Wahl am 26. September

Bürgermeisterwahl Maintal: Amtsinhaberin Monika Böttcher tritt wieder an

Will die positive Entwicklung der Stadt Maintal weiter als deren Bürgermeisterin vorantreiben: Monika Böttcher. Sie ist die erste, die ihren Hut für die Wahl im September in den Ring geworfen hat.
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Will die positive Entwicklung der Stadt Maintal weiter als deren Bürgermeisterin vorantreiben: Monika Böttcher. Sie ist die erste, die ihren Hut für die Wahl im September in den Ring geworfen hat.

Am 26. September wählen die Maintaler nicht nur den neuen Bundestag, sondern auch einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin. Die erste Kandidatin steht jetzt fest: Monika Böttcher. Sie habe sich, gesteht die Amtsinhaberin im Gespräch mit unserer Zeitung, seit geraumer Zeit Gedanken bezüglich einer erneuten Kandidatur gemacht. Jetzt ist es offiziell.

Maintal - „Ich möchte die Aufgaben und Projekte, die ich begonnen habe, umsetzen. Und ich möchte nicht nur in den guten Jahren Bürgermeisterin sein, sondern auch in den schwierigen“, sagt die 53-Jährige mit Nachdruck. Corona und die wirtschaftliche Entwicklung haben überall in Deutschland ihre Spuren hinterlassen – auch in Maintal.

Nach einigen Jahren, in denen die 42 000-Einwohner-Stadt Maintal einen Überschuss verzeichnete, ist die Gewerbesteuer zuletzt eingebrochen. Statt der kalkulierten 20 Millionen Euro stehen 2021 nur 16 Millionen Euro zur Verfügung (wir berichteten). „Wir können das kompensieren, müssen auf lange Sicht aber anders haushalten“, ist sich Böttcher sicher. Ihr Verständnis von Verantwortung sei es, ebendiese jetzt zu übernehmen.

Maintal: Böttcher hat sich 2015 in der Stichwahl durchgesetzt

Die studierte Politikwissenschaftlerin war 2015 als parteilose Kandidatin angetreten. In der Stichwahl gegen Sebastian Maier (SPD) holte sie 51,8 Prozent der Stimmen und trat das Amt am 1. Januar 2016 an - nach 18 Jahren Erhard Rohrbach (CDU) als Verwaltungschef. Böttcher ist in Mannheim geboren. Seit 2006 lebt die Mutter von Zwillingssöhnen, die erst vor Kurzem ihren 18. Geburtstag gefeiert haben, in Maintal. Sie schätzt die Stadt vor den Toren der Metropole Frankfurt, ist gerne draußen - am Main oder mit dem Fahrrad unterwegs. Den Naturraum hier bezeichnet sie als „wertvoll“.

Bis zur Kandidatur hat sie von 1998 an ihre eigene Kommunikationsagentur geleitet, die sich auf interne und externe Kommunikation von Unternehmen und Institutionen spezialisiert hatte. Von 2009 an war die Wahl-Maintalerin ehrenamtliche Kinderbeauftragte der Stadt. Der Nachwuchs und die soziale Infrastruktur sind nach wie vor ihre Themen. Böttcher ist auch Dezernentin für den Fachbereich „Kinderbetreuung“, hat aber auch die Hauptverwaltung, das Thema Finanzen und die Stadtentwicklung unter sich.

Bürgermeisterin Böttcher stolz auf Familienzentrum und Kitas

Sie ist stolz, dass das Familienzentrum Eichenheege in ihrer Amtszeit geplant, gebaut und umgesetzt wurde. Hier ist neben dem Büro der Kindertagespflege auch eine Kita untergebracht. Wenn die Corona-Situation es zulässt, soll auch die hier beheimatete Familienbildungsstätte ihren Betrieb aufnehmen. „Wir haben die Infrastruktur geschaffen, bevor das Wohngebiet fertig war“, so Böttcher. Vorangetrieben hat sie auch die Erweiterung und den Ausbau bestehender Einrichtungen wie der Kita Ahornweg oder Ludwig-Uhland-Straße. Eine weitere neue Kita soll Ende des Jahres in der Rhönstraße fertiggestellt werden. Der letzte Kita-Neubau liegt immerhin mehr als zwei Jahrzehnte zurück.

Monika Böttcher beschreibt sich selbst als kooperative Chefin. Ihre Verwaltung zählt mehr als 600 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. „Ich arbeite gut mit dem Personalrat zusammen und schätze meine Verwaltung“, erklärt sie, „hier sitzt die Fachkompetenz, die ich zu Rate ziehen muss. Dann heißt es abwägen und entscheiden.“ Über die Stadtgrenze hinaus wird sie als Kollegin geschätzt, die sachbezogen arbeitet und souverän agiert.

Bürgermeisterin musste Flüchtlings-Krise und Corona-Krise meistern

Haben die sechs Jahre als Rathauschefin etwas mit ihr gemacht? Die 53-Jährige lacht. „Die Zeit hat mich um viele Erfahrungen reicher werden lassen. Und die Lernkurve war natürlich enorm.“ Als Böttcher ins Amt kam, mussten im ganzen Main-Kinzig-Kreis Flüchtlinge untergebracht und betreut werden – auch in Maintal. Die Rathauschefin hat – ohne langes Zögern – eine Integrationsbeauftragte als Stabsstelle eingerichtet.

Nach dem Anschlag vom 19. Februar 2020 in Hanau, bei dem auch ein Maintaler Bürger ermordet wurde, sagte Böttcher kurzerhand den Faschingsumzug. Für sie eine Haltungsfrage, die ihr aber auch reichlich Kritik aus der Bürgerschaft einbrachte. Auch in der Corona-Pandemie waren Krisenmanagement und gute Kommunikation gefragt. Herausforderungen wie diese haben sie wachsen lassen.

„Als Bürgermeisterin braucht man kein Parteibuch“

Das parteilos sein nicht immer einfach ist, weiß Monika Böttcher ganz genau. Im Parlament steht sie ohne eigene Fraktion im Rücken Rede und Antwort. Sie ist sich sicher: „Für die Aufgabe der Bürgermeisterin braucht man kein Parteibuch. Man muss Generalist sein, moderieren können und Brücken bauen statt zu polarisieren.“

Und so wird sie auch den nächsten Wahlkampf selbst finanzieren. Wie viele persönliche Begegnungen der Wahlkampf, der sicher erst nach den Sommerferien eingeläutet wird, zulassen wird, bleibt abzuwarten. Alternativ wird die Kommunikationsfrau auf Online-Formate setzen, obwohl ihr echte Treffen lieber wären. „Bei den Menschen zu sein, hat für mich viel mit Wertschätzung zu tun.“

Von Yvonne Backhaus-arnold

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