Erster Gottesdienst an Ostern

Einstand mit Pauken und Trompeten: Annegret Zander ist neue Gemeindepfarrerin in Hochstadt

Einstieg unter Corona-Bedingungen: Annegret Zander ist die neue Pfarrerin der Kirchengemeinde Hochstadt. „Es ist rührend, wie offen man mir hier begegnet“, sagt sie.
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Einstieg unter Corona-Bedingungen: Annegret Zander ist die neue Pfarrerin der Kirchengemeinde Hochstadt. „Es ist rührend, wie offen man mir hier begegnet“, sagt sie.

Brot geschnitten, in Papiertüten verpackt und verteilt – als Symbol des Abendmahls, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat. So hat Annegret Zander ihr erstes „Corostern“ in ihrer neuen Gemeinde gefeiert.

Maintal – Seit dem 1. April ist sie die neue Pfarrerin der evangelischen Gemeinde in Hochstadt. Die Hochstädter freuen sich, dass sie nun nach vielen Monaten endlich wieder eine „eigene“ Pfarrerin haben und haben Annegret Zander bei ihrem Einführungsgottesdienst am Palmsonntag mit Pauken und Trompeten begrüßt – wortwörtlich, denn der Posaunenchor Hochstadt hat den Online-Gottesdienst mit einem vielstimmigen und digitalen „Halleluja“ eröffnet.

Einstand zu Ostern unter Corona-Bedingungen

Diesen musikalischen Willkommensgruß hat Annegret Zander direkt mit in ihren ersten Ostergottesdienst in der Hochstädter Kirche integriert. Es passt zu ihr, das möglich zu machen, was trotz Corona möglich ist. „Abendmahl können wir ja im Moment leider nicht feiern, aber Brot schneiden und verteilen, das konnte ich“, sagt sie.

Wichtig ist ihr, gerade jetzt in der Pandemie den Menschen zu zeigen, dass ihre Kirche für sie da ist. Das wollte sie auch mit der Osterlicht-Aktion verdeutlichen: Die kleine Runde, die die Osternacht in der Kirche feierte, trug das Licht in Laternen in den ganzen Ort. Auch in der Kirche gab es Osterlichter zum Mitnehmen. „Die Kirche ist täglich außer montags offen“, sagt Annegret Zander daher.

Neue Pfarrerin lernt die Menschen in Hochstadt kennen

Die 55-Jährige fängt in Hochstadt noch einmal neu an und kehrt nach 18 Jahren Bildungsarbeit zurück in eine Gemeinde. Seit rund zwei Monaten macht sie sich mit den Gruppen und Gegebenheiten hier vertraut. „Ich fädele mich ein“, nennt sie diesen Übergang, in dem sie schon mit kleinen Gruppen und dem Kirchenvorstand an ersten Projekten – unter anderem dem Ostergottesdienst unter Corona-Bedingungen – gearbeitet hat. „Es ist rührend, wie offen man mir hier begegnet. Ich finde hier so viel Wunderbares vor und kann mit vielem weitergehen, das es schon gibt“, beschreibt sie ihren Einstieg.

Vor allem das hohe Engagement der vielen Ehrenamtlichen präge die Gemeindearbeit und erleichtere ihr den Neuanfang. Sie sucht vom ersten Tag an den Kontakt zu den Hochstädtern. Ihren ersten Arbeitstag verbrachte sie zu Fuß durch Hochstadt laufend mit einer erfahrenen Kirchenvorsteherin, die ihr viele Menschen vorgestellt und die wichtigsten Hochstädter Geschichten erzählt habe.

Hochstadt: Pfarrerin freut sich über Möglichkeiten der Gemeinde

Unbekannt ist ihr Hochstadt allerdings nicht: Zu Beginn ihrer Tätigkeit war sie vier Jahre lang Pfarrerin in Bergen-Enkheim und ist häufiger durch den historischen Ortskern Hochstadts spaziert. Zuletzt hat sie im Referat Erwachsenenbildung der Landeskirche mit dem Schwerpunkt „Arbeit mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte“ gearbeitet. Der generationenübergreifende Blick komme ihr in der Gemeindearbeit zugute. Vor allem wenn es darum geht, zu sehen, was unter Corona-Bedingungen möglich ist.

„Und hier ist vieles möglich, allein schon aufgrund der guten Ausstattung und der Räumlichkeiten“, sagt die neue Pfarrerin. So sei es zum Beispiel problemlos möglich, unter Einhaltung der Hygieneregeln Präsenzgottesdienste zu feiern. „Das ist eine Form der Gemeinschaft und des spirituellen Kontakts, den wir alle im Moment dringend brauchen, auch um zu sehen, dass wir durch die Pandemie gemeinsam durchgehen.“ Wo reale Kontakte nicht möglich sind, hat sie Facebook kennen und schätzen gelernt und nimmt sich vor, hier in Zukunft auch ihre Arbeit stärker nach außen zu tragen.

Zander hat eine künstlerische Ader

Wenn sie nicht arbeitet, ist Annegret Zander künstlich aktiv. Sie zeichnet, schreibt und setzt sich performativ als Playing Artist mit ihrem Alltag und ihrem Leben auseinander. Mit Mann und Kind will sie in das Pfarrhaus ziehen, wenn es fertig renoviert ist. „Wir haben letztes Jahr geheiratet und wissen noch gar nicht, wie es ist, zusammenzuwohnen. Aber wir freuen uns auf den Garten“, sagt Annegret Zander, die allerdings zugibt, dass ihr der grüne Daumen für das 1500 Quadratmeter große Areal fehlt.

Dass sie vor Neuem trotzdem nicht zurückschreckt, hat sie auch in ihrem Vorstellungsgottesdienst mit einer eigenen musikalischen Einlage bewiesen: „Ich spiele mittelmäßig, aber mit großer Leidenschaft Ukulele. Allabendlich ‘Thank you for the Music’ zu trällern, hat mich durch den Corona-Winter gerettet“, erzählt die neue Hochstädter Pfarrerin.

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