Maintal

Magistrat will Abstimmungsprozess für Main-Brücke in Gang setzen

Ob eine neue Brücke über den Main kommt, ist noch offen. Zumindest aber soll der Vorschlag aus Hanau mit den beteiligten Körperschaften geprüft und diskutiert werden. Luftbild: Axel Häsler

Maintal. Eine Entscheidung für eine neue Mainbrücke gibt es noch nicht. Noch lange nicht. Aber die Idee nimmt zaghaft Gestalt an und schlägt auch heute Abend ab 19 Uhr in der Sitzung des Bauausschusses auf. Dort steht das Thema „Absichtserklärung Neue Mainquerung“ auf der Tagesordnung.

Von Martina FaustHinter diesem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich die Überlegung, eine zusätzliche Brücke über den Main, im Bereich zwischen der Carl-Ulrich-Brücke in Offenbach und der Mainbrücke in Hanau-Steinheim, zu realisieren. Die Idee ist nicht neu. Die Maintaler CDU plädiert seit Jahren für den Bau einer Brücke, um eine verlässliche, dauerhafte Querung über den Fluss zu schaffen. In der Stadtverordnetenversammlung fand dieser Vorschlag in der Vergangenheit allerdings keine Unterstützer.

Rückenwind gab es dann im vergangenen Jahr aus der Nachbarstadt Hanau. Um der Zunahme der Verkehrsströme im Frankfurter Osten wirksam begegnen zu können, brachte Stadtrat Thomas Morlock (FDP) im Kontext der Neuaufstellung des Regionalplans Südhessen und des Regionalen Flächennutzungsplans den Bau einer Brücke ins Gespräch. Der Vorschlag aus der Brüder-Grimm-Stadt sieht vor, diese östlich des Tierheims zu errichten und auf der Südseite des Mains an die B 43 anzuschließen. Gab sich Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) damals „völlig neutral“, schlägt der Maintaler Magistrat nun vor, gemeinsam mit den beteiligten Körperschaften (Regionalverband, die Kreise Offenbach und Main-Kinzig, Hessen Mobil sowie die Städte Hanau und Mühlheim) eine Absichtserklärung zu unterzeichnen.

Magistrat spricht sich für die Interessenbekundung aus

Das klingt zunächst sehr vage. Ist es auch. Denn dieser Vertrag wäre zunächst nicht mehr und nicht weniger als „die Willensbekundung zur Prüfung einer zusätzlichen Mainbrücke“, so der Wortlaut der Beschlussvorlage. Diese Prüfung würde in drei Schritten erfolgen – von der Gründung einer Projektgruppe, über eine verkehrstechnische Untersuchung, bis hin zur möglichen Erstellung einer Machbarkeitsstudie.

„Der Magistrat hat sich in seiner letzten Sitzung mit diesem Thema beschäftigt und sich für eine Mitwirkung der Stadt Maintal an weiteren Untersuchungen ausgesprochen. Wenn dies unsere Stadtverordneten ebenfalls befürworten, unterschreiben wir die erforderliche Absichtserklärung“, teilt die Maintaler Stadtspitze schriftlich mit.

Man will ergebnisoffen in die Prozesse gehen

Den gesamten Abstimmungs- und Entscheidungsprozess wolle man ergebnisoffen gestalten, das heißt, noch sei nicht klar, ob am Ende tatsächlich eine neue Mainbrücke entstehe. „Für uns ist es wichtig, sowohl an den Untersuchungen als auch an den notwendigen Entscheidungen aktiv mitwirken zu können. Ziel muss es sein, die Kommunen von unnötigen Durchgangsverkehren zu entlasten und die Verkehrsströme in unserer Region zukunftssicher zu lenken – und somit auch die Lebensqualität in unserer Region zu stärken“, so der Maintaler Magistrat.

Auf eine Trasse möchte man sich im Vorfeld noch nicht festlegen, sondern ergebnisoffen in den Prozess gehen. Angesichts des großen Flächenanteils, den Maintal am Mainufer hat sowie im Hinblick auf die Autobahnanschlüsse wäre der Bau einer Brücke auf Maintaler Gemarkung allerdings durchaus denkbar.Nach der Vorstellung und dem Austausch über die Absichtserklärung heute Abend im Bauausschuss soll die Entscheidung darüber in der Stadtverordnetenversammlung am Montag, 11. Juni, um 18 Uhr im Bürgerhaus Bischofsheim fallen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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