Letzter Hilfe-Kurs in Maintal

Ambulanter Pflegedienst will Sterbende einfühlsam begleiten

+
Werden den Letzte Hilfe-Kurs leiten: Bettina Petry, Leiterin des städtischen ambulanten Pflegedienstes MSHD (Mitte) und ihre Mitarbeiter Nicole Becker-Krieglstein und Wolfgang Schönherr.

Der Ambulante Pflegedienst der Stadt Maintal bietet einen Letzte Hilfe-Kurs an

Sterben als Tabuthema – das muss nicht sein, findet Bettina Petry. Sie ist Leiterin des städtischen ambulanten Pflegedienstes MSHD und weiß aus Erfahrung, wie verunsichert und mitunter auch ängstlich Angehörige sind, wenn es um die Sterbebegleitung eines geliebten Menschen geht. 

Ein Letzte Hilfe-Kurs am Samstag, 21. März, von 10 bis 14 Uhr im Sitzungssaal des Maintaler Rathauses vermittelt Grundwissen und möchte Mut machen, Sterbende auf ihrer letzten Reise zu begleiten.

Unterschiede zwischen Erste Hilfe und Letzte Hilfe

Letzte Hilfe-Kurse haben zum Ziel, Grundwissen für die Begleitung sterbenskranker Menschen zu vermitteln. Entwickelt hat das Konzept der Palliativmediziner Georg Bollig. Er knüpft damit an die Idee der Ersten Hilfe-Kurse an. 

Während Erste Hilfe bei akuten Verletzungen und Erkrankungen das Überleben der Betroffenen sichert, geht es bei der Letzten Hilfe darum, das Leiden von lebensbedrohlich Erkrankten zu lindern und ihre Lebensqualität zu erhalten. Damit ist beiden Kursen eine humane Haltung und die Bereitschaft, anderen Menschen in Not beizustehen, gemeinsam. 

„Sterben muss nicht hilflos machen", sagt Bettina Petry vom Ambulanten Pflegedienst

„Sterben muss nicht hilflos machen. Es gibt Vieles, was man am Lebensende tun kann, um körperliche Beschwerden zu lindern und die Seele zu streicheln“, erklärt Bettina Petry. Das kann die Mundpflege sein, eine sanfte Berührung, ein Gespräch oder die stille Begleitung in schwierigen Stunden. 

Der Letzte Hilfe-Kurs richtet sich an interessierte Bürger und soll Informationen rund um die Begleitung Schwerkranker in ihrer letzten Lebensphase vermitteln. „So können Ängste genommen oder gemindert werden, um den Weg für ein friedliches Sterben zu Hause, umgeben von Familie und Freunden, zu ermöglichen. 

Tod als Tabuthema

Früher war das normal, heute ist das leider selten geworden und hat den Tod zum Tabu gemacht“, so Petry. Weitere Inhalte sind Möglichkeiten der Schmerzlinderung und Überlegungen, wie der Abschied gestaltet werden kann. 

Außerdem werden verschiedene Hilfsnetzwerke vorgestellt und ausführlicher erläutert, was nach dem Versterben zu beachten ist. Auch Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht werden angesprochen, und natürlich bleibt Raum für Fragen. 

Die Leitung des Kurses übernimmt Bettina Petry gemeinsam mit zwei Mitarbeitern des MSHD. Die Teilnahme kostet 15 Euro. Möglich macht diesen geringen Beitrag ein Zuschuss des Main-Kinzig-Kreises, der damit unterstützen möchte, dass pro Kommune ein solcher Letzte Hilfe-Kurs angeboten wird. Der Betrag wird vor Ort entrichtet. Verbindliche Anmeldungen sind ab sofort möglich über den MSHD, Telefon 0 61 81/40 04 67 (in der Zeit zwischen 8.30 und 13 Uhr). Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare