Rötelmäuse sind Überträger

Gesundheitsamt warnt vorm Hantavirus: Es gibt keine Medizin dagegen

Wer seine Gartenhütte von Staub befreien will, muss sich vor dem Hantavirus in Acht nehmen. Auch im Main-Kinzig-Kreis besteht Infektionsgefahr.

Main-Kinzig-Kreis – Wer die Gartenhütte, den Keller oder den Dachboden auf Vordermann bringen will, sollte nicht unbedacht vorgehen. An solchen Orten besteht nämlich die Gefahr, sich mit dem Hantavirus zu infizieren, das von Mai bis Juli Hauptsaison hat. Das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr im Main-Kinzig-Kreis warnt vor dem bedrohlichen Virus und gibt Hinweise, wie man vor ihm sicher bleibt.

Auch wenn das Hantavirus in den meisten Fällen asymptomatisch verläuft, ist es keinesfalls ungefährlich. Der Verlauf einer Infektion mit dem Virus reicht von grippeähnlichen Beschwerden über Nierenversagen bis hin zu lebensbedrohlicher Blutungsneigung. In Deutschland zählt unter anderem Nordost-Hessen zu den Risikogebieten, aber auch im Main-Kinzig-Kreis um Hanau kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Infektionen. In diesem Gebiet wurde im vergangenen Jahr nur ein Vorfall gemeldet, was sich allerdings wahrscheinlich auf die Corona-Maßnahmen zurückführen lässt. Mit 31 verzeichneten Fällen des Hantavirus im Main-Kinzig-Kreis im Jahr 2017, gibt dieser Zeitraum eher Aufschluss über die Häufigkeit des Virus in der Region. Zudem gibt es jetzt schon Anzeichen dafür, dass sich das Hantavirus im Jahr 2021 in Deutschland wieder stark ausbreitet. Doch worin genau besteht die Gefahr?

Das Hantavirus überträgt sich vor allem durch Rötelmäuse. Auch im Main-Kinzi-Kreis nahe Frankfurt besteht Infektionsgefahr.

Gesundheitsamt Main-Kinzig-Kreis warnt vor Hantavirus

Die Infektionen finden vor allem beim Einatmen von aufgewirbeltem Staub statt. Dieser kann Erreger enthalten, die in Form von getrockneten Nagetier-Ausscheidungen über Wochen ansteckend bleiben können. Das Hantavirus wird dabei hauptsächlich von Rötelmäusen übertragen, aber auch alle möglichen anderen Nager können als Übeltäter agieren. Neben der Ansteckung über den Atemweg besteht auch die Möglichkeit, sich durch Bisse zu infizieren, oder wenn „verletzte Haut oder Lebensmittel mit dem Virus in Kontakt gekommen sind“, sagt Christoph Höhn, kommissarischer Leiter des Sachgebiets Hygiene und Umweltmedizin. Da keine Medizin gegen das Virus existiert, ist die Vorbeugung besonders wichtig. Die folgenden Schritte sollen helfen.

Bei Arbeiten im Gartenschuppen sollte zur Vorbeugung des Hantavirus immer auf Hygienemaßnahmen geachtet werden. Handschuhe sowie Gesichtsmaske gehören also zur Putzausrüstung dazu. Wenn tote Nagetiere oder deren Ausscheidungen sichtbar herumliegen, muss der direkte Kontakt auf jeden Fall vermieden werden. Stattdessen wird empfohlen die potenziellen Überträger mit Reinigungsmittel zu benetzen, und in einer verschlossenen Tüte im Hausmüll zu entsorgen. So das zuständige Amt im Main-Kinzig-Kreis. Weitere Tipps zur Vorbeugung im Überblick:

  • Gründlich Lüften und wenig Staub aufwirbeln
  • Feucht reinigen
  • Lebensmittel für Nager unzugänglich aufbewahren
  • Unterschlupfmöglichkeiten erschweren
  • Bei starkem Mäusebefall von Schädlingsbekämpfer beraten lassen

Virus im Main-Kinzig-Kreis: Nahe Hanau ist die Gefahr geringer

Besteht der Verdacht, mit einem Überträger des Hantavirus in Kontakt gekommen zu sein, sollte dies getestet werden. Symptome treten nämlich erst zwei bis vier Wochen nach der Infektion auf. Betroffen sind vor allem Männer im Alter zwischen 30 und 49 Jahren. Die Vermutung liegt außerdem nahe, dass vor allem in ländlichen Gebieten die Gefahr besteht sich anzustecken. So werden auch im Main-Kinzig-Kreis die meisten Fälle im Osten gemeldet. (vbu)

Rubriklistenbild: © Reinhold Schrank/imago

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