Neujahr 2021

Sehr ruhiger Jahreswechsel: Polizei und Helfer zufrieden / Hanau hat nun Berufsfeuerwehr

Ausnahme: Die Hanauer Stadtpolizei muss nur wenige Male zu Handschellen greifen, um Unvernünftige zur Räson zu bringen.
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Ausnahme: Die Hanauer Stadtpolizei muss nur wenige Male zu Handschellen greifen, um Unvernünftige zur Räson zu bringen.

Statt stundenlangem Geböller und bunten Explosionen am Himmel haben die Menschen an Main und Kinzig das neue Jahr sehr ruhig begonnen. So sind fast überall die Neujahrsglocken in voller Lautstärke zu hören, die 2021 einläuten. Polizei und Feuerwehren ziehen daher eine erfreuliche Bilanz.

Main-Kinzig-Kreis – „Wir betrachten den Jahreswechsel aus zweierlei Sicht als historisch“, berichtet Markus Doose, der stellvertretende Leiter der Hanauer Feuerwehr. Seit 0 Uhr musste die Einsatzabteilung nicht einmal ausrücken.

„Ruhigster Jahreswechsel der letzten Jahrzehnte“

„Der letzte Einsatz im alten Jahr war um 23.11 Uhr – eine Brandmeldeanlage. Auslöser war angebranntes Essen auf dem Herd. Niemand wurde verletzt“, berichtet der Einsatzleiter. Doose spricht vom „ruhigsten Jahreswechsel der letzten Jahrzehnte“. Normalerweise ist der Jahreswechsel „Stress pur“ für die Wehrleute, die alleine in Hanau zwischen 15 und 30 Einsätze innerhalb weniger Stunden absolvieren müssen.

Hanau hat jetzt eine Berufsfeuerwehr

Für die Feuerwehr Hanau ist es um 0 Uhr aber ein weiterer historischer Moment, für den Bianca Stolper, die Sprecherin der freiwilligen Feuerwehr, extra eine Torte gebacken hat, um der Wachabteilung, die 24 Stunden bereitsteht, um anderen zu helfen, die Schicht ein wenig zu versüßen. „Berufsfeuerwehr Hanau“ steht auf der leckeren Kreation, denn mit dem Jahreswechsel ändert sich die offizielle Bezeichnung der Hanauer Brandschützer und Retter (wir berichteten).

Drei kleinere Einsätze im Kreis

Im Main-Kinzig-Kreis gibt es in dieser Nacht nur drei weitere Alarmierungen: In Maintal stellt sich ein Containerbrand als Fehlalarm heraus, in Gelnhausen wird „Rauch aus einem Dachstuhl“ schnell als Kaminfeuer identifiziert, das durch die Witterung beeinflusst stärker rußt. „In der zweiten Nachthälfte wurden dann die Einsatzkräfte gegen 2 Uhr in Langenselbold zu einem Brand gerufen. Vor Ort fanden die Feuerwehrleute jedoch ein kontrolliert abbrennendes Lagerfeuer auf einem Privatgrundstück vor“, berichtet Frank Walzer, Pressesprecher des Main-Kinzig-Kreises. Positiv wirkt sich das Böllerverbot auch auf den Rettungsdienst aus. Dort seien 25 Prozent weniger Alarmierungen nötig gewesen. Ähnliche Einschätzung kommen aus den Main-Kinzig-Kliniken mit Blick auf die Situation in den Notaufnahmen. Dort sei es ohnehin eine „sehr arbeitsreiche Nacht“, das Personal über Stunden „voll ausgelastet“. Laut Walzer habe es sich entlastend ausgewirkt, dass weniger Notfälle durch Pyrotechnik hinzugekommen sind.

Erstes Baby um 1.56 Uhr geboren

Freude im Kreißsaal: Sabine Jüngling (links) und Ärztin Christiane Klencz (rechts) gratulieren Karolin Brenke zur Geburt von Neujahrsbaby Leandra.

Die schönste Meldung der Neujahrsnacht kommt ebenfalls aus einem Krankenhaus. Genauer gesagt aus dem Kreißsaal des Klinikums Hanau: Um 1.56 Uhr kommt das erste Baby zur Welt. Die kleine Leandra ist kerngesund, wiegt bei ihrer Geburt 3080 Gramm und ist 49 Zentimeter groß. Das Kreißsaal-Team gratuliert der glücklichen Mutter Karolin Brenke und ihrer Familie. Die Ordnungshüter ziehen ebenfalls eine positive Bilanz: „Es ist ruhig gewesen“, heißt es aus dem Polizeipräsidium Südosthessen, Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen seien lediglich „im mittleren zweistelligen Bereich“ festgestellt worden.

62 Kontrollen im Hanauer Stadtgebiet

Die Stadtpolizei Hanau hat auf ihren Patrouillen ebenfalls ein sehr geringes Einsatzaufkommen. „In der Zeit zwischen 19.30 und 3.30 Uhr gab es insgesamt 62 Personen- und sieben Fahrzeugkontrollen. Daraus ergaben sich 26 Ordnungswidrigkeiten gegen die Ausgangssperre sowie zwei Verfahren wegen des Missachtens der Maskenpflicht“, heißt es aus dem Rathaus. In sieben Fällen belassen die Streifen es bei mündlichen Verwarnungen, in acht Fällen werden jedoch Personendurchsuchungen angeordnet. Dabei werden die Ordnungshüter fündig: Sie konfiszieren Drogen, unerlaubte Waffen sowie Alkohol, der in der Öffentlichkeit verboten ist.

OB Kaminsky und Landrat Stolz danken Bürgern

Lob gibt es an Neujahr für die überwiegende Mehrheit der Bürger. „Ich danke den Menschen in unserer Stadt, dass sie sich in ganz großer Mehrheit an die Regeln gehalten und auf große Feiern verzichtet haben“, zieht Oberbürgermeister Claus Kaminsky ein positives Fazit der Nacht. Landrat Thorsten Stolz zeigt sich am Neujahrstag ebenfalls beeindruckt. Er sei „sehr froh und dankbar“, dass die Bürger den Jahreswechsel „äußerst umsichtig und rücksichtsvoll angegangen sind“, heißt es in einer Mitteilung. Vor allem die Einsatzkräfte, die sich unermüdlich um Sicherheit und Gesundheit kümmern, hätten „diese in Teilen merklich ruhigere Neujahrsnacht verdient“. (Von Thorsten Becker)

Strahlend sauber: Schon kurz vor der Ausgangssperre herrscht auf dem Freiheitsplatz eine ungewöhnliche Silvester-Stille.

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