Stadtratswahl in Maintal

Kandidaten stellen sich bei einer Podiumsdiskussion den Bürgern

Fünf Kandidaten für das Amt des Ersten Stadtrats stellten sich den Fragen.
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Fünf Kandidaten für das Amt des Ersten Stadtrats stellten sich den Fragen.

Die Bandbreite der Themen, zu denen sich die Kandidaten für das Amt des Ersten Stadtrats am Donnerstagabend äußern sollten, war groß.

Anahit Schäfer (FDP), Marlies von der Malsburg (SPD), Martin Fischer (CDU), Sabine Freter und Ahmet Cetiner (beide parteilos) mussten Stellung beziehen unter anderem zu Verkehr und Stadtentwicklung, Sozialem, Umwelt- und Naturschutz sowie Finanzen. 

Rund 30 interessierte Bürger waren – trotz Schneesturms – der Einladung der Maintaler Grünen zur Podiumsdiskussion ins Bürgerhaus Hochstadt gefolgt. Einige von ihnen mit konkreten Vorstellungen: „Ich möchte die Kandidaten kennenlernen. Bisher hatten wir als Bürger ja nicht die Möglichkeit dazu“, sagte etwa Hayriye Rupin im Vorfeld der Veranstaltung. 

Mainfähre MS Dörnigheim als Diskussionspunkt

Die Abwahl von Amtsinhaber Ralf Sachtleber (parteilos) hält die Dörnigheimerin für falsch. „Er ist sehr kompetent. Es wird schwierig, einen Nachfolger mit seinen Fähigkeiten zu finden.“ Von ihren Fähigkeiten und nicht zuletzt von ihren Visionen für Maintal wollten die fünf Kandidaten ‧– der parteilose Ioannis Sarigiannidis hatte im Vorfeld abgesagt – die Anwesenden anschließend auch überzeugen. 

Hitzig wurde die Diskussion beim Thema Mainfähre. Die Bürger forderten, die Verbindung zwischen Dörnigheim und Mühlheim wieder in Betrieb zu nehmen – und zwar so schnell wie möglich. CDU-Kandidat Martin Fischer sprach sich in diesem Zusammenhang erneut für den Bau einer Brücke über den Main aus. 

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV): SPD legt Fokus auf die Bahnhöfe

Zweieinhalb Stunden stellten sich die fünf Kandidaten den Fragen des Publikums: In Sachen Wohnraum sagte Cetiner, die Stadt solle erst dann beginnen, in die Höhe zu bauen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgereizt seien. Martin Fischer hingegen sprach sich dafür aus, lieber in die Höhe statt in die Breite zu bauen. Und die parteilose Kandidatin Sabine Freter erklärte, dass man natürlich nachverdichten müsse.

Bei den interessierten Zuhörern blieben einige Fragen offen.

„Aber es gibt Grenzen.“ Wichtiger fände sie es, Arbeit vor Ort zu schaffen, damit Maintal „keine Schlafstadt“ werde. Beim Thema Verkehr sagte die SPD-Kandidatin von der Malsburg, dass der öffentliche Personennahverkehr ausgebaut werden sollte – gerade zwischen Maintals Stadtteilen. Außerdem regte die Frankfurterin die Aufwertung der beiden Bahnhöfe an. Fischers Augenmerk liegt beim Thema Verkehr vielmehr auf dem Ausbau der Radwege, und Cetiner will den Individualverkehr – soweit es wirtschaftlich sei – auf Elektro-Antrieb umrüsten. 

Fazit der Diskussion: Es sind noch Fragen offen

Auch beim Thema Finanzen gingen die Meinungen der Kandidaten weit auseinander: Anahit Schäfer (FDP) sagte, die Stadt solle erst Schulden reduzieren, ehe große Investitionen getätigt würden. CDU-Fraktionschef Fischer warb dafür, sämtliche zur Verfügung stehenden Fördertöpfe auszuschöpfen und den Haushalt nicht zu Lasten der nachfolgenden Generationen aufzustellen. Weitaus weniger drastisch sah die SPD-Kandidatin Marlies von der Malsburg die finanzielle Situation in Maintal: „Wir sollen zwar wachsam sein“, sagte sie – sehe die Stadt aber auch wirtschaftlich gut für die Zukunft gerüstet. 

Das Fazit nach der Diskussion: „Es sind noch viele Fragen offen“, so Hayriye Rupin. Es sei schade, dass der Erste Stadtrat – anders als der Bürgermeister – nicht von den Bürgern, sondern von den Stadtverordneten gewählt würde. 

Stadtratswahl voraussichtlich am 9. März 

Ähnlich sieht das auch eine Maintalerin, die namentlich nicht in der Zeitung genannt werden möchte. „Es geht nur noch um das Parteibuch“, sagte sie. Dabei sei fachliche Kompetenz in ihren Augen viel wichtiger. 

Die Wahl des Ersten Stadtrats steht wie berichtet auf der Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetenversammlung am Montag, 9. März. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Bürgerhaus Bischofsheim.

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