Beschäftigungsstatistik

Hoher Stellenzuwachs in Erlensee und Hammersbach

Lidl baut auf: Hier entsteht im Gewerbepark an der A 45 in Erlensee das neue Zentrallager, das zusätzlich Arbeitsplätze in den Kreis bringt.
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Lidl baut auf: Hier entsteht im Gewerbepark an der A 45 in Erlensee das neue Zentrallager, das zusätzlich Arbeitsplätze in den Kreis bringt.

Die Zahl der Beschäftigten ist im Main-Kinzig-Kreis im vergangenen Jahr zwar zurückgegangen, in den vergangenen fünf Jahren aber deutlich gewachsen, wie aus Zahlen der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern hervorgeht. Die jüngsten Zahlen stammten vom Stichtag 30. Juni 2020, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Gunter Quidde.

Main-Kinzig-Kreis –„Damals hatten wir alle gehofft, dass die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie den Main-Kinzig-Kreis nur streifen. Denn der Arbeitsmarkt wurde bereits durch mehrere Großunternehmen belastet, die im Strukturwandel Mitarbeiter entließen. Mittlerweile ist klar: Corona wird uns noch viel stärker treffen, als damals gedacht. Auch deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Standortfaktoren helfen, trotz allem Arbeitsplätze zu halten und zu schaffen“, beschreibt Quidde die Herausforderung an die lokale Politik.

Insgesamt sank die Zahl der Arbeitsplätze im Main-Kinzig-Kreis vom 30. Juni 2019 zum 30. Juni 2020 um 1337 auf 138 660. „Die Entwicklung wäre für den Main-Kinzig-Kreis viel schlimmer, wenn nicht in jeder zweiten Kommunen entgegen dem Trend neue Arbeitsplätze geschaffen worden wären. Spitzenreiter sind Erlensee mit 398, Schlüchtern mit 254 und Hammersbach mit 134 neuen Arbeitsplätzen. Beeindruckend ist auch, dass Kommunen, die nicht direkt an der Autobahn liegen, Stellenzuwachs vermelden: Flörsbachtal immerhin 19, Jossgrund neun und Brachttal zwei Stellen mehr“, freut sich Quidde und hebt hervor: „Ein aussagekräftigeres Bild der wirtschaftlichen Erfolgsfaktoren bekommt man erst im mittelfristigen Vergleich, also für den Zeitraum zwischen 2015 und 2020.“

Zahl der Arbeitsplätze wächst im Kreis zwischen 2015 und 2020 um zehn Prozent

In diesen fünf Jahren wuchs – ungeachtet des Einbruchs im vergangenen Jahr – die Zahl der Arbeitsplätze im Main-Kinzig-Kreis um solide zehn Prozent, nämlich um 12 915 Stellen. Wesentliche Treiber waren Hammersbach mit einem Plus von 80 Prozent (496 zusätzliche Arbeitsplätze), Erlensee mit 52 Prozent beziehungsweise 2575 neuen Arbeitsplätzen und Rodenbach (plus 56 Prozent, 774 Arbeitsplätze) beziehungsweise Langenselbold in absoluten Zahlen mit 1573 Arbeitsplätzen (plus 38 Prozent). „Die mittelfristige Beschäftigungsbilanz zeigt, dass Kommunen viele Stellschrauben haben, um die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen, dass aber große Sprünge nur dann möglich sind, wenn große Gewerbegebiete erschlossen und diese mit starken Unternehmen jeder Größenklasse besetzt werden“ , fasst Quidde die Entwicklung eines halben Jahrzehnts zusammen und betont: „Wir wissen aus vielen Gesprächen, wie wichtig es ist, ortsansässigen Unternehmen Erweiterungsflächen bieten zu können. Das sichert stetiges Wachstum. Sich darauf zu beschränken, wäre aber zu kurz gesprungen, wenn sich Kommunen die Chance bietet, große Gewerbeflächen zu schaffen, vor allem in Autobahn-Nähe.

Gerade dorthin zieht es Industrie und Logistik. Während Logistik generell boomt – befeuert vom Trend zum Online-Handel und ganz besonders in der Pandemie – kommt es bei Industrieansiedlungen sehr auf die Branche an. Hammersbach, Erlensee und Langenselbold haben die Chancen, die sich ihnen in den vergangenen Jahren boten, sehr gut genutzt, Erlensee und Hammersbach übrigens im Verbund mit Nachbarkommunen. Angesichts der knapper werdenden Flächen in der Metropolregion ist das besonders sinnvoll, um größere zusammenhängende Gewerbeflächen zu schaffen“, lobt Quidde die Initiativen.  red

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