Zurückhaltung bei den Kandidaten / Nur CDU in den sozialen Medien aktiv

Bürgermeisterwahl Maintal: Noch herrscht Zurückhaltung bei den Kandidaten

Der Kampf um das Rathaus hat in Maintal noch nicht so richtig begonnen. Viele Inhalte der Kandidaten sind bisher nicht bekannt. Archiv
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Der Kampf um das Rathaus hat in Maintal noch nicht so richtig begonnen. Viele Inhalte der Kandidaten sind bisher nicht bekannt. Archiv

Maintal – In sechs Wochen wird in Maintal gewählt. Gleich zweimal. Zum einen stehen die Wahlurnen zur Bundestagswahl bereit, zum anderen wird in Maintal ein Stadtoberhaupt gewählt. Während der Wahlkampf auf Bundesebene schon in vollem Gange ist, tut sich in Sachen Bürgermeisterwahl in Maintal bisher wenig.

Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie und die Erfahrungen der Kommunalwahl ist klar, dass Wahlkampf weniger vor der Haustür, sondern vor allem digital stattfindet. In den sozialen Medien tut sich bisher einzig die CDU hervor, Kandidat Götz Winter postet auf seiner eingerichteten Wahlkampfseite regelmäßig Bilder von Besuchen bei Firmen, bei Sportevents oder auch zuletzt bei der mobilen Version der Wachenbucher Kerb. Kurze Beschreibungen, die passenden Hashtags, professionelle Fotos – in Sachen Social Media scheint Winter den Ton anzugeben, da er auch in den bekannten Maintaler Diskussionsforen omnipräsent ist und den Dialog mit den Bürgern sucht. Unterstützt wird er dabei von den Parteikollegen, die – das ist nichts Neues – passend dazu nicht mit Kritik an Amtsinhaberin Monika Böttcher (parteilos) sparen.

Böttcher wiederum ist auf Facebook bisher nur auf ihrer offiziellen Seite als Bürgermeisterin aktiv. Anfang August erklärte sie, auf dieser Seite nur Beiträge zu Anlässen und Themen in Ausübung ihres Amtes als Bürgermeisterin zu posten. Für ihre Kampagne zur Wiederwahl wolle sie eine eigene Seite erstellen, bisher ist das jedoch nicht geschehen. Zuletzt wurden Vorwürfe laut, die Bürgermeisterin trenne den Wahlkampf nicht sauber von ihrem Amt.

Beinahe völlige Funkstille im Netz herrscht bei der SPD. Am 14. Juli präsentierten die Sozialdemokraten mit Martin Spichal einen Überraschungskandidaten. Kommuniziert wurde die Kandidatur einzig auf der Facebook-Seite der SPD, eine offizielle Pressemitteilung gab es nicht. Im Netz ist daher nur ein Artikel zur Kandidatur zu finden – der von unserer Zeitung. Und auch wer sich über die Website der SPD informieren will, erfährt nicht, dass die Sozialdemokraten überhaupt einen Kandidaten stellen. Weder prominent auf der Startseite, noch sonst wo auf der Website ist die Bürgermeisterwahl bisher ein Thema. Der letzte Beitrag unter dem Punkt „Aktuelles“ behandelt Anträge zur Stadtverordnetenversammlung am 1. Juni.

Gesprächsrunde zur Bürgermeisterwahl

Am 16. September veranstaltet unsere Zeitung eine Online-Gesprächsrunde mit den drei Bürgermeisterkandidaten. Auf eine Podiumsdiskussion mit Publikum im klassischen Sinne verzichten wir aufgrund der Corona-Pandemie. Dennoch möchten wir unseren Lesern und allen Bürgern Gelegenheit geben, sich ein Bild von den Kandidaten zu machen. Die moderierte Diskussion wird auf Facebook live übertragen und auch im Nachhinein noch abrufbar sein. Dabei haben die Zuschauer die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Bereits im Vorfeld können Fragen zu den Kandidaten und politischen Themen in Maintal per E-Mail an redaktion@maintaltagesanzeiger.de gesendet werden. 

Dass Spichal, wie die beiden anderen Kandidaten auch, in Maintal präsent ist und Wahlkampf betreibt, lässt sich in den sozialen Medien bisher ausgerechnet nur aus gemeinsamen Bildern mit CDU-Kandidat Winter ableiten. Die Notwendigkeit, dieses Engagement selbst zu kommunizieren, scheint man bei den Sozialdemokraten noch nicht zu sehen.

Und auch in Sachen Wahlkampfinhalten herrscht bisher noch Zurückhaltung in der Kommunikation. Einzig die CDU verschickte bisher Mitteilungen an die Presse, neben einem Besuch bei der Feuerwehr wurden die Bauprojekte in Maintal thematisiert, ein Kernthema von Kandidat Winter, das zuletzt durch die Planungen für Dörnigheim hohe Wellen schlug (wir berichteten).

Der bisher etwas lahmende Wahlkampf kann natürlich auch den Sommerferien geschuldet sein. Bedenkt man aber, dass es nach Ende der Ferien nur noch vier Wochen bis zur Wahl sind, verwundert die bisherige Zurückhaltung. Zumal die Zahl der Briefwähler aufgrund der Corona-Pandemie zuletzt angestiegen ist und viele Maintaler somit ihr Kreuz schon einige Zeit vor der Wahl setzen könnten.

Von Michael Bellack

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