Maintal

Amtsinhaber Sachtleber bewirbt sich nicht auf die Ausschreibung

Vor der Sitzung lächelte Ralf Sachtleber noch: Der Antrag der Grünen auf Wiederwahl des Amtsinhabers scheiterte in der Stadtverordnetenversammlung. Foto: Jan Max Gepperth

Maintal. Dass eine Mehrheit für die beantragte Wiederwahl des Ersten Stadtrats schwer zu finden sein würde, hatte sich bereits im Vorfeld der Stadtverordnetenversammlung abgezeichnet. Trotzdem kämpften Monika Vogel und Friedhelm Duch (beide Grüne) mit flammenden Appellen bis zum finalen Votum. Allerdings vergebens.

Von Martina Faust

42 der insgesamt 45 Stadtverordneten waren am Montagabend anwesend und stimmten über die Personalie ab. Genauer gesagt über den Antrag der Grünen für eine Wiederwahl des Amtsinhabers. Am Ende stand es 17:23 für dieses Ansinnen, bei zwei ungültigen Stimmen.

Damit ist entschieden, dass es 2020 einen neuen Ersten Stadtrat oder eine Erste Stadträtin geben wird. Denn Ralf Sachtleber macht im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich, dass er sich nicht auf eine Ausschreibung bewerben wird. „Nein, ich werde mich nicht wieder hintenan stellen“, erklärt er. Wozu auch? Der 58-Jährige, der gemeinsam mit Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) die Stadtspitze bildet, ist Realist genug, um den politischen Willen einzuordnen. Dieser sieht mit einer Mehrheit aus den Reihen von SPD, CDU und FDP vor, durch die Besetzung des Amtes neue Impulse, neue Perspektiven zu erhalten.

Böttcher sprach sich deutlich für den Amtsinhaber aus

Diesen Wunsch trugen die Fraktionen am Montagabend aber nicht auf dem Rücken des Ersten Stadtrats aus. „Es gehört sich nicht, sich an dieser Stelle negativ über seine Arbeit zu äußern“, betonte CDU-Chef Martin Fischer. Und auch SPD und FDP hatten sich dies auf die Fahnen geschrieben. Damit verließ Sachtleber zwar mit einer Niederlage, aber nicht beschädigt das Bürgerhaus Bischofsheim.

Dreh- und Angelpunkt der Aussprache war vielmehr die grundsätzliche Debatte über eine politische Schärfung im Hauptamt. Denn Monika Böttcher appellierte an die Fraktionen, sich für eine weitere Zusammenarbeit mit einem parteilosen Magistrat auszusprechen. „Es braucht in der Position des Ersten Stadtrats keinen Fraktionsangehörigen, sondern Erfahrung und Fachkompetenz“, betonte sie. Der Blick durch eine wie auch immer gefärbte Brille könne bedeuten, dass im Zuge einer ergebnisoffenen und sachorientierten Diskussion bestimmte Lösungen ausgeschlossen würden, befürchtet das Stadtoberhaupt, das seit dreieinhalb Jahren mit Ralf Sachtleber zusammenarbeitet. „Als Team“, wie sie betont. Hier befürchtet der WAM-Fraktionsvorsitzende Jörg Schuschkow, dass ein Stadtrat eingesetzt wird, „der in Opposition zur Bürgermeisterin installiert wird. Das führt zur Stillstand.“

Sachtleber bleibt bis mindestens 31. Dezember im Amt

Ob und welches Parteibuch der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Ralf Sachtleber tragen wird, ist offen. Ende September wird erstmals der Wahlvorbereitungsausschuss zusammenkommen, dem Jennifer Gutberlet, Jochen Spaeth und Tobias Lehnert (alle SPD), Werner Borger und Erik Schächer (beide CDU), Thomas Wörner und Christian Wolf (beide WAM), Klaus Gerhard (FDP) und Friedhelm Duch (Grüne) angehören, um die Ausschreibung der Stelle vorzubereiten und im späteren Verlauf Bewerbungen zu sichten und Gespräche mit potenziellen Kandidaten zu führen.

Ralf Sachtleber wird sich bis zum offiziellen Ende seiner Amtszeit am 31. Dezember – eventuell auch noch einige Zeit darüber hinaus, bis ein Nachfolger gewählt ist – „für die Belange der Stadt Maintal einsetzen“, wie er betont. Er kann nachvollziehen, „dass Politik mitregieren möchte“, auch wenn seine persönliche Meinung eine andere ist. Er hofft daher, dass die Stadtverordneten „nach sachlichen Erwägungen“ die beste Entscheidung für die Stadt Maintal treffen, eine Stadt, deren Entwicklung er in den zurückliegenden zwölf Jahren maßgeblich mitgestaltet und geprägt hat.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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