Lachen gegen den Corona-Frust

Über die Schulter geschaut bei Lachyoga-Traninerin Elke Westhöfer aus Maintal

Höchst ansteckend: Wenn Lachyoga-Trainerin Elke Westhöfer aus Maintal mit ihrem Übungsprogramm beginnt, fällt es wirklich schwer, zu Hause im Zoom-Meeting nicht mitzulachen. SCREENSHOT: Jasmin Jakob
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Höchst ansteckend: Wenn Lachyoga-Trainerin Elke Westhöfer aus Maintal mit ihrem Übungsprogramm beginnt, fällt es wirklich schwer, zu Hause im Zoom-Meeting nicht mitzulachen. (Screenshot)

Lachen fällt in der Corona-Krise nicht immer leicht: Die Maintalerin Elke Westhöfer hilft mit ihrem Lachyoga-Training nach. Wir machen den Selbstversuch.

Maintal – Lachen ist ansteckend und gleichzeitig bekanntlich die beste Medizin – auch gegen das Corona-Stimmungstief. Elke Westhöfer aus Maintal bietet für alle, die in der Krise das Lachen verlernt haben, einen Gute-Laune-Lach-Workout an. Die ehemalige Steuerberaterin hat sich vor rund fünf Jahren zur Lachyoga-Trainerin ausbilden lassen. Jeden Montag lädt sie von 18 bis 18.30 Uhr zum Lachyoga ein – Corona-konform über eine Zoom-Konferenz am Laptop. In dieser Woche wage ich den Lachyoga-Selbstversuch.

Dass eine halbe Stunde durchlachen kein Spaziergang ist, verrät mir Westhöfer zu Beginn: „15 Minuten Lachen ist so effektiv wie eine halbe Stunde joggen.“ Zwerchfell-Muskelkater sei daher nicht ausgeschlossen. Kein Wunder, denn beim Lachen werden 300 Muskeln beansprucht. 17 davon alleine im Gesicht. Neben dem bloßen Kalorienverbrauch habe das Lachen jede Menge positive Effekte: „Der Kreislauf wird in Schwung gebracht, die Durchblutung im Gehirn angeregt und die Zellen werden besser mit Sauerstoff versorgt.“ Und lachen macht glücklich: „Wenn man über 60 Sekunden grinst, wird dem Gehirn signalisiert, dass es Glückshormone ausschütten soll. Dabei ist es völlig egal, ob das Lachen echt oder künstlich ist“, sagt Westhöfer. Das macht sich auch das Lachyoga zunutze.

Fake it, untill you make it – Lachen ist zu Beginn noch gesprochen

Das Motto zu Beginn lautet also „Fake it, until you make it!“ – Tu so als ob, bis es echt ist. Das Programm startet mit einer Übung zum Ankommen: Die vier Teilnehmerinnen und ich schließen die Augen, atmen tief durch. Den Alltag sollen wir hinter uns lassen.

Dann geht es los. Am Anfang ist das Lachen eher ein gesprochenes: „Ha, Ha, Ha“, „Ho, Ho, Ho“ sagen wir im Chor und machen angeleitete Bewegungen dazu. Mit einer imaginären Kurbel werden die Mundwinkel nach oben gekurbelt. Wir klopfen uns selbst mit den Händen am ganzen Körper ab und lachen noch relativ künstlich vor uns hin und machen die ersten Atemübungen. Das erfordert ein ganzes Stück Selbstüberwindung, denn ich komme mir jetzt schon albern vor. Aber alle machen mit, das motiviert.

„Im Laufe des Lebens verlernen wir zu lachen“

Die Teilnehmerinnen sind ausnahmslos weiblich und deutlich älter als ich. Gut gelaunt grinsen, lachen und kichern sie in die Kamera ihres Laptops und machen wie ich alles nach, was Westhöfer vormacht. Dass ich den Altersdurchschnitt unserer Runde deutlich nach unten reiße, sei nicht ungewöhnlich. Denn das Durchschnittsalter ihrer Teilnehmer liegt bei 40 bis 60 Jahren, wie mir Westhöfer später verrät. „Im Laufe des Lebens verlernen wir zu lachen“, sagt sie. Studien zufolge lachen Kinder 400- mal am Tag, Erwachsene nur noch etwa zehn bis 15-mal. „Es gibt aber auch Männer, die bei uns mitmachen. Wir haben auch eine Männerlachgruppe.“

Nach dem Aufwärmtraining „verlachen“ wir Witze oder lustige Sprüche mit clownesken Körperbewegungen. Als Westhöfer mit ausladenden Bewegungen die Sonnenstrahlen einfängt und mit einem schelmischen Lachen in die Hosentaschen steckt, muss ich ganz natürlich mitlachen.

Halbe Stunde Dauerlachen ist gewöhnungsbedürftig, aber wohltuend

Mein Highlight ist der „Bollywood-laughter-Dance“. Beim Tanzen vergesse ich völlig darüber nachzudenken, wie ungewohnt sich das Lachen auf Knopfdruck anfühlt. Und die Freude der anderen Teilnehmerinnen, die sich den Tanz auch für die nächste Sitzung wieder wünschen, reißt mich langsam mit. Zum Schluss bin ich erstaunt, wie gut es tut, mit Fremden im Internet zu lachen. Und dass es so anstrengend ist. Nach einer halben Stunde Dauerlachen tun mir meine Wangen weh, ich habe Tränen in den Augen und den Alltag eine halbe Stunde lang ganz vergessen.

Wer auch mal den Selbstversuch wagen möchte, kann kostenlos und unverbindlich jeden Montag von 18 bis 18.30 Uhr digital per Zoom mitlachen. Die Zugangsdaten und alle Informationen zum Lachyoga-Angebot von Elke Westhöfer finden sich auf ihrer Internetseite. (Jasmin Jakob)

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