Maintal

Allianz für Brückenbau zwischen Maintal und Mühlheim

Die Idee, mit einer Mainbrücke die Städte Maintal und Mühlheim zu verbinden, ist nicht neu. Doch nun wird sie immer konkreter. Foto: Axel Häsler

Hanau/Maintal. Der Main-Kinzig-Kreis und der Kreis Offenbach sind derzeit mit den Vorprüfungen für den Bau einer Mainbrücke zwischen Maintal-Dörnigheim und Mühlheim beschäftigt.

Von Carolin-Christin Czichowski

Kürzlich haben Vertreter der Städte Maintal, Mühlheim und Hanau, der Kreise Main-Kinzig und Offenbach sowie von Hessen-Mobil in Frankfurt eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

„Die Verflechtungen und Beziehungen zwischen Hanau, Maintal und Mühlheim sind vielfältig. Allerdings gibt es auch etwas Entscheidendes, das sie trennt: den Main“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain. Demnach solle nun geprüft werden, ob eine neue Brücke über den Main im Bereich dieser Kommunen sinnvoll sei.

Haben die Absichtserklärung unterzeichnet: Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek (von links), Gerd Riegelhuth, Präsident von Hessen Mobil Claudia Jäger, Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Offenbach; Ralf Sachtleber, Erster Stadtrat der Stadt Maintal, Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher, Rouven Kötter, Mobilitätsdezernent des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain, Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Winfried Ottmann, Kreisbeigeordneter des Main-Kinzig-Kreises und Thomas Morlock, Stadtrat der Stadt Hanau. Foto: PM

Sie könnte, wie bereits berichtet, zwischen der Carl-Ulrich-Brücke – sie verbindet die Stadt Offenbach mit Frankfurt-Fechenheim – und der Steinheimer Brücke entstehen. Theoretisch ist es denkbar, dass eine solche Anbindung in Höhe der Staustufe Mühlheim die Kesselstädter Straße (L3328) und die Dietesheimer Straße, oder die Querspange in Maintal (L3195) und die Rumpenheimer Straße in Mühlheim miteinander verbindet. Sämtliche Möglichkeiten sollen nun unter die Lupe genommen werden.

In der Absichtserklärung vereinbaren die Akteure dazu verschiedene Schritte. So sollen zunächst die Auswirkungen einer solchen Brücke auf den Verkehr näher untersucht werden. Dabei soll unnötiger Durchgangsverkehr in den beteiligten Städten vermieden werden, heißt es. Der Verkehr soll möglichst gleichmäßig in den betroffenen Teilen der Landkreise verteilt und Umwege von Rad- und Autoverkehr sollen verringert werden.

Auch die bestehenden Fähren sollen in diese Analyse miteinbezogen werden, heißt es. Insbesondere, nachdem die Fähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim kurz nach ihrer Inbetriebnahme vergangene Woche nur fünf Stunden auf dem Main unterwegs war und aus bislang ungeklärter Ursache abgetrieben ist und seither wieder stillsteht.

Nach der Vorabprüfung würde dann eine Machbarkeitsstudie folgen. Darin würden Alternativen, Varianten und Szenarien untersucht, um zu ermitteln, ob ein derartiges Projekt verkehrlich sinnvoll, baulich machbar und wirtschaftlich realisierbar ist.

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) befürwortet die Pläne: „Die Bevölkerung im Rhein-Main-Ballungsgebiet wächst stetig – und damit auch die Notwendigkeit, die Verkehrsinfrastruktur auszubauen.“ Ziel sei es, die Innenstadt und Wohngebiete in Hanau, aber auch von Maintal-Dörnigheim von reinem Durchgangsverkehr zur A 3 einerseits und zur A 66 andererseits zu entlasten.

FDP gegen Brücke

Ähnlich sehen das die Maintaler Vertreter, Bürgermeisterin Monika Böttcher und Erster Stadtrat Ralf Sachtleber: „In einer so dicht besiedelten Region lassen sich zentrale Themen wie Verkehr und Mobilität nur gemeinsam nachhaltig lösen.“ Maintal sei vom Durchgangsverkehr besonders betroffen. „Deshalb begrüßen wir das Ziel, die Bürgerinnen und Bürger davon zu entlasten, die Verkehrsströme intelligent zu lenken und die Nahmobilität zu stärken.“ Das sorge für mehr Lebensqualität in Maintal und in der Region.

„Wir begrüßen, dass das Vorhaben ‚Mainquerung‘ ergebnisoffen geführt wird und freuen uns, aktiv daran mitzuwirken.“ Die Maintaler Parlamentarier sind unterdessen nicht begeistert von der Idee einer Mainbrücke. In der letzten Sitzung des Bauausschusses vor der Sommerpause äußerten sie die Befürchtung, dass das Vorhaben für mehr Verkehr in Maintal sorgen könnte.

Regionalverband erarbeitet Masterplan

Trotz aller Bedenken wollen sie in die Planungen eingebunden werden. „Wir sind im Grundsatz gegen eine Brücke. Aber es ist sinnvoll, mit am Tisch zu sitzen“, sagte etwa der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Schäfer in der Ausschusssitzung Anfang Juni. Das sehen auch die Pläne vor, die in der Absichtserklärung vereinbart wurden. Als erster konkreter Schritt soll nämlich eine begleitende Projektgruppe gegründet werden, die aus Fachleuten aller beteiligten Partner bestehen soll.

Der Regionalverband erarbeitet gerade den Masterplan Mobilität FrankfurtRheinMain und wird die neue Mainquerung in diesem größeren Kontext bewerten, heißt es. Der Verband koordiniere für das Brückenprojekt als neutraler Lobbyist der Region den Abstimmungsprozess, moderiere zwischen den Beteiligten und prüfe die mögliche Einwerbung von Fördermitteln.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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