Wahl am 26. September

Bürgermeisterwahl Maintal: Zurückhaltung bei den Parteien - Bisher keine weiteren Kandidaten

Den Blick auf das Rathaus scheuen die Maintaler Parteien und Wählergemeinschaften noch. Im September wird gewählt, derzeit ist nur die Kandidatur von Amtsinhaberin Monika Böttcher offiziell.
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Den Blick auf das Rathaus scheuen die Maintaler Parteien und Wählergemeinschaften noch. Im September wird gewählt, derzeit ist nur die Kandidatur von Amtsinhaberin Monika Böttcher offiziell.

Vor zwei Wochen hat Amtsinhaberin Monika Böttcher ihre erneute Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Maintal bekannt gegeben. Offizielle Gegenkandidaten gibt es bisher noch nicht, die Maintaler Parteien halten sich derzeit bedeckt.

Maintal – In Reihen von CDU, SPD und FDP liegt das vor allem an den derzeitigen Gesprächen zur Koalitionsbildung. „Darauf liegt unser kompletter Fokus, alles andere ist erst einmal im Hintergrund“, erklärt CDU-Fraktionschef Götz Winter. Ähnlich sieht es bei der SPD aus. Dennoch habe man sich im Vorstand bereits Gedanken gemacht, sagt Fraktionsvorsitzender Sebastian Maier. Offiziell bestimmt werden könne ein Kandidat der Sozialdemokraten nur von der Mitgliederversammlung.

Die könne aufgrund der Statuten nicht digital stattfinden und sei deshalb für Mitte Juni geplant. „Als SPD haben wir immer den Anspruch, einen Kandidaten zu stellen“, so Maier, der 2015 für die SPD ins Rennen gegangen war und in der Stichwahl gegen Böttcher verloren hatte. Dass die Amtsinhaberin erneut kandidiert, sei keine Überraschung, findet Maier, der Böttcher eine „ernüchternde Leistungsbilanz“ attestierte: „Es sind viele Erwartungen geweckt worden, nur wenige davon wurden erfüllt.“

Bürgermeisterwahl Maintal: FDP hält sich alle Türen offen

Beim möglichen Koalitionspartner FDP gebe es durchaus abweichende Meinungen zu Amtsinhaberin Böttcher. Man werde daher nicht zwingend einen Kandidaten stellen, sagt Fraktionschef Thomas Schäfer: „Es ist noch alles offen, wir haben noch keine abschließende Meinung. Man muss schauen, ob es sinnhaft ist, vielleicht Kräfte zu bündeln. Vielleicht kommen wir auch zu der Meinung, dass es keinen Grund für einen Wechsel gibt.“

Als Amtsinhaberin habe Böttcher bei der Wahl zumindest „gute Startbedingungen“, findet Schäfer. Viel hänge jedoch vom möglichen Kandidatenfeld ab. „Da kann es durchaus eng werden.“ Bei der Wahl 2015 hatte FDP-Kandidat Klaus Gerhardt rund 14 Prozent der Stimmen geholt.

Noch keine Entscheidung bei den Maintaler Grünen

„Alles offen“ ist derzeit auch bei den Grünen. „Wir befinden uns im Diskussionsprozess“, sagt Fraktionsvorsitzende Monika Vogel. Bei der Kommunalwahl holten die Maintaler Grünen bekanntlich 21,9 Prozent der Stimmen und wurden zweitstärkste Kraft in Maintal. Ein Ergebnis, dass eigentlich auch für die Bürgermeisterwahl Mut machen könnte. Für Vogel bringt diese aber „viele Unwägbarkeiten“ mit, da in Maintal zeitgleich mit der Bundestagswahl gewählt wird.

Sie geht daher davon aus, dass viele Menschen wählen gehen werden. „Vielleicht wählen diese dann eher nach den Parteien“, mutmaßt Vogel. Ob das ein Vor- oder Nachteil sein könnte, ließ sie offen. Für die Grünen hatte bei der letzten Wahl Friedhelm Duch kandidiert (7 Prozent).

AfD in Maintal wird keinen Kandidaten stellen

Noch keine Entscheidung getroffen hat die Wahlalternative Maintal (WAM). Wie die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jana Freund mitteilte, gebe es derzeit keine Kandidaten. In der kommenden Woche wird das Thema noch einmal in der Fraktionssitzung besprochen.

Definitiv keinen Kandidaten stellen werden die neuen Maintaler Fraktionen „GEMEINSAM“ und die AfD. „Wir sind von der Personaldecke noch nicht so weit, eine Kandidatur soll ja auch Sinn ergeben. Wir haben keine entsprechend qualifizierten Kandidaten für das Amt“, erklärt Erich Albrecht (AfD). Er geht davon aus, dass die größeren Parteien Kandidaten stellen werden. „Frau Böttcher macht das ja auch ganz gut“, so Albrecht.

Neue Fraktion will Kandidaten unterstützen

„Von unserer Seite wird es keinen Kandidaten geben“, erklärte auch Salah Talbi von „GEMEINSAM“. Dennoch werde die neue Liste sich für einen Kandidaten entscheiden und diesen unterstützen. „Wir haben immerhin fünf Prozent der Stimmen geholt, das sollte man nicht unterschätzen“, so Talbi. Wen die neue Liste unterstützen wird, sei vollkommen offen: „Wir schauen uns die Kandidaten an und werden dann entscheiden.“

Auch über eine mögliche Kandidatur eines parteilosen Bewerbers ist vier Monate vor der Wahl noch nichts bekannt.

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