Rund 5000 kleine Scheine im Umlauf

50 Euro für Waffenschein-Abgabe: Kreistag beschließt Rückkaufaktion

Weniger Waffen: Der Kreis hat einen Rückgang bei den registrierten Pistolen und Gewehren verzeichnet. Für die Kontrollen, ob dieSchießeisen zum Beispiel sicher in einem vorgeschriebenen Schrank aufbewahrt, sei die Zahl der Mitarbeiter in der Kreisweffaenbehörde verdoppelt worden. 
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Der Kreistag hat eine Rückkaufaktion für Waffenscheine beschlossen.

Die Anzahl an Schreckschusswaffen im Main-Kinzig-Kreis soll deutlich reduziert werden. Das hat der Kreistag in seiner gestrigen Sitzung beschlossen. Mit SPD, CDU, Grünen, FDP, Linke und Freien Wähler hatten sechs Fraktionen einen gemeinsamen Antrag eingebracht, in dem auch eine Verschärfung des Waffengesetzes durch den Bundestag gefordert wird.

Main-Kinzig-Kreis – „Ein gutes Gefühl“ hat der Fraktionsvorsitzende der Kreis-SPD, Klaus Schejna, wenn sich diese Fraktionen nun gemeinsam auf einen politischen Diskurs machen. Besonders nach dem rassistischen Anschlag in Hanau vom 19. Februar, auch wenn derartige Taten dadurch nicht zu verhindert seien. Die AfD-Fraktion wurde bei dem gemeinsamen Antrag ausdrücklich außen vorgelassen.

Die Kampagne zur Reduzierung der kleinen Waffenscheine im Kreis, die zum Führen einer Schreckschusswaffe berechtigen, läuft ab November ein Jahr lang. Der Main-Kinzig-Kreis bietet bei der freiwilligen Rückgabe des kleinen Waffenscheins eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 Euro an. Mit Stand vom Dezember 2019 sind derzeit 5016 kleine Waffenscheine im Umlauf. „Die personellen Kapazitäten können hierdurch langfristig gesehen entlastet und bei der Überprüfung von Waffenbesitzern eingesetzt werden“, so die Hoffnung der Fraktionen. Für die Rückkaufaktion soll aber zunächst eine befristete Sachbearbeitungsstelle installiert werden, außerdem wurden weitere 50 000 Euro bereitgestellt.

Zusammenarbeit zwischen Waffenbehörde des Main-Kinzig-Kreises und den Schützenvereinen soll ausgebaut werden

Ausgebaut werden soll die Zusammenarbeit zwischen Kreiswaffenbehörde und den Schützenvereinen, „um Hilfestellungen im Zusammenhang mit Problemstellungen bei einzelnen Mitgliedern oder im Allgemeinen rund um das Thema Schießsport zu geben“, heißt es im Antragstext. Dafür soll ein Runder Tisch eingerichtet werden. Themen gibt es bereits genug, so hat sich der Kreistag beispielsweise dafür ausgesprochen, dass Waffen und Munition zukünftig nur noch in den Schützenhäusern gelagert werden sollen. In dem als „Initiative in Richtung Bundestag und Bundesrat“ betitelten Antragsteil ist unter anderem auch aufgeführt, dass bei Antragstellung der ersten waffenrechtlichen Erlaubnis ein medizinisch-psychologisches Gutachten oder Attest vorgelegt werden soll.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Dr. Wolfram Maaß äußerte seine Empörung darüber, dass mit dem Antrag Sportschützen und Jäger unter Generalverdacht gestellt werden würden. Die zentrale Lagerung von Waffen und Munition bezeichnete er als „hochgefährliche Idee“.

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