Maintal

Mainfähre: Jetzt liegt es an Maintal und Mühlheim

Die Forderung ist deutlich: Die Bürgerinitiative „Fähre Mühlheim–Maintal“ hatte im vergangenen Jahr unter anderem mit einer Postkartenaktion sowie einer Online-Petition, bei der über 2700 Unterschriften zusammenkamen, auf den Stillstand bei der Reaktivierung der Fähre aufmerksam gemacht. Foto: PM

Maintal. So reichlich das Wasser den Main hinunter fließt, so spärlich flossen bislang die Informationen zur Reaktivierung der seit Oktober 2017 außer Betrieb gesetzten Fähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim.

Von David Scheck

Nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen, der Kreis Offenbach steht offenbar in Verhandlungen mit einem möglichen Pächter. Knackpunkt allerdings könnten die Betriebskosten werden: Bei deren Bezuschussung sieht der Kreis nämlich die Anrainerstädte Maintal und Mühlheim gefordert.

Informationen zu den Verhandlungen

Die Information über die Verhandlungen mit einem Interessenten erhielt die Öffentlichkeit nicht direkt vom Landkreis Offenbach, der nach wie vor Besitzer und Betreiber der über 100-jährigen Fährverbindung ist, sondern von der Stadt Maintal. Und das auch nur, weil die Wahlalternative Maintal (WAM) eine Anfrage an den Magistrat zum Sachstand bezüglich der Fähre eingebracht hatte. Deren Antwort in der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Montag wurde mit Spannung erwartet und brachte schließlich auch ein paar Neuigkeiten.

Während die Pressestelle des Kreises Offenbach eine Anfrage unserer Zeitung von Ende Januar zum aktuellen Stand zur Vergabe des Fährbetriebs mit einem Satz („Das Vergabeverfahren läuft weiter.“) beantwortete, wurde Offenbachs Landrat Oliver Quilling (CDU) gegenüber der Stadt Maintal etwas konkreter. Wie Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) am Montag ausführte, habe der Landrat am 31. Januar per E-Mail mitgeteilt, dass „zwischenzeitlich mit einem Bieter eine mögliche Vergabe des Fährbetriebes endverhandelt ist“.

Das wäre ein Erfolg, auch wenn der Kreis, der seinen Sitz in Dietzenbach hat, ursprünglich, wie in einer Pressemitteilung erklärt, gehofft hatte, das Vergabeverfahren bis Ende Oktober des vorigen Jahres abschließen und den Fährbetrieb im Januar dieses Jahres wieder aufnehmen zu können. In einem zuvor durchgeführten Markterkundungsverfahren konnte sogar gar kein Interessent gefunden werden. Doch da das Verfahren noch läuft, gibt es auch noch keinen Starttermin für die Wiederaufnahme des Fährbetriebs.

Viele Baustellen

Einen Pächter für die über 50 Jahre alte Fähre zu finden, war in dem ganzen Prozedere um die Reaktivierung der Verbindung über den Main allerdings nur eine der Baustellen. Eine andere ist der Unterhalt der Fähre. Im vergangenen Jahr hatte eine Mehrheit im Maintaler Stadtparlament eine pauschale Beteiligung an den Betriebskosten abgelehnt.

Als Grund wurde unter anderem genannt, dass man von Seiten des Kreises Offenbach keine konkreten Summen genannt bekommen habe. Nun spielt Landrat Quilling den Ball aber dennoch wieder zu den beiden betroffenen Städten: Wie Stadtrat Sachtleber ausführte, fordere Quilling in besagter E-Mail eine verbindliche Kostenübernahmeerklärung durch die Städte Maintal und Mühlheim. Er sei ansonsten nicht bereit, den Betriebsführungsvertrag zu unterzeichnen. Von Quilling habe er diesmal auch Zahlen genannt bekommen, sagte Sachtleber auf eine entsprechende Nachfrage aus den Reihen der Stadtverordneten. Da das Vergabeverfahren noch nicht abgeschlossen sei, wolle er diese Zahlen allerdings nicht öffentlich machen, so der Erste Stadtrat.

Grundlage durch Abstimmungsgespräche

In Mühlheim hatte die Stadtverordnetenversammlung im vergangenen September beschlossen, dass die dortigen Stadtwerke zukünftig den Fährbetrieb gewährleisten sollen – gemeinsam mit der Stadt Maintal. Deren gewählte politischen Vertreter werden sich nun also in naher Zukunft wieder mit dem Thema Betriebskostenzuschuss beschäftigen müssen. Zunächst will der Magistrat das Ausschreibungsergebnis abwarten und anschließend prüfen. Auf dieser Grundlage will man dann Abstimmungsgespräche mit der Stadt Mühlheim und dem Kreis Offenbach führen. Deren Ergebnisse sollen dann der Maintaler Stadtverordnetenversammlung zur Entscheidung vorgelegt werden.

Die dritte und letzte Baustelle in puncto Fährverbindung, nämlich die Reparaturen am Schiffskörper sowie an der Seilanlage, scheint indessen geschlossen zu sein: Im Dezember wurden laut Kreis Offenbach für rund 45 000 Euro die Seilwinde erneuert, Schweißarbeiten ausgeführt und das Funksystem in der Fähre eingebaut. Ein Großteil der Arbeiten sei mittlerweile abgeschlossen, die restlichen seien beauftragt.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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