Corona-Krise

Kurzarbeit bei der Norma Group: Produktionsvolumen musste angepasst werden

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Maintals größter Arbeitgeber, die Norma Group, hat Anfang April Kurzarbeit angemeldet.

Nachdem die Norma Group vor rund zwei Wochen bekanntgegeben hat, dass Vorstandsvorsitzender Michael Schneider mit dem Virus infiziert ist, musste das Unternehmen zwischenzeitlich auch Kurzarbeit anmelden und das Produktionsvolumen anpassen. Das teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

„Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Norma Group seit Ende März in mehreren Werken in Europa und Amerika Schichten reduziert. Das betrifft auch das Werk in Maintal“, so die Sprecherin. Und weiter: „Zu den Maßnahmen gehört seit Anfang April unter anderem Kurzarbeit im Rahmen von zehn bis maximal 50 Prozent der regulären Arbeitszeit.“ 

Die Dauer dieser Maßnahmen hänge von der weiteren Entwicklung der Nachfrage und der Corona-Krise ab. Die Norma Group stocke das gesetzliche Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 beziehungsweise 67 Prozent aus eigenen Mitteln auf 85 Prozent auf. „Das Top-Managementinklusive des Vorstands verzichtet in ähnlicher Höhe freiwillig auf einen Teil seiner Entgelte“, so die Sprecherin. 

Unternehmen arbeitet aktiv gegen die Corona-Pandemie

Das Unternehmen, mit 715 Mitarbeitern Maintals größter Arbeitgeber, stellt laut Mitteilung derzeit die Lieferfähigkeit von Verbindungsprodukten sicher, die bei der Herstellung von Beatmungsgeräten und in Krankenhäusern benötigt werden. Vor allem mit den Y-Schlauchverbindern und Einschraubstutzen mit Gewinde für Beatmungsgeräte sowie mit weißen Kabelbindern zur Befestigung von Schläuchen arbeitet das Unternehmen somit aktiv gegen die Corona-Pandemie. 

Der Y-Schlauchverbinder (Foto links) und der Einschraubstutzen von Norma werden unter anderem in Beatmungsgeräten eingesetzt.

„Mit den dringend benötigten Produkten helfen wir, die Herstellung von Beatmungsgeräten aufrechtzuerhalten und Krankenhäuser mit Befestigungen zu versorgen“, sagte Dr. Friedrich Klein, Chief Operating Officer und Mitglied des Vorstands von Norma, der derzeit den erkrankten Vorstandsvorsitzenden vertritt. „Gerade im medizinischen Bereich ist es derzeit essenziell, die Lieferkette aufrechtzuerhalten, um Covid-19-Patienten bestmöglich zu versorgen. Wir sind froh, mit unseren Produkten einen Beitrag zur Bewältigung der Coronakrise zu leisten.“ In Italien und Spanien liefert das Unternehmen die Verbindungslösungen an Großhändler, deren Endkunden von den Behörden als essenziell eingestuft wurden. Die Produkte werden mehrheitlich in den Norma-Werken in Deutschland und in Portugal hergestellt, also auch in Maintal. 

Lieferketten werden von der Norma Group regelmäßig geprüft

Die Distributionszentren in Italien und Spanien hätten laut Mitteilung auch in den vergangenen Wochen durchgehend beliefert werden können, sodass die Kunststoffverbinder, Einschraubstutzen und Kabelbinder in ausreichender Menge vorrätig seien. „Kundenbestellungen für medizinische Anwendungen können daher rasch bedient werden“, teilt das Unternehmen mit. Die Norma Group unternheme intern fortlaufend alle erforderlichen Schritte, um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu schützen und um auf verschiedene Szenarien vorbereitet zu sein. Teams auf globaler, regionaler und lokaler Ebene würden dafür sorgen, dass Maßnahmen gemäß den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie der regionalen und lokalen Behörden umgesetzt würden. 

Neben Präventivmaßnahmen und Richtlinien wie etwa Reisebeschränkungen, Hygienemaßnahmen und Homeoffice wurden und werden Notfallpläne vorbereitet und umgesetzt. Darüber hinaus überprüft das Unternehmen laut Mitteilung kontinuierlich ihre Lieferketten auf mögliche Auswirkungen. Gemeinsam mit den Lieferanten habe die Norma-Group zusätzliche Meldeaktivitäten eingerichtet, um eine stabile Versorgung mit Material, die Aufrechterhaltung der Produktion und Belieferung der Kunden sicherzustellen, heißt es.

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