Ferienspiele

In der Natur: 21 Kinder verbringen Ferienspiele auf der Kinder- und Jugendfarm in Maintal

Baumhäuser bauen stand bei den Ferienspielen ganz hoch im Kurs.
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Baumhäuser bauen stand bei den Ferienspielen ganz hoch im Kurs.

Die Ferien im Freien verbringen und die Natur mit allen Sinnen erfahren. Das können in diesem Jahr 21 Kinder bei den Ferienspielen der Kinder- und Jugendfarm in Maintal.

Maintal – Die langen Sommerferien sind für Schulkinder eine wunderbare Zeit. Berufstätige Eltern stellen sie allerdings oft vor die Herausforderung, ihre Kinder sechs Wochen lang selbst betreuen zu müssen. Eine Alternative sind Ferienspiele, die nicht nur die Betreuungsfrage lösen, sondern auch viel Spaß versprechen. Die Kinder- und Jugendfarm Maintal bietet seit vier Jahren ein einwöchiges Ferienprogramm an, in dem das Naturerlebnis im Mittelpunkt steht. Doch Ferienspiele trotz Corona? „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber uns für einen sozialverträglichen Mittelweg entschieden: Wir machen dieses Jahr halbe-halbe“, erklärt Iris Kunde, erste Vorsitzende des Trägervereins. Und so haben in der vergangenen Woche 21 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren vormittags von 8 bis 12 Uhr die Ferienspiele besucht. Im Anschluss war der Natur- und Abenteuerspielplatz für alle geöffnet.

Baumhäuser bauen, Kräuter und Gemüse säen und ernten, Insekten und Vögel beobachten, Feuer machen, Stockbrot backen, klettern, rumtoben, matschen – das Farmgelände eröffnet Kindern die Möglichkeit, die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Begleitet werden sie dabei vom pädagogischen Team der Kinder- und Jugendfarm, das aus Erziehern, Sozial-, Erlebnis-, Umwelt- und Wildnispädagogen besteht. „Unser Ziel ist es in der Ferienspielwoche, den erlebnispädagogischen Raum mit den Kindern zu erarbeiten, sie für Umwelt- und Klimaschutz zu sensibilisieren und dabei etwas Nachhaltiges für die Farm zu schaffen“, bringt Vereinsvorsitzende Kunde das Ferienspiel-Motto auf den Punkt.

Verschiedene Angebote auf der Kinder- und Jugendfarm

Der Gong läutet zum Morgenkreis rund um die Zielscheibe. Die Kinder zählen durch, die Pädagogen stellen ihre Angebote vor: Experimente mit selbst hergestellten Naturfarben und Duftseife aus Blütenblättern, später kann geplanscht werden. Und das Wochenprojekt, der Bau einer afrikanischen Lehmhütte, wird fortgesetzt. „Heute wird Lehm dran geklatscht“, macht Wildnispädagoge Kay Ignee Lust. Die Kinder lachen. Viele melden sich, die das Abschlussfest am letzten Ferienspieltag mitgestalten wollen. Doch zuerst einmal gibt‘s Frühstück, das eine Gruppe auf der Paletten-Schaukel einnimmt.

Sie wollte unbedingt zu den Ferienspielen, erzählt die elfjährige Marla. Was ihr hier so gut gefällt? „Dass wir so viel selbst machen können und so viel Freiraum haben“, sagt sie. Im Vergleich zum Corona-geprägten Schulalltag gebe es hier viel weniger Regeln. „Hier merkt man gar nicht so richtig was von Corona, außer dass wir uns öfter die Hände waschen.“ Elina, zwölf Jahre, mag Wasserspiele und Lehm am meisten. Sie sind alle nicht zum ersten Mal hier und haben meist auch schon mindestens einmal die Ferienspiele der Farm besucht.

Neue Freunde bei den Ferienspielen

Spielend erkunden die Kinder die Natur.

Anna hat die Sonnenuhr entdeckt. Sie stellt sich auf den Baumstamm und liest die Uhrzeit unter ihrem Schatten ab. Sie klettert am liebsten ganz hoch auf die Hügel und überblickt die ganze Farm. Neue Freunde hat die Siebenjährige auch schon gefunden.

Erzieherin Almut Thomson stellt an einem großen Tisch Farbe und Seife aus Naturmaterialien her – und behält dabei einige Jungs beim Schnitzen im Blick. „Die Gruppe ist in diesem Jahr außergewöhnlich naturerfahren und sozial verträglich – und das obwohl wir hier die ganze soziale Bandbreite haben“, sagt Vereinsvorsitzende Iris Kunde ein wenig stolz, dass die regelmäßige Arbeit mit diesen Kindern dazu beiträgt.

Was zusammenschweißt: Eine Gruppe hat selbst eine Schaukel für eines der vielen Baumhäuser gebaut und dabei einige handwerkliche Klippen umschifft. Drei Bretter sind durchgebrochen, als die Kinder Löcher für das Seil gebohrt haben. Das vierte hielt stand. „Die Schaukel zu bauen, war unsere Idee“, erklärt Marla stolz. „Wir haben einen ganzen Tag lang überlegt, wo wir sie aufhängen, und uns an alle Äste gehängt, um zu sehen, ob sie halten.“ Jetzt hängt die Schaukel so hoch, dass sie nur vom Baumhaus aus erreichbar ist und trägt zwei Kinder auf einmal. Sie helfen sich beim Klettern und achten darauf, dass die Knoten halten. „Die wollen wir heute verzieren und anstreichen“, nimmt Marla sich vor. Um solche Bauprojekte zu ermöglichen, freut sich die Kinder- und Jugendfarm über Holzspenden.

VON BETTINA MERKELBACH

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