Briefwahl macht den Unterschied

Bürgermeisterwahl Maintal: 90 Stimmen waren entscheidend für direkten Wahlsieg

Über 17 000 Stimmzettel allein für die Bürgermeisterwahl mussten am Sonntag in Maintal ausgewertet werden. Wie die Ergebnisse zeigen, kann jede Stimme einen Unterschied machen.
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Über 17 000 Stimmzettel allein für die Bürgermeisterwahl mussten am Sonntag in Maintal ausgewertet werden. Wie die Ergebnisse zeigen, kann jede Stimme einen Unterschied machen.

Bei Wahlen zählt jede Stimme. Diese beliebte Floskel wird im Vorfeld jeder Wahl oft bemüht, wenn die Kandidaten auf Stimmenfang gehen. Dass darin eine Menge Wahrheit steckt, zeigt ein Blick auf die Zahlen zur Bürgermeisterwahl in Maintal.

Maintal - Der Vorsprung von Amtsinhaberin Monika Böttcher vor den anderen Kandidaten war von Beginn an groß, doch ob er groß genug für eine direkte Wiederwahl sein würde, blieb lange offen. Am Ende entschieden dann 0,52 Prozent der Stimmen darüber, dass sich Böttcher im ersten Wahlgang durchsetzt.

Mit 50,52 Prozent holte die Amtsinhaberin die absolute Mehrheit. Diese 0,52 Prozent verhinderten eine Stichwahl zwischen Böttcher und Götz Winter (CDU), der mit 28,5 Prozent die zweitmeisten Stimmen geholt hat. Exakt 17 307 gültige Stimmen wurden in Maintal abgegeben. Entscheidend für die direkte Wiederwahl waren demnach gerade einmal 90 Stimmen – viel knapper geht es kaum.

Bürgermeisterwahl: So haben die Maintaler Stadtteile gewählt

Den Ausschlag gab am Ende die Briefwahl, die zuletzt ausgezählt wurde und in der Böttcher die Konkurrenz weit hinter sich ließ. In insgesamt 31 Wahlbezirken wurde gewählt, zehn davon waren Briefwahlbezirke. In allen Wahlbezirken gewann Böttcher, jedoch fielen die Ergebnisse durchaus unterschiedlich aus. Wir werfen einen Blick in die Zahlen der vier Maintaler Stadtteile:

Dörnigheim: Der größte Maintaler Stadtteil wurde in insgesamt neun Wahlbezirke aufgeteilt. Nur in vier davon holte Böttcher über 50 Prozent der Stimmen, das beste Ergebnis in Dörnigheim fuhr sie im Wahlbezirk Maintalhalle IV mit 55,1 Prozent ein. Das schlechteste Ergebnis für die Bürgermeisterin gab es in der Maintalhalle II mit 43,5 Prozent. SPD-Kandidat Martin Spichal holte in zwei Wahlbezirken über 30 Prozent, im Wahlbezirk Maintalhalle I bekam der Sozialdemokrat nur 18 Prozent der Stimmen. Hier hatte Götz Winter sein stärkstes Ergebnis mit 33,5 Prozent.

Bischofsheim: Spannend sind die Ergebnisse aus Bischofsheim. Hier wurde in sieben Wahlbezirken gewählt. Böttcher konnte zwar alle gewinnen, schaffte es jedoch in keinem Bezirk über die 50-Prozent-Marke und blieb zum Teil deutlich darunter. Richtig knapp wurde es im Wahllokal im Familienzentrum Schillerstraße. Hier fuhr Böttcher ihr schlechtestes Ergebnis der gesamten Wahl ein (36,63 Prozent) und landete nur hauchdünn vor Spichal, der 35,83 Prozent der Stimmen bekam – gleichzeitig sein bestes Ergebnis. Auch Götz Winter schnitt in Bischofsheim stark ab und sammelte in drei Bezirken deutlich über 30 Prozent der Stimmen.

Hochstadt: Gewählt wurde von drei Bezirken im Bürgerhaus, die Ergebnisse fielen nahezu gleich aus. Mit 33,7 Prozent, 31,2 Prozent und 32,1 Prozent holte Winter in seinem Heimstadtteil starke Ergebnisse. Der Abstand zu Böttcher (52,2 Prozent, 51,7 Prozent und 48,5 Prozent) fiel jedoch weiter deutlich aus. Für Spichal gab es in Hochstadt dementsprechend wenig zu holen, 17,5 Prozent waren dort sein bestes Ergebnis.

Wachenbuchen: Die Wahlberechtigten aus den zwei Bezirken im kleinsten Maintaler Stadtteil gingen im Bürgerhaus wählen. Mit jeweils rund 38 Prozent war hier die Wahlbeteiligung von den 31 Wahlbezirken am höchsten. Die beiden unterlegenen Konkurrenten Spichal und Winter lagen hier nahezu gleichauf bei rund 26 Prozent. Der Löwenanteil der Stimmen ging auch in Wachenbuchen an Böttcher.

Briefwahl: Knapp 10 000 Wähler haben laut Stadt Maintal Briefwahlunterlagen angefordert. Unter ihnen vor allem Unterstützer von Amtsinhaberin Böttcher, die in der Briefwahl mit weitem Abstand am besten abschnitt. Nur in einem von zehn Bezirken erhielt sie mit 48,8 Prozent weniger als die Hälfte der Simmen. In allen anderen lag Böttcher deutlich über dieser Marke und mehrfach nur knapp unter 60 Prozent. Das deutlichste Ergebnis gab es im Briefwahlbezirk 4 (59 Prozent). Winter konnte in drei Briefwahlbezirken über 30 Prozent der Stimmen sammeln. Wenig Stimmen holte daher Spichal, der nur in einem Wahlbezirk über 20 Prozent landete. Mit 12,8 Prozent fuhr er in Briefwahlbezirk 6 sogar das schlechteste Ergebnis aller Kandidaten ein.

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