Über 400 Wohneinheiten möglich

Erste Planungen zu Real-Gelände vorgestellt - Kritik an zu dichter Bebauung

Ein erster Entwurf zur möglichen Bebauung mit Wohnungen, Einzelhandel und Kindertagesstätte.
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Ein erster Entwurf zur möglichen Bebauung mit Wohnungen, Einzelhandel und Kindertagesstätte.

Bürgermeisterin Monika Böttcher sprach von einem der „wichtigsten und spannendsten Projekte in Maintal“. Im Bauausschuss wurden die ersten Planungen zum Real-Gelände in Dörnigheim diskutiert.

Maintal - Diese befinden sich noch im Anfangsstadium, wie Claudia Becker vom Architekturbüro planquadrat mehrfach betonte. Und auch die Diskussion befindet sich noch ganz am Anfang, das zeigten auch die eindeutigen Kritikpunkte der Fraktionen.

Auf dem Gelände des Real-Marktes, der am 30. September geschlossen wird, soll ein neues Quartier entstehen. Der erste Entwurf von Investor und Architekturbüro sieht eine Bebauung mit Einzelhandelsflächen, Wohnungen und einer Kita vor. Dabei, so erklärte Becker, wolle man sich an den bisherigen Bauten orientieren. So sollen an der Wingertstraße Häuser mit zwei Vollgeschossen entstehen, während an der Ecke Kennedystraße/Kesselstädter Straße mit fünf Vollgeschossen geplant wird.

Dort könnten sich ein Vollsortimenter, ein Discounter und eine Drogerie mit einer Gesamtfläche von 7100 Quadratmetern ansiedeln. Diese befinden sich jeweils im Erdgeschoss. Darunter ist eine Tiefgarage geplant, oberirdische Parkplätze sind in den ersten Plänen nicht vorgesehen. Nur das Erdgeschoss soll sich dann über die komplette Fläche der Gebäude erstrecken. Die Dächer des Einzelhandels könnten begrünt werden, im 1. Obergeschoss könnte eine Kita eingeplant werden, die diese Fläche dann als Außenfläche nutzen könnte.

Real-Gelände in Maintal: 140 Wohneinheiten pro Hektar zu viel für die Fraktionen

Auch wenn die ersten im Ausschuss vorgestellten Planungen bereits ein konkretes Bild vermitteln, befindet man sich noch ganz am Anfang des Weges. Das wurde anschließend auch in der Diskussion mit den Fraktionen deutlich. Große Diskrepanzen gab es in der Frage nach den geplanten Wohneinheiten. Der erste Entwurf sieht rund 420 Wohneinheiten vor. Das wären 140 pro Hektar – und damit viel zu viele aus Sicht der Fraktionen.

So sieht das Real-Gelände derzeit noch aus. Der Markt wird am 30. September geschlossen.

Denn laut Flächennutzungsplan sind in Maintal nur 40 Wohneinheiten pro Hektar vorgesehen. „Es gibt ein integriertes Stadtentwicklungskonzept, über das wir jahrelang diskutiert haben. Wir haben Leitlinien für zukünftige Bauvorhaben. Wir reden jetzt über das Dreifache der festgelegten Maximalgrenze“, stellte Klaus Gerhard von der FDP klar. Während auch Erik Schächer (CDU) Ärger mit dem Regierungspräsidium in Darmstadt befürchtete, gab sich Ralf Werner, der Geschäftsführer von Eigentümer Instone, zumindest in dieser Frage entspannt.

Einzelhändler sehen sich großer Konkurrenz ausgesetzt

Probleme sah er jedoch darin, die Zahl der Wohneinheiten deutlich zu kürzen. Denn das würde weniger Anwohner bedeuten und somit die Attraktivität für Supermarktketten verringern. „Wir brauchen Wohnungen in dieser Anzahl“, so Werner. Die Gespräche würden bereits jetzt zäh verlaufen. Grund sei ein nahe gelegener Vollversorger – gemeint ist der Globus-Markt – der aus Sicht der Handelsketten bessere Voraussetzungen hat, unter anderem durch den Standort und oberirische Parkplätze. Mit 140 Einheiten pro Hektar sei der Einzelhandel „gerade so zufrieden“, erklärte Werner.

Und auch weitere Themen gilt es im Laufe des Prozesses, der noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, zu klären. Gewünscht sind 20 Prozent der Fläche als öffentlicher Raum, zum Beispiel für Grünflächen oder Spielplätze. 30 Prozent sollen für sozialen Wohnungsbau genutzt werden. Außerdem solle der Einzelhandel in der bisherigen Größenordnung (10 000 Quadratmeter) erhalten bleiben. Dass das nicht umsetzbar sei, machte Investor Werner am Real-Markt fest. Die Filiale in Maintal sei die mit dem höchsten Defizit aller Filialen der Kette und habe somit gezeigt, dass ein Markt dieser Größe nicht wirtschaftlich sei.

Auch mögliche Bebauung des Geländes gegenüber muss eingeplant werden

Götz Winter (CDU) machte zudem auf mögliche Bebauung der gegenüberliegenden Fläche aufmerksam, die man in die Planungen mit einbeziehen müssten. Der Gedanke an die Verkehrsplanung am Ortseingang von Dörnigheim löse bereits jetzt „erhebliche Bedenken“ bei ihm aus: „Wir müssen auch berücksichtigen, was da noch kommt und die Gesamtheit des Gebietes im Blick haben.“ Gemäß Antrag sollen weitere Entwürfe und Angebote eingeholt werden.

Bis April 2022 sollen den Stadtverordneten die umfassenden Ergebnisse vorgelegt werden.

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