Maintal

Dicke Buche: Anwohner am Sportplatz wollen Taten sehen

Die Lärmschutzwand schützt aus Sicht zahlreicher Anwohner kaum oder gar nicht vor dem Lärmn der spielenden Fußballer. Außerdem wollen die Anlieger, dass kontrolliert wird, wer am Abend auf die Anlage kommt. Deshalb soll das Restaurant umzäunt werden. Foto: Christian Balke

Maintal. Auf der jüngsten Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung, Energie und Klimaschutz wurde die Tagesordnung um den Antrag 1438/2019 erweitert. Die SPD-Fraktion fordert in dem Papier unter anderem die Erweiterung der Lärmschutzwand an der 2018 eröffneten Sportstätte Dicke Buche.

Von Christian BalkeIn dem Antrag, für den der SPD-Fraktionsvorsitzende Sebastian Maier verantwortlich zeichnet, wird der Magistrat aufgefordert, die Erweiterung der Lärmschutzwand auf der Sportstätte Dicke Buche zu prüfen. Außerdem solle der Magistrat auf der im Oktober 2018 eingeweihten Sportanlage der Vereine FC Germania 08 und Dörnigheimer Sportverein sicher stellen, dass keine Unbefugten die Platzanlage betreten, was speziell für Zeiten außerhalb von Training und Wettkämpfen gelte.

Mit großem Interesse verfolgten Anwohner vom Erlenweg, der an die Sportanlage grenzt, die Diskussion, die sich zum Thema zwischen den Fraktionen und der Bürgermeisterin Monika Böttcher entwickelte. Böttcher wohnte der Sitzung anstelle ihres Ersten Stadtrates Ralf Sachtleber bei, der zur Zeit in Urlaub ist.

Ballnetze fehlen

Aus dem Plenum, speziell den Reihen der SPD und der WAM, musste sich die erste Frau der Stadt einen ganzen Katalog von mutmaßlichen Mängeln bei der rund sechs Millionen Euro teuren, schmucken Sportanlage aufzählen lassen. So sei der laut Baurecht einzuhaltende Abstand von den Grundstücksgrenzen zu den Sportanlagen teilweise deutlich knapper als vorgesehen.

Außerdem würden Ballnetze fehlen, die das Knallen der Bälle vor die umgebenden Zäune verhindern würden. Die Zäune seien teilweise zu niedrig, genervten Anwohnern würden ständig Bälle in die Vorgärten fliegen. „Man hätte es so alles nicht bauen dürfen“, sagte etwa Christian Wolf von der Wahlalternative Maintal.

Die anwesenden Anwohner gaben zu bedenken, dass ein vom Ersten Stadtrat in Auftrag gegebenes Lärmgutachten – das vierte insgesamt – aus ihrer Sicht unsachgemäß erstellt worden sei. Von der Bürgermeisterin wollten die Anwohner dennoch den Inhalt des Gutachtens erfahren, „Ja, ich kenne das Gutachten“, sagte Bürgermeisterin Böttcher. In Abwesenheit des Ersten Stadtrats, der federführend gewesen sei bei der Planung der Neugestaltung der Sportanlage, werde sie über die Ergebnisse aber nicht öffentlich reden.

Doch nicht genug der Kritik: Der Gastronomiebetrieb, hieß es weiter, müsse durch einen Zaun von der Sportanlage getrennt werden, weil die Kinder der Gäste auch in den Abendstunden lärmend auf den Plätzen spielten: „Obwohl sie nicht Mitglieder der Vereine sind“, sagte SPD-Ausschuss-Mitglied Helmut Wassermann, der gleichzeitig Vorsitzender des Dörnigheimer Sportvereins ist.

Vereine haben Hausrecht

Überhaupt, sagte Wassermann, könnten in den Abendstunden immer wieder Eindringlinge auf, aus seiner Sicht, unzureichend gesicherte Anlage kommen: „Meine Aufgabe ist es jedenfalls nicht, Kinder zu verscheuchen“, sagte Wassermann in Anspielung auf die Forderung einer geplagten Anwohnerin. Die Lösung müsse vom Magistrat kommen, dem er, Wassermann, sogar Willkür vorwarf. An diesem Punkt war dann die Leidensfähigkeit von Bürgermeisterin Böttcher ausgereizt, die dies nicht auf sich und ihrem Ersten Stadtrat sitzen ließ: „Herr Wassermann, den Begriff der Willkür muss ich hier auf das Schärfste zurückweisen!“

Anwohner Frank Belk (rechts) auf Ortsbegehung mit (von links) Helmut Wassermann, Sebastian Maier und Nachbar.

Das Hausrecht, sagte Böttcher, hätten schließlich die Vereine und deren Vertreter. Vor dem Hintergrund verstehe sie gar nicht, warum sich Wassermann in seiner Eigenschaft als Vereinsvorsitzender weigere, Ruhestörer selbst der Anlage zu verweisen: „Wir haben ihnen die Schlüssel übergeben!“ Zumal alle Maßnahmen beim Umbau der Anlage unter Beteiligung der Vereine stattgefunden hätten, sagte die Bürgermeisterin weiter.

Den Vorschlag, den nahe gelegenen Bolzplatz für nicht vereinsgebundene Jugendliche in Stand setzen zu lassen, nahm die Bürgermeisterin auf. Ebenso zur Kenntnis nahm sie die Ankündigung eines Anwohners. Der sagte, er ziehe es in Erwägung, den Betrieb der Sportanlage juristisch stoppen zu lassen: „Wenn die Stadt die Missstände nicht zügig abstellt.“

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