Bürgerhaus-Neubau

Diskussionen um FDP-Antrag: Endgültige Entscheidung zum Bürgerhaus Bischofsheim gefallen

Im Zentrum der Diskussion stand erneut das Bürgerhaus in Bischofsheim. Archiv
+
Im Zentrum der Diskussion stand erneut das Bürgerhaus in Bischofsheim. Archiv

Seit Juni 2019 ist klar: Es soll ein neues Bürgerhaus in Bischofsheim gebaut und das alte Gebäude abgerissen werden. Nachdem im Februar 2021 schließlich die Architektenleistung für den Neubau vergeben wurde, schien es, als ob dem Projekt nichts mehr im Wege stehen könne. Trotzdem versuchte die FDP Maintal, die von Anfang an gegen den Neubau war, in der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Montag noch einmal das Projekt zu stoppen.

Maintal – „Angesichts der Länge der Planungszeit stellt sich die Frage, ob das Projekt in seiner jetzigen Form noch zeitgemäß ist und den Anforderungen an die Stadtentwicklung gerecht wird. Dies zu beurteilen ist Aufgabe der neu zu wählenden Stadtverordnetenversammlung“, hieß es in der Begründung des Antrags der Freien Demokraten, der die Vergabe des Auftrags wieder rückgängig machen sollte.

Ursprünglich war dieser Antrag als Dringlichkeitsantrag in der Stadtverordnetenversammlung im Februar eingebracht worden, konnte aber wegen der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr behandelt werden. Daher stand der Punkt in der vergangenen Versammlung erneut auf der Tagesordnung.

Kritik von den anderen Fraktionen

Mit diesem Antrag stieß die FDP im Parlament auf wenig Gegenliebe. Götz Winter (CDU) erklärte in seiner Erwiderung die Diskussion um die Standortfrage für beendet. Aber: Was gebaut werde, sei noch nicht so festgefahren, wie es auf den ersten Blick erscheine. „Ihr könnt euch sicher sein, dass wir genau hinschauen, was da gebaut wird“, versicherte Winter. „Was da gebaut wird, wird gut werden. Denn die Herren dessen, was da gebaut wird, sitzen bis zur letzten Sekunde hier.“

Auch Friedhelm Duch, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, kritisierte den Antrag der FDP. So wies er die Behauptung der Liberalen zurück, dass die Entscheidung übers Knie gebrochen worden sei. Laut Duch habe das Thema in 23 Sitzungen der Ausschüsse und der Stadtverordnetenversammlung auf der Tagesordnung gestanden. „Andere Städte bauen in dieser Zeit einen Flughafen. Vielleicht nicht Berlin. Aber andere“, fasste Duch zusammen. Auch das Argument der FDP, dass die Vereine ihre Räumlichkeiten verlören, wies der Grüne zurück. Die meisten Vereine würden ihre Räumlichkeiten bekommen. Und diejenigen, für die kein Platz sei, wären wohl nicht mehr notwendig. „Ich glaube, dieses Thema sollten wir heute noch einmal endgültig zu den Akten legen“, verkündete Duch abschließend.

WAM brachte einen Änderungsantrag ein

Zu dem Antrag der FDP reichte auch die WAM einen Änderungsantrag ein. Dieser sah nicht vor, die Vergabe komplett zurückzunehmen, sondern „das ursprüngliche Gutachten, das der Entscheidung zum Neubau des Bürgerhauses Bischofsheim zugrunde lag, durch ein Architekturbüro überprüfen zu lassen“. Der Fraktionsvorsitzende Jörg Schuschkow erklärte hierzu: „Wir wollen es nicht nochmal neu ausrollen. Wir wollen nur klar wissen, wie teuer alles wird.“

Für die FDP sei diese Änderung wenig sinnvoll, da man hierzu den gesamten Prozess stoppen müsse, wie Klaus Gerhard erklärte. „Es geht hier darum, Unfug zu vermeiden. Wenn Sie dagegen stimmen, erklären Sie es den Bürgern.“

Dauerthema Bürgerhaus scheint beendet

Diese Formulierung wurde von Sebastian Maier, Fraktionsvorsitzender der SPD, vehement zurückgewiesen. „Unfug ist es nicht, was die Mehrheit der Stadtverordneten beschlossen haben“, sagte Maier. Stattdessen sei der gesamte Neubau im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bestandsgrundstücks eine großartige Chance für Maintal, die man ergreifen müsse.

Nach ausschweifenden Diskussionen entschieden sich die Stadtverordneten dann dazu, beide Anträge – sowohl den der FDP als auch den der WAM-Fraktion – abzulehnen. Damit sollte das Dauerthema Bürgerhaus in Bischofsheim endgültig beendet sein und dem Neubau nichts mehr im Wege stehen. (Von Jan Max Gepperth)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare