Für Toleranz und Verständnis

Ausländerbeirat organisiert gemeinsames Fastenbrechen im Ramadan

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Zum gemeinsam Fastenbrechen lädt der Ausländerbeirat ins evangelische Gemeindezentrum ein.

Der interkulturelle Austausch, die Förderung von Toleranz und Verständnis füreinander und tiefe Einblicke in den muslimischen Glauben: Das sind nur ein paar Ziele der Veranstaltung, die der städtische Ausländerbeirat derzeit plant.

Voraussichtlich im Mai lädt das Gremium zum großen, gemeinsamen Fastenbrechen ins evangelische Gemeindezentrum (EGZ) nach Dörnigheim ein. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses stellten dafür in ihrer Sitzung am vergangenen Mittwoch finanzielle Mittel in Höhe von 3000 Euro bereit. 

„Mit der Veranstaltung wollen wir ein Zeichen setzen“, erklärte Seyit Keceli. „Um zu zeigen, dass wir alle in Maintal friedlich zusammenleben.“ Keceli hatte am Mittwochabend den Vorsitzenden des Ausländerbeirats, Salih Tasdirek, vertreten, der an der großen Gedenkveranstaltung für die Opfer des Hanauer Anschlags vom 19. Februar teilnahm. 

3000 vom Ausschuss für die Veranstaltung

Gerade im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse in Maintals Nachbarstadt fand die Idee des Ausländerbeirats bei den Ausschussmitgliedern großen Anklang. „Wir begrüßen die Veranstaltung“, sagte etwa Karl-Heinz Kaiser (SPD). Wenngleich die Fraktion das vom Ausländerbei-at angedachte Datum, den 8. Mai, nicht angemessen finde. Ebenso sehen das auch die Grünen. „Wir würden uns für diese Feierlichkeit ein anderes Datum wünschen“, sagte Friedhelm Duch. Schließlich werde am Freitag, 8. Mai, bundesweit 75 Jahre Kriegsende gefeiert. 

Die Ausschussmitglieder stimmten schließlich dafür, die 3000 Euro für die Veranstaltung freizugeben, unter der Prämisse, dass diese nicht am 8. Mai stattfindet. Nicht ganz so begeistert von den Plänen des Ausländerbeirats war unterdessen die Wahlalternative Maintal (WAM). „Grundsätzlich begrüßen wir interkulturellen Austausch“, sagte Fraktionsvorsitzender Jörg Schuschkow. „Aber muss es unbedingt in Form eines religiösen Fests sein?“ 

Einladung an viele Maintaler Vereine und Organisationen

Laut Konzept des Ausländerbeirats sollen zur der Veranstaltung bis zu 80 Personen eingeladen werden, darunter Vertreter von Kirchengemeinden, aus Maintaler Vereinen, von der Feuerwehr sowie Hilfsdiensten und Lokalpolitiker. „An jedem Tisch soll mindestens oder ein Muslim sitzen, der den Sinn und Zweck des Fastens erklären kann. Darüber hinaus kommt man durch die vermischten Tischgruppen in den interreligiösen Dialog“, heißt es. Ziel der Veranstaltung sei die interreligiöse Verständigung. 

„Nicht-Muslimen werden Informationen über den muslimischen Glauben und tiefe Einblicke in muslimische Traditionen gegeben“, heißt es in dem Konzept, das der Ausländerbeirat dem Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt hat. 

Fastenbrechen nach Sonnenuntergang

Der islamische Fastenmonat Ramadan beginnt in diesem Jahr am Donnerstag, 23. April, und endet am Samstag, 23. Mai. Von Sonnenauf- bis Untergang dürfen Muslime in dieser Zeit weder Nahrung, noch Flüssigkeit zu sich nehmen. Nach Sonnenuntergang feiern viele Muslime anschließend gemeinsam das Fastenbrechen. Oft kommen dazu ganze Familien, Freunde und Nachbarn zusammen und feiern eine Art Fest.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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