50,5 Prozent der Stimmen

Bürgermeisterwahl Maintal: Böttcher siegt im ersten Wahlgang - „Eine starke Leistung“

Die alte und neue Bürgermeisterin: Monika Böttcher hat sich mit 50,5 Prozent der Stimmen deutlich gegen ihre Mitbewerber durchgesetzt und bleibt sechs weitere Jahre Rathauschefin in Maintal.
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Die alte und neue Bürgermeisterin: Monika Böttcher hat sich mit 50,5 Prozent der Stimmen deutlich gegen ihre Mitbewerber durchgesetzt und bleibt sechs weitere Jahre Rathauschefin in Maintal.

Die Entscheidung fiel spät und sie fiel denkbar knapp aus: Amtsinhaberin Monika Böttcher (parteilos) hat sich bei der Bürgermeisterwahl im ersten Wahldurchgang gegen ihre Konkurrenten Götz Winter (CDU) und Martin Spichal (SPD) durchgesetzt. Mit 50,5 Prozent erhielt Böttcher die Mehrzahl der Stimmen und geht damit einer Stichwahl aus dem Weg.

Maintal - Um 1.49 Uhr fiel in der Nacht zum Montag die endgültige Entscheidung. Dann war auch der letzte Briefwahlbezirk ausgezählt. Böttcher verfolgte die Wahl von zu Hause im Kreise der Familie. „Der deutliche Vorsprung hatte sich ja schon früh abgezeichnet, dass es dann über 50 Prozent wurden, ist einfach ein schönes Gefühl“, freut sich Böttcher.

Dass die Wiederwahl bereits im ersten Anlauf geklappt hat, sei eine „starke Leistung“. Schon in der Nacht erreichten sie die ersten Glückwünsche, der Reigen an Nachrichten auf allen Kanälen nahm auch am Montag kaum ab. „Das war eine kurze Nacht“, sagte Böttcher am Montag.

Böttcher wirbt für mehr Zusammenarbeit in der Politik

Das deutliche Ergebnis ist für sie eine Bestätigung ihrer Arbeit in den vergangenen sechs Jahren. Bereits in den Gesprächen mit den Bürgern hätten diese festgestellt, dass sich Maintal an vielen Stellen positiv verändert habe. „Das ist den Menschen aufgefallen“, sagt Böttcher. Viele fühlten sich von ihr als Bürgermeisterin angenommen und wertgeschätzt. Ihr Wahlkampf sei authentisch gewesen, viele Maintaler aus unterschiedlichen Lebensbereichen haben Böttcher unterstützt.

Viel Zeit zum Feiern hatte Böttcher indes nicht, am Montag stand der normale Arbeitstag als Bürgermeisterin auf dem Programm. Ohnehin geht der Blick bereits nach vorne. Viele Projekte stehen an. „Wir sind noch nicht fertig“, sagt die alte und neue Rathauschefin. Sie hofft, dass die politische Zusammenarbeit in Zukunft mehr durch ein Miteinander als durch ein Gegeneinander geprägt sein wird. „Eine Politik gemeinsam für die Stadt tut allen gut. Dafür möchte ich werben“, so Böttcher.

CDU-Kandidat Winter sieht Niederlage sportlich

Für CDU-Kandidat Götz Winter endete der Wahlabend dagegen mit einer Enttäuschung. Mit 28,5 Prozent der Stimmen ließ er zwar SPD-Mann Martin Spichal (21 Prozent) hinter sich, der Abstand zu Böttcher war jedoch bereits von Beginn an deutlich. „Natürlich tritt man an, um zu gewinnen“, sagte Winter am Morgen nach der Wahl. „Wir haben den Wählern ein Angebot gemacht, die Wähler haben entschieden und das gilt es zu respektieren.“

CDU-Kandidat Götz Winter nahm die Wahlniederlage sportlich.

Gründe für die Niederlage seien schwer zu benennen, Amtsinhaberin Böttcher habe durch die sechs Jahre als Bürgermeisterin bereits eine große Bekanntheit, die sich neue Kandidaten erst erarbeiten müssen. Und auch das generell schlechte Abschneiden der CDU dürfte eine Rolle gespielt haben. „Der Rückenwind aus Berlin war mehr eine Ebbe, das hat man gemerkt“, so Winter.

Den Wahlabend verbrachte Winter zunächst bei der Wahlparty von Katja Leikert. Anschließend versammelte Winter seine Unterstützer und sein Wahlkampfteam bei sich zu Hause, um gemeinsam die Ergebnisse zu verfolgen.

Winter lobt CDU-Team für Wahlkampf

„Einige haben bis ganz zum Schluss ausgehalten“, schmunzelt Winter, der sich eine Stichwahl gewünscht hätte. Entsprechende Vorbereitungen für einen erneuten Schlussspurt im Wahlkampf wurden bereits getroffen. Für sein Team fand Winter nur lobende Worte. Die Stimmung sei hervorragend, die CDU sei noch einmal zusammengewachsen und habe sogar neue Mitglieder gewinnen können.

Der Kommentar zur Bürgermeisterwahl: Jetzt müssen den Worten auch Taten folgen

Auch der Wahlkampf habe ihm trotz all des Stresses und der Terminhatz viel Spaß gemacht: „Ich hatte viele tolle Begegnungen, habe Ecken in Maintal kennengelernt, in denen ich noch nie war, und habe Menschen kennengelernt, mit denen ich sonst wohl nicht ins Gespräch gekommen wäre“, sagt der Jurist.

SPD-Kandidat Spichal kritisiert Böttcher

Martin Spichal (SPD) zeigte sich vom Ausgang der Wahl überrascht. „Ich hatte mit einer Stichwahl gerechnet“, sagt er. Die Wahl zeige, dass es sich bei der Bürgermeisterwahl um eine Personenwahl handele. Inhalte würden in den Hintergrund rücken, so Spichal. „Ich sehe keine Ideen bei der Amtsinhaberin und erwarte auch keine“, kritisiert er. Für die Weiterentwicklung von Maintal komme es nun auf die Ideen der Kooperationspartner CDU, SPD und FDP an. Mit seinem eigenen Abschneiden zeigte sich Spichal nicht unzufrieden. Er habe einen Zieleinlauf in dieser Größenordnung erwartet, so der SPD-Kandidat.

Von Michael Bellack

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