Obstdiebe bereiten Probleme

Ein Teil der Identität: Maintal als Streuobstkommune 2021 ausgezeichnet

Eine ganze Tasche voller Auszeichnungen hatte Rouven Kötter vom Regionalverband mit nach Hochstadt gebracht. Freuen durften sich darüber Freia Klinkert-Reuschling (Fachdienst Umwelt), Anika Hensel (Arbeitskreis Streuobstwiesen) und Bürgermeisterin Monika Böttcher (von links).
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Eine ganze Tasche voller Auszeichnungen hatte Rouven Kötter vom Regionalverband mit nach Hochstadt gebracht. Freuen durften sich darüber Freia Klinkert-Reuschling (Fachdienst Umwelt), Anika Hensel (Arbeitskreis Streuobstwiesen) und Bürgermeisterin Monika Böttcher (von links).

Passender hätte es nicht sein können: Pünktlich zur Urkundenübergabe ließ die herbstliche Sonne die Streuobstwiesen in Hochstadt in bestem Licht erstrahlen. Das perfekte Ambiente für die Auszeichnung zur Streuobstkommune 2021, die die Stadt Maintal und der Arbeitskreis Streuobst erhalten haben.

Maintal – Damit wird durch den Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main das 25-jährige Engagement für die Streuobstwiesen gewürdigt, Maintal ist dabei eine von drei Kommunen in ganz Hessen. „Als die Bewerbungen kamen, war klar, dass wir um Maintal nicht herumkommen“, sagte Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands. Maintal sei eine Kommune, die seit Jahren vorbildlich aktiv sei. Bestes Beispiel dafür sei der gewählte Ort der Übergabe, das Pilot-Projektgebiet Weidenkaute in Hochstadt. Dort liegt die Pflege und Unterhaltung der Wiesen in den Händen von engagierten Bürgern, die die Grundstücke unentgeltlich pachten können.

„Die Bewirtschaftung einer solchen Anlage ist nichts, was man mal eben nebenbei macht. Das hat einen Gemeinschaftswert, hier müssen alle mit anpacken“, erklärte Kötter, der auch selbst schon im privaten Rahmen auf der Weidenkaute Baumpflege betrieben hat und sich daher bestens auskannte. Das Engagement der Bürger sei „schützens- und unterstützenswert“, so Kötter weiter. Der Regionalverband setze sich daher für eine stärkere Vernetzung unter den Streuobstkommunen ein. „Diese Auszeichnung zeigt: Das ist etwas Besonderes. Es ist identitätsstiftend für eine ganze Region“, so Kötter.

Auch Bürgermeisterin Monika Böttcher hob die Bedeutung der Streuobstwiesen für Maintal hervor, ebenso wie das außergewöhnliche Engagement der Bürger. Maintal komme als „größter Streuobstwiesengürtel Hessens“ eine besondere Rolle zu. Die Bewerbung für die Auszeichnung ging auf eine Initiative der Grünen zurück.

Anika Hensel, stellvertretende Sprecherin des Arbeitskreises Streuobstwiesen, betonte die „hervorragende Zusammenarbeit“ mit Stadt und Regionalverband. „Gerade für Hochstadt und Bischofsheim sind diese Streuobstwiesen sehr prägend.“

Als eine von drei Kommunen in Hessen darf sich Maintal nun Streuobstkommune 2021 nennen. Passend dazu gab es eine Plakette aus Holz von Streuobstwiesen.

Dabei wies sie auch auf den hohen Arbeitsaufwand der Ehrenamtlichen hin und auf die Probleme, mit denen die Streuobstwiesenbewirtschafter immer wieder zu kämpfen haben. Zum einen schade der Klimawandel den Obstbäumen stark, auch gebe es bisher noch keine fundierte Forschung, welche Bäume dem Klima auf Dauer besser standhalten könnten.

Außerdem, so Hensel, müsse das Thema Streuobstwiesen auch weiter in die Öffentlichkeit getragen werden. „Wir sind nur eine kleine Gruppe, die sich um die Streuobstwiesen kümmert“, sagte sie. „Viele Menschen wissen gar nicht, dass es bis zur ersten Ernte Jahre oder Jahrzehnte dauert.“

Das Bewusstsein für die viele Arbeit sei bei den Bürgern oft nicht vorhanden. Für viele dienen die Streuobstwiesen als Ort für Erholung. Das sei auch in Ordnung, so Hensel, jedoch müssen sich die Bürger auch an die Regeln halten, beispielsweise auf den Wegen bleiben und keinen Müll zu hinterlassen. Zu einem „massiven Problem“ habe sich in diesem Jahr der Obstdiebstahl entwickelt. Dieser sei laut Hensel mittlerweile organisiert und mit System. Oft kommen die dreisten Diebe demnach mit Anhängern und ernten ganze Bäume ab. Das Obst wird dann auf Märkten in der Region verkauft.

Dieses Problem sei nur eines von vielen, die in Zukunft angegangen werden müssen. Dafür ist die Auszeichnung genau der richtige Ansporn.

Von Michael Bellack

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