicht erreicht werden“ könnten. Mit einer Fotovoltaikanlage auf dem ehemaligen Deponie-Gelände könnte Langenselbold einen weiteren Beitrag zur Energiewende leisten, argumentieren die Genossen.

Der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende liege in der dezentralen Energieversorgung. „Die Energie vor Ort zu erzeugen und vor Ort zu verbrauchen, hat viele Vorteile. Zum einen entlasten wir so die Netzinfrastruktur nachhaltig, und zum anderen werden keine neuen und bei den Anliegern umstrittenen Freileitungen quer durch Deutschland benötigt“, so die Selbolder SPD. Das habe nicht nur positive Auswirkungen auf das Landschaftsbild, sondern auch einen finanziellen Vorteil, da die Kosten über die Netzentgelte an den Endkunden weitergereicht werden würden.

Von Lars-Erik Gerth

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