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Hund zieht Entenküken auf

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„Benny“ kümmert sich sehr fürsorglich um die vier kleinen Wildenten und achtet darauf, dass es ihnen gut geht. Für die Entenkinder stellt er durchaus einen Mutterersatz dar. Foto: Kalle
„Benny“ kümmert sich sehr fürsorglich um die vier kleinen Wildenten und achtet darauf, dass es ihnen gut geht. Für die Entenkinder stellt er durchaus einen Mutterersatz dar. Foto: Kalle

Maintal. Eigentlich sind sie ganz normale Entenküken, doch sie haben eine außergewöhnliche Mutter: In Maintal hat Hund "Benny" die Mutterrolle für vier Wildentenküken übernommen. Doch der Familienfrieden wehrt nicht mehr lang. Schon in wenigen Wochen sollen die Küken ausgewildert werden.

Von Lars-Erik Gerth

Dass sich ihr Australian Shepherd „Benny“ so liebevoll um vier kleine Wildenten kümmern würde, hätte die Dörnigheimerin Sonja Leder vor wenigen Wochen wohl noch für völlig unmöglich gehalten. Aber in den vergangenen 25 Tagen ist einiges in dem Garten an der Bonhoefferstraße passiert. Und das hat durchaus auch etwas mit „Benny“ zu tun.

„Unser Hund war es, der am 20. Mai die 13 Enteneier in einem unserer Pflanzenkübel entdeckt hat“, blickt Sonja Leder in ihrem Garten auf den Anfang der Geschichte zurück. Zunächst war sich die Dörnigheimer Familie unschlüssig, was sie mit den Eiern machen sollte.Enteneier kommen in Reptilien-Inkubator„Wir dachten erst, dass die Entenmutter vielleicht noch zurückkommen könnte. Vier der Eier nahmen wir dann aber doch aus dem Kübel und brachten sie in einen Schuppen, wo wir sie mit einem Reptilien-Inkubator, der eigentlich für Schildkröten gedacht ist, ausbrüteten. Das war auch die richtige Entscheidung, denn die übrigen neun Eier waren leider bald spurlos verschwunden. Sie sind wohl Opfer eines Tieres geworden“, vermutet Sonja Leder.Und viel Hoffnung, dass die Brutaktion mit dem Reptilien-Inkubator wenigstens eines der Tiere lebend auf die Welt bringen könnte, hatten die Leders eigentlich auch nicht. „Leute, denen wir über die gefundenen Eier berichteten, sahen nur geringe Chancen dafür, dass die kleinen Enten lebend schlüpfen könnten“, verdeutlicht die Dörnigheimerin, dass die Skepsis in den Tagen nach dem Auffinden der Eier eindeutig überwog.Geflügelzuchtverein ist skeptischKontakt nahm die Familie Leder mit dem heimischen Geflügelzuchtverein auf, der ihr einige Ratschläge gab, sich aber ebenfalls skeptisch zeigte, ob die Brutaktion zum Erfolg führen könnte.„Es war somit schon ein kleines Wunder, als wir am 7. Juni feststellen konnten, dass gleich alle vier Wildenten geschlüpft sind und sich im Anschluss auch behaupten konnten“, strahlt Sonja Leder noch sechs Tage, nachdem der Entennachwuchs das Licht der Welt erblickt hat, über das ganze Gesicht.Hund „Benny“ übernimmt die MutterrolleDie gesamte Familie, vor allem aber die beiden Töchter der Leders, hat die vier kleinen Entchen, die in sechs Tagen bereits erheblich gewachsen sind, schnell ins Herz geschlossen. Und Hund „Benny“ hat längst die Mutterrolle für die vier Enten übernommen, deren Anführerin übrigens den Namen „Daisy“ trägt.Viel Spaß hat das Quartett, wenn es in einer ehemaligen Sandkastenmuschel schwimmt oder mit „Benny“ spielt. Mit viel Freude watscheln die vier kleinen Enten ebenso durch den Garten der Familie Leder oder machen es sich im Schuppen bequem, wo ihnen eine Infrarotlampe Wärme spendet.Wildenten sollen ausgewildert werden„Sie fühlen sich bei uns sehr wohl und bereiten uns viel Freude“, macht Sonja Leder dann auch deutlich. Allerdings betont sie, dass es sich bei den Tieren eben um Wildenten handelt. „Das sind keine Haustiere. Entsprechend wollen wir sie sechs bis acht Wochen nach ihrer Geburt auswildern“, erklärt die Dörnigheimerin, dass das Quartett nicht zum Dauergast im Hause Leder werden soll.Vermutlich will die Familie die vier Wildenten am Dörnigheimer Höllsee in ihre Freiheit entlassen. Das dürfte besonders für die beiden Töchter ein schmerzhafter Abschied werden. Aber bis dahin ist es ja noch mindestens fünf Wochen hin.„Essen, trinken und schlafen sind ihre Lieblingsbeschäftigungen“Und so können sich die Leders und Hund „Benny“ weiterhin an den vier putzigen Wildenten erfreuen, die bereits einen großen Appetit entwickelt haben.„Essen, trinken und schlafen sind ihre Lieblingsbeschäftigungen“, berichtet Sonja Leder über ihre Entenkinder, denen eigentlich niemand eine Überlebenschance gegeben hatte. Aber manchmal passieren eben doch noch kleine Wunder. Sonja Leder glaubt jetzt an solche.

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