Maintal

Ganztagsbetreuung an Schubert-Schule: Träger erhält Fördermittel

Der Bedarf an Betreuungsplätzen kann an der Fritz-Schubert-Schule derzeit nicht gedeckt werden. Die Stadt Maintal und der Main-Kinzig-Kreis haben dem Trägerverein nun Fördermittel und neue Räume zur Verfügung gestellt. Nun fehlt nur noch Personal. Archivfoto: Kalle

Maintal. In Sachen Ganztagsbetreuung an der Fritz-Schubert-Schule geht es voran – wenn auch in kleinen Schritten. Laut einer Mitteilung der Stadt sind nun die nötigen Voraussetzungen für einen Ausbau der Schulkindbetreuung an der Hochstädter Grundschule vorhanden.

Von Carolin-Christin Czichowski

Nun muss nur noch der Träger, der Frankfurter Verein Kaleidoskop, die ihm zu Verfügung gestellten Ressourcen nutzen – und vor allem das nötige Personal finden.

Wie berichtet, hatte der Trägerverein Ende des vergangenen Jahres bekannt gegeben, dass es für etwa 80 Prozent der künftigen Erstklässler im neuen Schuljahr keinen Betreuungsplatz an der Schubertschule geben soll. Vorgemerkt sind laut Verein derzeit 180 Kinder. Der Grund: Es fehlten vor allem räumliche Kapazitäten und Personal. Kaleidoskop hatte den Eltern deshalb bereits geraten, sich nach alternativen Betreuungsmöglichkeiten umzusehen.

Maintaler Schulen sollen zu Ganztagsangeboten motiviert werden

Im Rahmen der Haushaltsdebatte im Dezember hatten sich schließlich die Maintaler Parlamentarier eingeschaltet und 50 000 Euro für die Sicherung von Betreuungsplätzen an der Hochstädter Grundschule in den Haushalt 2020 eingestellt. Zwischenzeitlich hat zudem ein runder Tisch zu diesem Thema getagt. Mit dem Ergebnis, dass die Stadt die Fördermittel laut Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Verfügung stellt, und der Main-Kinzig-Kreis als Schulträger für die nötigen Räumlichkeiten sorgt.

„Mit unserer Förderung schaffen wir eine Gleichbehandlung des Vereins Kaleidoskop mit anderen freien Trägern der Schulkindbetreuung an Maintaler Grundschulen, die bereits von städtischen Fördermitteln profitieren“, so Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos). Gewährt werde der Zuschuss zunächst für ein Jahr. „Danach erhalten ausschließlich jene Schulen entsprechende Gelder, die den Pakt für den Ganztag anbieten“, so Böttcher. So sieht es ein Beschluss der Stadtverordneten aus dem vergangenen Sommer vor, der darauf abzielt, die Maintaler Schulen zu motivieren, zeitnah ihre Ganztagsangebote auszubauen.

Neues und erweitertes Betreuungskonzept soll geprüft werden

Kaleidoskop ist nun laut Mitteilung in Klärung mit der Stadt, welche Richtlinien für die Vergabe der Mittel greifen und unter welchen Voraussetzungen die Mittel abgerufen werden können. „Es wird bereits nach Personal für das kommende Schuljahr gesucht“, so Mike Schäfer von Kaleidoskop. Insgesamt zehn neue Mitarbeiter sollen demnach zum Start des Schuljahrs im Sommer eingestellt werden.

Die wichtigste Voraussetzung seien aber die zusätzlichen räumlichen Kapazitäten gewesen. Diese sollen entstehen, indem die Schubert- und die benachbarte Adolph-Diesterweg-Schule, die sich das Schulgelände am Bücherweg teilen, einige Räume künftig multifunktional nutzen. Kaleidoskop prüft laut eigener Aussage nun ein mögliches neues und erweitertes Betreuungskonzept.

Nichts Konkretes für die Eltern

Mit der Perspektive, zusätzliche Räume zu nutzen und einen finanziellen Zuschuss zu erhalten, könne Kaleidoskop nun um weiteres Personal werben, um die Zahl der Betreuungsplätze auszubauen, heißt es aus dem Rathaus. „Wir sind zuversichtlich, dass unter den gegebenen Voraussetzungen weitere Betreuungsplätze entstehen können, und danken allen Beteiligten für ihre Unterstützung“, sagt die Leiterin der Fritz-Schubert-Schule, Anja Bothe.

Für die betroffenen Eltern sind die jüngsten Entwicklungen zwar positiv, doch etwas Konkretes gibt es für sie immer noch nicht. Das bestätigt eine Mutter im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihr Sohn wird im Sommer eingeschult und sie weiß bislang noch nicht, ob er einen Betreuungsplatz erhält. „Es gibt keine genaue Aussage, wie viel Plätze denn geschaffen werden können und zu wann die Eltern nun die Zusage erhalten“, erklärte sie.

Nachweis der wöchentlichen Arbeitszeit ist erforderlich

Auf die Frage, ob Kaleidoskop durch die neuen finanziellen und räumlichen Kapazitäten voraussichtlich den gesamten Bedarf an Betreuungsplätzen decken können wird, heißt es: „Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, da sich derzeit wichtige Fragen im Klärungsprozess befinden.“ Ebenfalls unklar ist laut Kaleidoskop, wann die vorgemerkten Familien informiert werden, ob sie ab Sommer einen Betreuungsplatz haben. „Die Information zur Platzvergabe erfolgte bereits am 17. Februar. Wenn weitere Plätze geschaffen werden können, werden die berücksichtigten Familien benachrichtigt. Alle bei uns vorgemerkten Familien wissen, dass sie zurzeit auf der Warteliste stehen“, so Schäfer.

Eines ärgert die Mutter besonders an dem Procedere: „Um einen Betreuungsplatz zu erhalten, müssen die Eltern der neuen Schüler einen Nachweis über ihre wöchentliche Arbeitszeit erbringen“, sagt sie. Die Eltern der „Bestandskinder“, bestätigte der Trägerverein auf Nachfrage, müssten einen solchen Nachweis bislang nicht erbringen. „Auf Wunsch der Schule wurde vereinbart, alle Bestandskinder der vorherigen Betreuung zu übernehmen. Hier fand/findet dementsprechend keine Überprüfung statt“, heißt es. Für die befragte Mutter unverständlich, wie sie sagt. „Da kann es ja theoretisch sein, dass ein Kind einen Platz erhält, dessen Eltern nicht arbeiten gehen, während Familien, die dringend auf einen Platz angewiesen sind, weiter auf der Warteliste stehen.“

Quelle: Hanauer Anzeiger

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