In Bischofsheim

Belebung für die Ortsmitte: Arbeiten für Kunstwerk „Touching Voltage“ haben begonnen

Arbeiten beginnen: Mit dem Platz vor der evangelischen Kirche Bischofsheim ist ein neuer Standort für das Kunstwerk gefunden worden.
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Arbeiten beginnen: Mit dem Platz vor der evangelischen Kirche Bischofsheim ist ein neuer Standort für das Kunstwerk gefunden worden.

Auf dem Kirchplatz der evangelischen Kirchengemeinde Bischofsheim tut sich etwas. Baugeräte, Bauzäune und Paletten voller Pflastersteine sind seit einiger Zeit zu sehen. Der Grund? Die Vorbereitungen für das Kunstwerk „Touching Voltage“.

Maintal – Wie Pfarrer Jens Heller von der Kirchengemeinde erklärt, startet mit den Arbeiten nun „ein von langer Hand angelaufener Prozess“. Denn das Kunstwerk beschäftigt die Bischofsheimer bereits seit einiger Zeit. 2017 hat die Stadtleitbildgruppe „Maintal kulturell“ das Konzept der Förderung von Kunst im öffentlichen Raum in die politischen Gremien eingebracht. Im Rahmen dessen soll in den vier Maintaler Stadtteilen jeweils ein Kunstwerk entstehen, immer unter Bürgerbeteiligung.

Im Oktober 2018 konnten dann die Bürger über das Kunstwerk in Bischofsheim abstimmen, zehn der über 70 Vorschläge aus dem gesamten Bundesgebiet wurden in einer Ausstellung gezeigt. Die Entscheidung fiel auf das Werk „Touching Voltage“ von Anne Pfeifer. Dabei handelt es sich um ein interaktives Kunstwerk. Zwei sich kreuzende, sich also begegnende Metallrundbögen können von Personen, die die Bögen anfassen und sich an den Händen halten, mit Hilfe von LEDs zum Leuchten gebracht werden.

Das Kunstwerk stand bereits fest, doch der Standort entwickelte sich anschließend immer mehr zur Problemfrage. Denn ursprünglich sollte „Touching Voltage“ vor dem Bürgerhaus in Bischofsheim stehen. Da dort jedoch – wie mittlerweile entschieden – ein Neubau entstehen soll, musste ein anderer Standort her. Die Wahl fiel auf den Platz vor der evangelischen Kirche in Bischofsheim. „Wir waren sehr begeistert von dem Standort. Er ist sehr zentral, es kommen auch durch den Markt viele Leute vorbei“, sagt Gudrun Randt von der Stadtleitbildgruppe. Da das Kunstwerk für den Stadtteil entworfen wurde, sei ein Standort außerhalb Bischofsheims nie infrage gekommen, erklärt Randt weiter.

Ursprünglich sollte das Kunstwerk „Touching Voltage“ vor dem Bürgerhaus in Bischofsheim stehen. Aufgrund der Neubaupläne wurde diese Idee jedoch verworfen.

Die Entscheidung für den neuen Standort fiel bereits im Herbst 2019. Dass erst im Juni 2021 die eigentlichen Arbeiten beginnen, lag am Abstimmungsprozess zwischen Stadt und Kirche. Dieser ist nun aber abgeschlossen. Auch die Kirchengemeinde freut sich jetzt, ihren Teil zur Umgestaltung der Ortsmitte in Bischofsheim beisteuern zu können. „Das wird ein Platz zum wohlfühlen und macht die Ortsmitte wieder lebendig“, so Pfarrer Heller. Die Wiese vor der Kirche muss nun Pflastersteinen weichen. Kein Grund zur Trauer jedoch für Heller: „Die Wiese wurde sowieso eher als Hundeklo missbraucht.“

Für Randt ist der Standort vor der Kirche optimal: „Wie es dann endgültig wirkt, kann man sich noch nicht vorstellen. Mit der weißen Wand der Kirche haben wir einen ruhigen Hintergrund. Das wird gut“, ist sie sich sicher. Mit LED-Strahlern im Boden soll das Kunstwerk zusätzlich perfekt ausgeleuchtet werden. Bänke davor sollen zum Verweilen einladen. „Das kann Identifikation mit dem Stadtteil schaffen“, hofft Randt auf die Wirkung des Kunstwerks. Während der Platz vor der Kirche zunächst als Interimsstandort für fünf Jahre geplant war, geht Randt jetzt davon aus, dass das Kunstwerk dort auch seinen endgültigen Platz gefunden hat.

Eröffnet werden soll „Touching Voltage“ voraussichtlich im Juli. Corona-bedingt soll auf eine größere Veranstaltung verzichtet werden. Stattdessen sei jedoch ein Video zum gesamten Prozess in Planung, dass dann im Internet angeschaut werden kann. Und wenn das Kunstwerk erst mal steht, kann sich schließlich auch jeder Maintaler selbst vor Ort einen Eindruck verschaffen.

Von Michael Bellack

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