Corona-Krise

Kein Ticketverkauf beim Fahrer: HSB plädiert für verbundweite Regel – Maintal drückt Auge zu

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Der Fahrerbereich in den Bussen ist gesperrt. Fahrkarten müssen woanders gekauft werden.

Busfahrkarten können seit einigen Tagen nicht mehr beim Fahrer gekauft werden. Um vor einer Ansteckung mit Corona zu schützen, erfolgt der Ein- und Ausstieg nur noch über die hintere Tür.

Doch was sollen ältere, nicht-mobile Menschen machen, wenn der nächste Fahrkartenautomat weit weg ist, fragt sich Lena Rosenberg aus Maintal. Bisher gibt es keine allgemeine Kulanzregelung wie bei der Deutschen Bahn. Das könnte sich bald ändern. 

Lena Rosenberg sorgt sich um ihren 85-jährigen Großvater. „Er muss regelmäßig nach Hanau. Dort kommt er nur mit dem Bus hin. Für ihn kommen App und Online-Shop nicht infrage“, sagt die Maintalerin. Und der nächste Fahrkartenautomat sei am Maintaler Ost-Bahnhof – ziemlich weit weg für den Senior. „Nun liegt es an mir und meiner Familie, meinem Opa ein Busticket zu besorgen oder ihn selbst dorthin zu fahren“, moniert Rosenberg. Was aber, wenn jemand keine Verwandten hat, die ihn mit Tickets versorgen können? 

Maintal hat eine Kulanzregelung

Beim Stadtverkehr Maintal (SVM) gibt es für solche Härtefälle immerhin eine Kulanzregelung. „Fahrgäste, die jedoch in Frankfurt oder Hanau umsteigen, müssen aber spätestens dort einen Fahrschein für die Weiterfahrt erwerben“, erläutert Stadtsprecherin Martina Faust. 

Auf HA-Nachfrage erläutert die Pressestelle der Stadt Hanau, dass im RMV und damit auch bei der HSB grundsätzlich eine Fahrscheinpflicht besteht. Das bedeutet: Wer sich per Internet zum Fahrtantritt zunächst keine Fahrkarte kaufen kann, sei dazu verpflichtet, sich unterwegs eine zu besorgen. Das sei an allen Hanauer Bahnhöfen möglich: Hauptbahnhof, Wilhelmsbad, West, Nord, Klein-Auheim, Großauheim, Steinheim. Zusätzlich sollen ab April Freiheits- und Marktplatz mit jeweils zwei Automaten hinzukommen. 

Mehr Informationen im Internet

Die HSB-Vorverkaufsstellen, die noch geöffnet haben, vertreiben ausschließlich Zeit- und Tagestickets, keine Einzelfahrscheine. „Die HSB ist wegen der Kulanzfrage in engem Kontakt mit dem RMV, in dessen Auftrag die HSB das Fahrgeld vereinnahmt. Der RMV arbeitet derzeit an einer verbundweiten Regel. Die HSB hält es für grundsätzlich unzumutbar, auf einem Fahrschein zu bestehen, wenn es unverhältnismäßig ist, sich auf dem Fahrweg ein Ticket zu besorgen“, so die eindeutige Haltung seitens der HSB. Die Regionalverkehr Main-Kinzig GmbH weist ebenfalls darauf hin, dass grundsätzlich für die Fahrt ein Ticket zu lösen ist. „Uns ist bewusst, dass dies insbesondere eine ältere Zielgruppe vor Probleme stellen kann. In dem Fall sollte das Ticket bei der nächstmöglichen Gelegenheitdann gelöst werden“, erklärt eine Sprecherin.

Infos Bei Fragen zum Ticketkauf hat der RMV folgende Service-Nummer eingerichtet: 0 69/24 24 80 24. Sie ist rund um die Uhr erreichbar. Weitere Informationen erhalten Fahrgäste auch im Internet. ›› kreiswerke-main-kinzig.de ›› rmv.de ›› hsb.de

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