Jugendarbeiter verlässt Bischofsheim 

Jürgen Dietermann wechselt zum Kirchenkreis Hanau

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Die letzten Arbeitstage im evangelischen Gemeindehaus sind für Jugendleiter Jürgen Dietermann angebrochen.

Nach sechs Jahren Jugendarbeit in Bischofsheim verlässt Jugendleiter und Prädikant Jürgen Dietermann die Evangelische Gemeinde, um im Kirchenkreis Hanau neue Aufgaben wahrzunehmen.

„Ich verlasse ein tolles und sehr engagiertes Team von Ehrenamtlichen. Das tut mir sehr leid“, sagt der Jugendleiter. Gemeinsam wurden seit 2014 sehr viele schöne Projekte und Aktivitäten organisiert und gestaltet. 

Viele Kinder, die beim ersten Piratentag, bei den ersten Ferienspielen und Kinderbibeltagen dabei waren, sind inzwischen selbst Konfirmanden oder Teamer und engagieren sich mit Begeisterung in der Jugendarbeit. Sie sind dem Jugendarbeiter, der sechs Jahre lang im Gemeindehaus in der Rhönstraße die Jugendarbeit leitete, auch ein Stück weit ans Herz gewachsen. 

Jürgen Dietermann arbeitet eng mit den Teamern zusammen

Ganz weg ist er aber noch nicht: Dietermann wird noch die Ferienspiele in Bischofsheim begleiten. Im August sind unter dem Motto „Willkommen in der Kinderstadt“ sehr viele Ideen dabei, die von den Jugendlichen selbst vorgeschlagen wurden. Auf die Frage „Was wollt ihr anbieten? Wir helfen Euch“ hätten die Teamer ein Wochenende lang sehr viele Ideen und Vorschläge gesammelt und gewichtet. Wie auf einem Marktplatz in der Stadt gäbe es verschiedene Ämter, Betriebe oder Werkstätten, so Dietermann. 

„Eine sehr schöne Idee der Teamer ist das 'Reisebüro', in dem Kinder einen Ausflug buchen können“, verrät der Jugendarbeiter eine Attraktion der Kinderferienspiele im Sommer. So könnten die Kinder beispielsweise auf den Spielplatz gehen oder mit Küster oder Organistin die Kirche besichtigen. 

Maintaler Kurzfilmfestival soll im Januar 2022 weitergehen

Im Rahmen eines Workshops für ehrenamtliche Mitarbeiter hat sich zudem eine Video-AG gegründet. Für das „Maintaler Kurzfilmfestival“, das 2019 ins Leben gerufen wurde, saß Dietermann im Vorbereitungsteam. „Das soll auf jeden Fall im Januar 2022 weitergehen“, sagt der Jugendleiter, „thematisch nicht auf Maintal bezogen, sondern offen. Ich werde gerne wieder dabei sein.“ 

Zunächst aber wird der Jugendleiter andere Aufgaben in den Blick nehmen: Wie Kirchengemeinden die Themen der Kinder und Jugendlichen aufgreifen und diese in Entscheidungsprozesse einbinden können. An dieser Fragestellung wird Dietermann intensiv im Jugendpfarramt des Kirchenkreises arbeiten. Gemeinsam mit den Kirchenvorständen wird sich der Jugendarbeiter beraten, wie Kinder und Jugendliche am Leben der Kirchengemeinde stärker beteiligt werden können. 

Dietermann hat viele Aufgaben wie beispielsweise die Schulung zur Jugendleiterkarte

„Was bewegt die Kinder und Jugendlichen, was sind ihre Themen? Wie kann es gelingen, dass Jugendliche ihre Themen mitbringen können? Die Zeiten sind vorbei, wo man als Jugendleiter ein Programm bietet. Man muss mehr mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch kommen“, ist sich Dietermann sicher. 

Die andere Hälfte seiner Arbeitszeit gehört künftig den Kindern und Jugendlichen in Nidderau, in den Kirchengemeinden Eichen-Erbstadt, Heldenbergen, Ostheim und Windecken. Dort will er die Stadt als Ganzes in den Blick nehmen – und das ist nicht wenig: die Leitung der Konfi-Gruppen, die Teamer-Ausbildung, die mit einer einjährigen Schulung eine Vorstufe zur Jugendleitercard (juleica) darstellt, Kindergottesdienst und Kinderbibeltag sowie Aktionen und Spiele in den Ferien. Eine Woche ‚KunstAktion‘ zum Maislabyrinth auf dem Hof Buchwald steht schon auf der Arbeitsliste. 

2000 kam er in die Rhein-Main-Region

Nach fast 40 Jahren Berufserfahrung sieht Dietermann entspannt, aber mit Freude und Neugierde seinen neuen Aufgaben entgegen. Seine vierjährige theologische Ausbildung hat der Jugendarbeiter am der Evangelistenschule Johanneum Anfang der 1980er Jahre in Wuppertal begonnen, nach einer Lehre als Mechaniker und Dienst in der Bundeswehr. Die Jugendarbeiter seiner Heimatkirchengemeinde, die im Johanneum ausgebildet worden seien, hätten ihn überzeugt, so der Westerwälder, der sich nach der Konfirmation ehrenamtlich in der Kirche engagierte. 

Mitte der 1980er Jahre schließlich trat Jürgen Dietermann selbst seine erste Stelle als Jugendarbeiter in Neustadt an der Weinstraße an, es folgten Aufgaben im Hunsrück und an der Mosel. Mit seiner Heirat im Jahr 2000 kam Jürgen Dietermann in die Rhein-Main-Region. „Meine Frau hatte hier eine Stelle als Grafik Designerin“, sagt der Vater zweier Kinder, der mit seiner Familie in Oberdorfelden lebt. 

Die Pfarrer Jens Heller und Kirsten Schulmeyer verabschiedeten Dietermann am Sonntag

Er habe die später folgende Elternzeit zudem nutzen können, um an der evangelischen Fachschule Darmstadt ein Teilzeitstudium aufzunehmen. Parallel zur Fortbildung unterrichtete der Theologe Religion in der Grundschule und arbeitete mit wechselnden Aufträgen. Dietermann wird weiterhin die Jugendlichen ermutigen, ihre Ideen einzubringen und umzusetzen oder selbst Gottesdienste vorzubereiten. „Erstaunlich ist das Bild von Kirche“, resümiert der Jugendleiter, „die Stühle werden ganz oft traditionell in Reihen gestellt. Gleichzeitig ist der Segen eines der liturgischen Elemente, das Jugendlichen sehr wichtig ist. Und ich behaupte mal, nicht deshalb, weil er am Ende gesprochen wird.“ 

Pfarrer Jens Heller und Pfarrerin Kirsten Schulmeyer verabschiedeten Jürgen Dietermann im Rahmen des Ehrenamtsgottesdienstes am  Sonntag um 18 Uhr in der evangelischen Kirche.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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