Feriengespräch

Hörakustikermeister Jürgen Kutz zum Umgang mit Geräten im Sommer

Maintaler Spezialist für Hörgeräte: Jürgen Kutz gibt Tipps zum Umgang mit den kleinen Helfern im Sommer.
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Maintaler Spezialist für Hörgeräte: Jürgen Kutz gibt Tipps zum Umgang mit den kleinen Helfern im Sommer.

Maintal – Warm, trocken, sonnig und bislang ohne rekordverdächte Hitzewelle, zeigt sich der Sommer 2020 bislang von seiner besten Seite. Dennoch gibt es einiges, was schwerhörige Menschen in der heißen Jahreszeit beim Umgang mit ihren Hörgeräten beachten müssen. „Wasser, Sonnencreme, Kosmetika oder Haarspray haben an Hörgeräten nichts zu suchen“, sagt Jürgen Kutz, Hörakustikermeister und Leiter der Dörnigheimer Filiale des Hörgeräte-Spezialisten Bonsel.

Zwar seien mittlerweile viele Geräte nanobeschichtet und damit zumindest gegenüber Feuchtigkeit in geringem Maße unempfindlicher. Das sei, so der Spezialist, allerdings angesichts der hochkomplexen Technik, die die Hightech-Miniaturcomputer im oder hinterm Ohr heute beherbergen, auch notwendig. „Hörgeräte sind Gebrauchsgegenstände. Alltäglichen Situationen wie einem Regenschauer müssen sie standhalten“, so Kutz.

Beim Schwimmen sollte man die kleinen Helfer allerdings ablegen und an einem geschützten Ort aufbewahren, bis man wieder aus dem Wasser kommt. Es sei denn, man besitzt tatsächlich ein wasserdichtes Gerät, das sich laut dem Hörakustiker allerdings meist nur Kunden leisten, die oft und viel schwimmen. „Am einfachsten nehmen Hörgeräte-Träger ein Etui oder ein Kästchen für ihre Hörsysteme mit ins Schwimmbad. Dann sind die Hörhilfen nicht nur vor Wasser, sondern auch vor Sonneneinstrahlung geschützt.“ Und auch vor dem Sonnenbad gilt: erst eincremen, dann Hörgeräte einsetzen.

Schweiß sei für die Geräte kein Problem

„Derzeit erfreuen sich die kleinen, fast unsichtbaren Ex-Hörer-Geräte großer Beliebtheit bei unserer Kundschaft“, erzählt Jürgen Kutz. Diese Hörhilfen werden zwar hinter dem Ohr getragen. Der Empfänger sitzt allerdings im Ohr, was dem Träger akustische Vorteile bietet, weil der Weg, den der Schall zurücklegen muss, kürzer ist und es dadurch zu weniger Übertragungsverlusten kommt. „Natürlich schwitzt man im Sommer auch hinter den Ohren. Das ist für die Geräte aber kein Problem“, weiß der Fachmann. Er rät: Hörgeräte am besten nachts in die Trockenbox legen. „Am effektivsten sind elektrische Trockenboxen, die zusätzlich mittels UV-Licht keimtötend wirken.“ Für unterwegs und Urlaubsreisen gibt es spezielle Trockenkapseln. Diese kleinen bunten Pillen sind in dem Starterset enthalten, das in dem Dörnigheimer Fachgeschäft jeder Hörgeräte-Kunde erhält. Sie werden mit den Hörsystemen in eine Dose gelegt und entziehen Feuchtigkeit.

Viele Hörgeräte werden mittlerweile sogar mit einem aufladbaren Akku statt Batterien betrieben. Hier fällt dann auch das Batteriefach weg, das anfällig für eindringende Feuchtigkeit ist. Dadurch sind die Gehäuse so beschaffen, dass ihnen Nässe nichts mehr anhaben kann. Dennoch sind Sommer und Winter die Jahreszeiten, in denen bei Hörgeräte Bonsel in Dörnigheim die meisten Reparaturen anstehen.

Nachfrage steigt nach Corona-Lockdown wieder

Weil er als Hörgeräteakustiker der erste Ansprechpartner für Hörgeräte-Träger ist, war die Filiale gegenüber dem Friedhof trotz Kurzarbeit während des Corona-Lockdowns auch immer besetzt. „Wir hatten wie sicher viele Dienstleister ein Corona-Loch, aber mittlerweile steigt die Nachfrage wieder“, so Kutz. Begeistert ist der Hörexperte, wie vernünftig seine Kundschaft ist und die im Laden geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen umsetzt. „Da möchte ich ein großes Lob und ein Dankeschön aussprechen.“ Sein wichtigster Rat ist daher: „Wenn irgendetwas an den Hörgeräten nicht richtig funktioniert oder Fragen aufwirft: einfach bei uns vorbeikommen.“

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