Maintal bei Offenbach

Die Fähre MS Dörnigheim ist zurück: Wie kommt sie zukünftig zum Einsatz?

Bald könnte sie ohne Seile wieder über den Main schippern: Die MS Dörnigheim hat am Bootshafen Mainkur einen Ehrenplatz bekommen. Ihr neuer Eigentümer hat schon viele Ideen, wie sie wieder zum Einsatz kommen kann.
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Bald könnte sie ohne Seile wieder über den Main schippern: Die MS Dörnigheim hat am Bootshafen Mainkur einen Ehrenplatz bekommen. Ihr neuer Eigentümer hat schon viele Ideen, wie sie wieder zum Einsatz kommen kann.

Die MS Dörnigheim liegt wieder in Maintal bei Offenbach an. Ihr neuer Eigentümer hat viele Ideen, wie sie künftig zum Einsatz kommen kann.

Maintal – Sie ist zurück! Die MS Dörnigheim hat wieder an ihrem Heimatufer in Maintal angelegt, nun liegt sie nicht weit von ihrem ursprünglichen Einsatzort entfernt am Bootshafen Mainkur. Den für sie vorgesehenen Ehrenplatz hat sie bereits eingenommen und soll – sobald das wieder erlaubt ist – mit einer Feier offiziell willkommen geheißen werden. „Wann wir eine kleine Willkommensfeier planen können, ist leider schwer zu sagen.

Vielleicht klappt es im Juni in einem kleinen Rahmen“, sagt Heinz Uecke, der Eigentümer des Maintaler Sportboothafens. Er hatte die Fähre im Dezember vergangenen Jahres für 6850 Euro bei einer Ebay-Auktion vom vorherigen Eigentümer, dem Kreis Offenbach, ersteigert.

Offenbach: MS Dörnigheim ist jetzt als Sportboot zugelassen

Am Maintaler Sportboothafen soll die Fähre nun neues Leben eingehaucht bekommen: Denn einige Maintaler dürften sich in Zukunft verwundert die Augen reiben, wenn die Fähre bald ganz unabhängig von den Gierseilen über den Main schippert: Seit wenigen Tagen hat die MS Dörnigheim eine Zulassung als Sportboot.

Ursprünglich hatte die Fähre, die bei voller Auslastung bis zu acht Autos von Dörnigheim nach Mühlheim und wieder zurück transportierte, den eigenen Antrieb nur zur Unterstützung. Über Gierseile, die von einem zum anderen Ufer führten, wurde sie über den Main befördert. Mit diesem kann sie laut Uecke aber auch eigenständig fahren. „Der Motor muss vielleicht technisch etwas überholt werden, aber sie läuft zuverlässig“, so Uecke. Die Fähre werde derzeit ordentlich durchgecheckt.

Maintal bei Offenbach: Fähre soll in Erinnerung bleiben

Bis zur offiziellen Willkommensfeier soll das Hafenufer rund um die Anlegestelle der MS Dörnigheim aufgehübscht und hergerichtet werden. Wie die Fähre in Zukunft genutzt werden kann, ist noch unklar. Allerdings stehen laut Uecke bereits viele Ideen im Raum: So könnte etwa der ansässige Segelverein sein Vereinsheim darauf bauen und die Fähre als Bootsanlegestelle nutzen. Auch ein „Café zur alten Fähre“ wäre denkbar, an dem Radfahrer bei einem Blick auf den Main eine Pause einlegen könnten. Hier setzt Uecke auch auf Ideen und Initiative der Maintaler. „Ich denke in zwei oder drei Wochen wissen wir mehr“, sagt er.

Vorstellbar wäre laut Uecke auch, die MS Dörnigheim zu besonderen Anlässen wie etwa dem Mainfest mit Besuchern fahren zu lassen. „Wir wollen die Geschichte der Maintaler Fähre in Erinnerung halten.“ Aber sie soll nicht nur zum Vergnügen wieder in Betrieb genommen werden: Zum Einsatz kommen soll sie auch gegen Ende der Sportboot-Saison für Wartungs- und Pflegearbeiten im Hafengebiet. „Die Fähre muss sich ihr Gnadenbrot noch ein bisschen verdienen“, sagt Uecke und lacht. Sie sei ideal, um einen Bagger aufzuladen und Baumschnittarbeiten vom Fluss aus durchzuführen

Offenbach: MS Dörnigheim seit rund vier Jahren nicht mehr in Betrieb

Auf jeden Fall solle aber am Ufer ein Hinweisschild oder eine Tafel angebracht werden, das die Geschichte der MS Dörnigheim (Baujahr 1963) in der fast 120-jährigen Geschichte der Fährverbindung erzählt.

Fast zwei Jahre lag die MS Dörnigheim am acht Kilometer entfernten Fankfurter Osthafen, bis sie ihr neuer Eigentümer am 17. April mit einem Begleitboot zurück nach Maintal schleppte. Denn obwohl sie fahrbereit ist, war sie bis zu ihrer Zulassung als Sportboot zunächst ohne gültiges Fahrzeugnis. Seit 2017 war sie mit Ausnahme vom 8. Juli 2019 nicht mehr in Betrieb. Schon nach wenigen Stunden riss an diesem Tag wegen eines Betreiberfehlers ein Führungsseil, der Fährbetrieb musste wieder eingestellt werden. Daraufhin löste der Kreis Offenbach den Vertrag mit dem Betreiber wieder auf. Weil kein geeigneter Pächter für die Wagenseilfähre gefunden werden konnte, hatte der Kreistag im Juli 2020 das endgültige Aus für die Fähre beschlossen. (Jasmin Jakob)

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