Maintal

Kein Geld für die Mainfähre in Sicht

Der Mehrheit der Fraktionen ist die Fähre zu teuer: Im Haupt- und Finanzausschuss sprachen sich CDU, SPD und FDP gegen einen monatlichen Zuschuss für den Betrieb aus. Archivfoto: David Scheck

Maintal. Die seit Oktober 2017 stillgelegte Mainfähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim soll wieder fahren. Darin sind sich die Fraktionen einig. Strittig sind die Bedingungen, unter denen der Fährbetrieb erfolgen soll – und genau daran könnte das Vorhaben scheitern.

Von Martina Faust

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses gab es am Mittwochabend jedenfalls keine Mehrheit für eine Subventionierung des Fährbetriebs durch die Stadt Maintal, was jedoch Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Betriebs ist.

CDU, SPD und FDP sind gegen einen monatlichen Zuschuss

Der Landkreis Offenbach als Eigentümer der Fähre sieht die Kommunen Mühlheim und Maintal als Nutznießer der Fährverbindung in der Pflicht, sich das prognostizierte Betriebsdefizit zu teilen. Auf Maintal könnte damit monatlich ein Betrag von bis zu 3221 Euro zukommen. Hochgerechnet beliefe sich der von Maintal zu leistende Gesamtzuschuss angesichts einer möglichen Vertragslaufzeit bis Mai 2022 und abzüglich des Zuschusses durch den Main-Kinzig-Kreis in Höhe von 50 000 Euro auf maximal 72 398 Euro.

Zu viel für die Vertreter von SPD, CDU und FDP. Neben der Anschubfinanzierung des Kreises wäre die SPD bereit, maximal 25 000 Euro pro Jahr für die Instandhaltung zu bewilligen. Aber keinen monatlichen Zuschuss. „Wir haben da auch wettbewerbsrechtliche Bedenken“, so Fraktionschef Sebastian Maier mit Verweis auf die Rumpenheimer Fähre. Zumal die Fähre weiterhin im Besitz des Kreises Offenbach bliebe.

SPD-Antrag zur Übernahme der Fähre in Arbeit

Ein Konstrukt, das den Sozialdemokraten nicht gefällt. Daher kündigte Maier an, bis zur Stadtverordnetenversammlung am kommenden Montag einen SPD-Antrag zur Übernahme der Fähre durch Maintal vorzubereiten. „In den folgenden zwölf Monaten könnten wir dann einen Zweckverband mit Mühlheim gründen“, sagte er.

Eine Perspektive, die beim Ersten Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) für Bauchschmerzen gesorgt haben dürfte. „Wenn wir die Fähre übernehmen, tragen wir statt eines gedeckelten finanziellen Zuschusses das komplette wirtschaftliche und rechtliche Risiko“, warf er ein. Das Problem, dass Maintal zwar zahlen soll, Offenbach aber Besitzer der Fähre bleibt, sah auch CDU-Fraktionschef Martin Fischer.

„Natürlich bezuschussen wir auch den Stadtverkehr Maintal“, stimmte er Friedhelm Duch (Grüne) zu, der die jährliche Summe von knapp 34 000 Euro in Relation zu den 1,2 Millionen Euro für die städtische Busflotte setzte. „Aber das sind unsere eigenen Betriebsmittel“, fügte Fischer hinzu. Die Fähre sei vorher ohne Zuschüsse gefahren und auch der Rumpenheimer Fähre gelinge dies, erteilte er einer finanziellen Unterstützung eine Absage. Stattdessen verwies er auf die Möglichkeit des Fährbetreibers, die Preise anzuheben, um ein ausgeglichenes Betriebsergebnis zu erzielen.

WAM setzt sich für eine finanzielle Unterstützung ein

Thomas Schäfer, Fraktionsvorsitzender der FDP, schloss sich „uneingeschränkt“ der Position von CDU und SPD an: „Wir sehen es nicht als gegeben an, für etwas einzuspringen, für das andere die Verantwortung tragen.“

Bei Jörg Schuschkow von der WAM und Friedhelm Duch lösten die Stellungnahmen Kopfschütteln aus. „Öffentlicher Personennahverkehr muss immer subventioniert werden. Warum jetzt gerade diese Fähre kostendeckend fahren soll, erschließt sich mir nicht“, so Duch. Und auch Schuschkow setzte sich für eine finanzielle Unterstützung ein.

Damit hat der Vorschlag des Magistrats, mittels eines anteiligen monatlichen Zuschusses die Mainfähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim zeitnah wieder verkehren zu lassen, derzeit keine Mehrheit. Die endgültige Entscheidung wollen die Stadtverordneten am Montag, 25. März, ab 18 Uhr im Bürgerhaus Bischofsheim treffen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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