Vorfälle häufen sich

Maintal: Autoreifen von Grünen-Fraktionsmitglied erneut zerstochen

Am Auto von Grünen-Fraktionsmitglied Hartmut König wurden bereits zweimal die Reifen zerstochen. Der 71-Jährige fühlt sich bedroht.
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Am Auto von Grünen-Fraktionsmitglied Hartmut König wurden bereits zweimal die Reifen zerstochen. Der 71-Jährige fühlt sich bedroht.

Das Auto des Grünen-Stadtverordneten Hartmut König ist innerhalb kurzer Zeit zweimal Ziel von Unbekannten geworden, die die Reifen an dem VW-Bus zerstochen haben. Mittlerweile vermuten die Grünen ein politisches Motiv hinter den Taten.

Maintal – Der erste Vorfall ereignete sich am 12. März, zwei Tage vor der Kommunalwahl. Damals wurden die Reifen des roten Busses von König zerstochen, als dieser vor seinem Haus geparkt war. Zudem wurde der Wagen zerkratzt. König ging zur Polizei und erstattete Anzeige gegen unbekannt, aufgrund mangelnder Tatverdächtiger wurde das Verfahren eingestellt.

Am Abend des 21. Mai wurden erneut zwei Reifen zerstochen. Am nächsten Morgen erstattet König erneut Anzeige bei der Polizei. Da es nun wiederholt zu einem solchen Vorfall gekommen ist, machen die Grünen und König den Fall öffentlich. „Das ist nicht nur, um mir mal eins auszuwischen, wie man es bei einem Mal denken könnte“, sagt König. „Ich habe das Gefühl, dass versucht wird, da nachhaltig etwas zu zerstören.“

Maintal: Politiker der Grünen fühlt sich unsicher und bedroht

Für den 71-jährigen Kommunalpolitiker ist mittlerweile ein Punkt erreicht, der nicht mehr zu tolerieren ist. „Ich weiß ja nicht, auf welche Ideen die noch kommen“, sagt er. „Ich fühle mich unsicher und bedroht.“

Zumal es nicht der erste Vorfall dieser Art ist. Als König nach der Kommunalwahl Plakate der Grünen abgehängt hat, sei er auf der Straße bereits verbal angegangen worden. „Weg mit dem Dreck“, wurde ihm zugerufen, danach soll eine Person den Hitlergruß gezeigt haben. Auch andere Grünen-Politiker wurden bereits zur Zielscheibe. Vor der Wahl wurde aus drei Plakaten am Bahnhof Maintal-Ost das Gesicht des Grünen-Kandidaten Ahmet Cetiner herausgeschnitten. Auch hier erstatteten die Grünen eine Anzeige, die bisher aber ergebnislos blieb.

Maintaler Grüne haben Vermutung zum Täterkreis

„Aufgrund des offensichtlichen politischen Hintergrundes der Vorfälle sehen wir die Täter/innen in extrem rechten Kreisen“, erklärt die Vorstandssprecherin Angela Lochmann in einer Mitteilung.

Bestärkt werden sie in dieser Annahme von einem Vorfall, der bereits einige Jahre zurückliegt. Damals habe unter anderem bei Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung regelmäßig ein Lieferwagen vor dem Bürgerhaus in Bischofsheim geparkt. Auf diesem waren zahlreicher Aufkleber mit verunglimpfenden Inhalt angebracht. Unter anderem wurden die Grünen darauf als „Pädophile“, „Ökofaschisten“ und „Deutschenhasser“ bezeichnet. Gegen den Halter des Fahrzeugs wurde eine Anzeige wegen Volksverhetzung erstattet, die Aufkleber mussten laut Mitteilung der Grünen entfernt werden.

Grüne fürchten um ihre Sicherheit

Die Maintaler Grünen fürchten aufgrund der gehäuften Taten um die Sicherheit ihrer Mitglieder. „Mit der Zerstörung von Privateigentum eines unserer Fraktionsmitglieder wurde hier eine neue Stufe erreicht, die uns besorgt macht. Wann ist der Tag gekommen, an dem wir mit tätlichen Angriffen auf unsere Mitglieder und Mandatsträger/innen rechnen müssen?“, so das Statement Vorstandssprecher Jochen Vielhauer .

Die Staatsanwaltschaft Hanau konnte auf Nachfrage unserer Zeitung noch keine Auskunft zum Sachverhalt geben.

Von Michael Bellack

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