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Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen: OP-Saal der Zukunft

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Roboter als Operationsgehilfen, riesige Monitore und ausgeklügelte Licht- und Luftfiltersysteme: So ähnlich soll es bald auch in sechs neuen OP-Sälen in Gelnhausen aussehen. (Foto: PM)
Roboter als Operationsgehilfen, riesige Monitore und ausgeklügelte Licht- und Luftfiltersysteme: So ähnlich soll es bald auch in sechs neuen OP-Sälen in Gelnhausen aussehen. (Foto: PM)

Main-Kinzig-Kreis. Das Gelände der Main-Kinzig-Kliniken gleicht zwar jetzt schon einer Großbaustelle – doch das hält die Klinikleitung nicht von weiteren Bauplänen ab. Bis 2019 sollen drei neue Operationssäle entstehen und danach die schon vorhandenen OP-Säle vergrößert werden.

Von Reinhold Schlitt

Die baulichen Veränderungen sind Voraussetzung für eine ebenfalls vorgesehene Erneuerung der OP-Technik. Die Planung wurde kürzlich vorgestellt.

Die kreiseigene Klinik will hessenweit in Sachen OP-Technik künftig in der „Champions-League“ mitspielen, wie Landrat Thorsten Stolz vor Journalisten sagte. Unterm Strich soll es insgesamt sechs OP-Säle mit jeweils rund 80 Quadratmetern geben. Die neuen OP-Räume wären dann doppelt so groß wie die vorhandenen mit jeweils 40 beziehungsweise 44 Quadratmetern. Für die Erweiterung muss allerdings in den Klinikpark hinein angebaut werden.

Jährlich etwa 9300 operative Eingriffe

„Die Anforderungen an einen OP-Saal haben sich gründlich erweitert“, erläuterte der Chefarzt der Urologie, Dr. Andreas Schneider. Bis 1996 haben Ärzte zweier medizinischer Fachrichtungen in den OP-Einrichtungen operiert, heute sind es sechs, darunter die Fächer Allgemeine Chirurgie, Unfallchirurgie, Gynäkologie, Urologie und die Orthopädie. Jährlich gibt es etwa 9300 operative Eingriffe am Klinikstandort Gelnhausen – 30 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Immer mehr Operationen können heute robotergestützt durchgeführt und das Geschehen auf Bildschirmen dargestellt werden. Dem muss nach Schneiders Angaben auch der Zuschnitt und die Größe eines OP-Raums Rechnung tragen.

„OP-Saal der Zukunft“

Der Urologe und sein Kollege Professor Dirk Meininger, Chefarzt der Anästhesiologie, präsentierten Bilder vom „OP der Zukunft“, auf denen beispielsweise Roboter zu sehen sind, die in der minimalinvasiven Chirurgie Verwendung finden und mit deren Hilfe Operationen quasi per „Fernsteuerung“ erfolgen, auch wenn der Operateur Herr des Geschehens bleibt. Blutige Handschuhe gehören bei solchen Verfahren weitestgehend der Vergangenheit an. Im „OP der Zukunft“ gibt es auch neuartige Beleuchtungs- und Belüftungssysteme mit speziellen Luftfilteranlagen.

Zwar lassen sich die gezeigten Herstellerbilder nicht eins zu eins auf die zukünftige OP-Landschaft in Gelnhausen projizieren, aber sie zeigen nach Angaben der beiden Chefärzte, in welche Richtung die Planungen auch in der Kreisstadt laufen.

Bedarfsgerechte und flexible Anordnung

Dabei geht es den Medizinern nicht nur um die technischen Innovationen und um mehr Platz, sondern auch um die bedarfsgerechte und flexible Anordnung der bei einer OP benötigten Geräte und Monitore. Für Operateure und Assistenten sei es beispielsweise wichtig, dass auch die Anzeigen für die Vitalwerte des Patienten (Blutdruck, Herzfrequenz usw.) im unmittelbaren Blickfeld präsent sind und das OP-Geschehen auf großflächigen Bildschirmen verfolgt werden kann.

Bedeutsam ist die Übertragung von Eingriffen auch für Ärzte, die im Rahmen ihrer Ausbildung oder Facharzt-Weiterbildung an Krankenhäusern tätig sind – in Gelnhausen rund 50 Prozent aller Mediziner.

Vorhaben in mehrfacher Hinsicht innovativ

Der Main-Kinzig-Kreis wird zwei Millionen Euro zu den erwarteten Umbaukosten in Höhe von fünf Millionen Euro zuschießen. Das Vorhaben sei in mehrfacher Hinsicht innovativ, weil Patienten und Ärzte gleichermaßen von verbesserten Bedingungen im Krankenhaus profitieren würden, sagte Landrat Stolz.

Klinikgeschäftsführer Dieter Bartsch hat bei dem Um- und Neubau auch die Gewinnung zusätzlicher Fachärzte im Auge. Gute Arbeitsbedingungen im Krankenhaus seien dabei ein wichtiger Faktor. Zwar würden auch die Fallzahlen im OP-Bereich steigen, „doch zuerst denken wir an den Nutzen für die Ärzte und Patienten und dann erst an die kaufmännischen Aspekte“.

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