Zweite Welle verläuft glimpflich

Diesmal laufen in Selbold keine Keller voll

Beim zweiten Hochwasser trat die Gründau im Selbolder Stadtgebiet nur an wenigen Stellen über ihre Ufer – wie hier auf den Gründauwiesen.
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Beim zweiten Hochwasser trat die Gründau im Selbolder Stadtgebiet nur an wenigen Stellen über ihre Ufer – wie hier auf den Gründauwiesen.

Die Gründaustadt ist bei der zweiten Hochwasserwelle wesentlich glimpflicher davon gekommen als am vergangenen Freitag und Samstag, als Kinzig und vor allem Gründau über die Ufer traten und zahlreiche Keller vollliefen. Diesmal, so Erster Stadtrat Benjamin Schaaf (parteilos) gestern auf Nachfrage, sei kein Keller vollgelaufen und die Gründau größtenteils in ihrem Flussbett geblieben.

Langenselbold – Noch am frühen Mittwochabend war allerdings noch nicht abzusehen gewesen, welche Ausmaße diese zweite Hochwasserwelle haben würde, die sich auf Selbold zubewegte. Entsprechend wurden von der Technischen Einsatzleitung im Feuerwehrhaus bereits am Mittwochnachmittag – wie berichtet – umfangreiche Schutzmaßnahmen eingeleitet. Unter anderem wurde wieder der „Quick-Damm“, der beim THW in Erlensee gelagert ist, am Marktplatz aufgebaut.

Schutzbauten bleiben auch am Wochenende stehen

Außerdem bauten die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bauhof so genannte „Frankfurter Tonnen“ am Brühlweg auf und wurden Hunderte von Sandsäcken ausgegeben. Insgesamt waren diesmal rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. Feuerwehrleute aus Hammersbach und Jossgrund-Oberndorf unterstützen dabei ihre Selbolder Kollegen. Schon bei der ersten Hochwasserwelle am Wochenende waren Feuerwehren aus dem ganzen Kreis zur Unterstützung angerückt.

Am Mittwoch und Donnerstag war nun auch der Katastrophenschutzzug aus Hanau in Selbold im Einsatz. Entsprechend dankte Stadtbrandinspektor Markus Mohn gestern allen Einsatzkräften für „ihre tolle Arbeit“. Dem konnten sich Erster Stadtrat Benjamin Schaaf und Bürgermeister Timo Greuel (SPD) nur anschließen, der zudem das „sehr gute Zusammenspiel“ zwischen den städtischen Mitarbeitern von Bauhof und Ordnungsamt und der Feuerwehr heraushob.

Pegelstand in Hain-Gründau sinkt schon am Mittwochabend

Gegen 22.30 Uhr zeichnete sich am Mittwochabend dann aber ab, dass diese zweite Welle des Hochwassers nicht die Ausmaße der vergangenen Woche haben würde. So ging der Pegelstand in Hain-Gründau sukzessive zurück und war der Scheitelpunkt bereits erreicht.

Da das Wasser von dort etwa acht Stunden braucht, bis es in Selbold ist, stieg hier der Pegel allerdings noch bis in die frühen gestrigen Morgenstunden. Gegen 23.30 Uhr war jedoch bereits klar, dass die Gründaustadt diesmal „glimpflich durch die Hochwasserlage gelangen wird“, wie die Feuerwehr im Live-Ticker auf ihrer Facebook- beziehungsweise Internetseite bereits vor Mitternacht berichtete.

Wieder starke Regenfälle erwartet

Dies bewahrheitete sich dann auch in den Nachtstunden, sodass die Einsatzkräfte bereits gegen 7 Uhr damit begannen, die „Gerätschaften rund um den Marktplatz zurückzubauen“. So konnte dann um kurz nach 7 Uhr die Hinserdorfstraße wieder für den Verkehr freigegeben werden. Gegen 8.30 Uhr fuhren dann auch die Busse wieder nach Fahrplan.

Da es schon am Freitag begann wieder stärker zu regnen, bleiben der „Quick-Damm“ am Marktplatz und die „Frankfurter Tonnen“ am Brühlweg zunächst aufgebaut.

Von Lars-Erik Gerth

Die „Frankfurter Tonnen“ im Brühlweg bleiben – wie auch der „Quick-Damm“ am Marktplatz – bis zum Wochenende aufgebaut, falls ein drittes Hochwasser droht.
Die Gründauhalle, die am Samstag vom Hochwasser betroffen war, wurde bei der zweiten Welle nicht in Mitleidenschaft gezogen.

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