Von Vielfalt geprägt

Ein Mittelpunkt wird 20: Stadtteilzentrum Bischofsheim feiert Geburtstag mit buntem Programm

Buntes Programm und buntes Publikum: Zahlreiche Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Hautfarbe feierten den Geburtstag des Stadtteilzentrums.
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Buntes Programm und buntes Publikum: Zahlreiche Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Hautfarbe feierten den Geburtstag des Stadtteilzentrums.

Bunte Sonnenschirme, bunte Fähnchen, buntes Programm, aber das Wichtigste: ein buntes Publikum. Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Hautfarbe haben am Samstag gemeinsam das 20-jährige Bestehen des Stadtteilzentrums Bischofsheim im und um den Pavillon am Bürgerhaus gefeiert. Vielfalt stand dabei im Vordergrund, wie auch die gesamte Arbeit des Teams um Leiterin Christiane Betz, Irene Eibich und Silke Stein von dieser bunten Vielfalt geprägt ist.

Maintal- „Unsere Tätigkeit hier lebt von den Menschen im Stadtteil“, sagte Betz bei der Begrüßung neben Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) und der Hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen). „Ihre Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen sind es, die den Treffpunkt gestalten. Von Menschen für Menschen, lautet unsere Devise“, wandte Betz sich an die Besucher.

Die im Jahr 2001 gegründete Einrichtung am Dörnigheimer Weg, die sich in Trägerschaft des Vereins „Die Welle“ befindet, habe sich im Laufe der Zeit zu einer „Institution des Stadtteils“ entwickelt, sagte Böttcher. Die Bürgermeisterin ging beim Fest noch einmal auf die Historie dieser Anlaufstelle ein, die sich im früheren Gebäude der Stadtsparkasse als „nachhaltige Stadtentwicklung“ herausgestellt habe. Das Zentrum, das namentlich vom früheren Ersten Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) als Motor angetrieben worden sei, genieße heute die Unterstützung aller politischer Parteien und der Stadtverordnetenversammlung.

Eng verbunden mit jener Historie sei in der Tat auch die heutige Staatsministerin Hinz, die vor ihrer Amtszeit im Hessischen Landtag von 1989 bis 1994 auch fünf Jahre lang Erste Stadträtin, Kämmerin und Sozialdezernentin in Maintal war. Bereits damals seien die Grundsteine gelegt worden für das frühere Projekt „Soziale Stadt“ der Hessischen Landesregierung, aus dem auch das Bischofsheimer Stadtteilzentrum wesentlich finanziert wurde. Heute stehen die Fördertöpfe in Wiesbaden unter der Programmüberschrift „Gemeinwesenarbeit“.

Die Arbeit im Zentrum sei aber nicht „von oben aufgedrückt“, meinte Böttcher weiter, sondern bilde sich aus den Interessen der Bewohner heraus. So gehöre zu diesem „Ort der Begegnung und der Vielfalt“ unter vielem anderen etwa das Reparatur-Café, die Kreativwerkstatt, das Projekt „Bischem ist bunt“, die Nähstube oder der Treffpunkt afrikanischer Frauen. Und es sei „ein niederschwelliges Angebot: also einfach kommen, da sein und reden“.

Hielten die Reden zum Festtag (von links): die hessische Umweltministerin Priska Hinz, Stadtteilzentrum-Leiterin Christiane Betz und Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher.

Die Tatsache, dass nun das 20-jährige Bestehen gefeiert werden könne, zeige auch, wie wichtig dieses Angebot für eine nachhaltige Stadtentwicklung sei, und wie breit es inzwischen angenommen werde. So war das Geschenk der Bürgermeisterin an die Einrichtung auch eine kleine „Bank für die nächsten 20 Jahre“.

Das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ wurde 1999 erstmalig aufgelegt, Maintal sei eine der ersten Programmkommunen gewesen, betonte die Staatsministerin, die einst selbst in Bischofsheim lebte. Zum Konzept gehörte auch der Neubau des Kinder- und Jugendhauses im Stadtteil, das „einen muffigen Keller, eher abschreckend für die Jugend, im Bürgerhaus ersetzte“, so Hinz.

Sie betonte neben dem bürgerschaftlichen Engagement die Funktion des Zentrums als Beratungsstelle für Bildung und Kultur. So finden im Stadtteilzentrum regelmäßig auch Nachhilfeunterricht, Kurse beispielsweise für Integration und Fremdsprachen, oder für Mütter mit Kindern statt. „Bei allem geht es um die gemeinsame Gestaltung des Gemeinwesens, und zwar unabhängig von sozialer Herkunft, Sprache und Kultur“, betonte die grüne Ministerin und Gründungsmitglied des Vereins „Die Welle“.

Von Rainer Habermann

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