Newcomerin mit Macher-Qualitäten

Frauen in der Maintaler Politik: CDU-Kandidatin Isabelle Sarrach setzt auf Verkehrsthemen

Isabelle Sarrach kandidiert in Maintal für die CDU auf Listenplatz acht.
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Isabelle Sarrach kandidiert in Maintal für die CDU auf Listenplatz acht.

Die Tradition bewahren, Neues voranbringen – auf diesen Punkt bringt Isabelle Sarrach ihre politische Mission. Für die anstehende Kommunalwahl kandidiert sie auf Listenplatz acht der Maintaler CDU. „Ich habe mich seit der Schulzeit mit Politik befasst, und da es wenige junge Leute in den Parteien gibt, wollte ich selbst aktiv werden“, sagt die 26-jährige Dörnigheimerin.

Maintal – 2014 ist sie in die CDU eingetreten und hat ganz pragmatisch die Partei ausgewählt, bei der sie die größten Schnittmengen zu ihren eigenen Überzeugungen fand. „Ich wurde mit offenen Armen empfangen. Die älteren Kollegen standen mir von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite“, sagt die Newcomerin rückblickend. Als junge Frau ist sie bis heute eine Rarität – von 28 Kandidaten auf der Wahlliste der Union sind nur fünf weiblich und zehn unter 50. „Dass ich oft die einzige Frau im Raum bin, spielt keine Rolle“, sagt sie zur niedrigen Frauenquote in der Maintaler CDU. „Was zählt, ist, dass ich mich interessiere und mitmachen möchte.“ Berührungsängste zu älteren Generationen gibt es keine. Und auch das Girlie-Image ist fehl am Platz – ganz im Gegenteil. Politische Weggefährten bescheinigen Isabelle Sarrach „Macher-Qualitäten“.

2015 hat sie Markus Heber tatkräftig im Wahlkampf unterstützt. „Flyer verteilen, Plakate aufhängen – wie viel Arbeit im Hintergrund einer Bürgermeister-Kandidatur steht, habe ich erst im Wahlkampf gelernt“, berichtet sie. Jetzt, da sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat und „mit beiden Beinen im Leben“ steht, traut sie sich selbst die Kandidatur für die Stadtverordnetenversammlung zu.

Stärkerer Fokus auf die sozialen Medien

Die CDU-Kandidatin ist Maintalerin durch und durch. In Dörnigheim aufgewachsen, in Bischofsheim zur Schule gegangen, ist sie parteiübergreifend vernetzt. In ihrem Freundeskreis ist sie mit ihrem politischen Engagement allerdings eine Seltenheit. „Viele Frauen trauen sich Politik leider nicht zu“, lautet ihre Erklärung. Man müsse nicht von der ersten Minute an sattelfest in allen Themen sein. „Das lernt man dann schon mit der Zeit. Die Parteiarbeit ist so vielseitig, dass man sich mit seinen persönlichen Interessen und Fähigkeiten einbringen kann.“ Bei ihr ist dies derzeit vor allem die quasi angeborene Social-Media-Kompetenz ihrer Generation Y. Denn der Wahlkampf in der Pandemie muss ohne direkten Kontakt, ohne Stand auf dem Wochenmarkt und Ähnliches auskommen.

Die CDU setzt daher den Fokus stärker auf soziale Medien. „Da sehe ich meine Stärke. Das macht mir Spaß und die Kollegen sind offen dafür.“ Gleichzeitig steht für sie die Bewahrung von Maintaler Traditionen im Mittelpunkt: „Das Maintalbad ist zentrale Anlaufstelle für alle Maintalerinnen und Maintaler im Sommer und zählt genau wie die Streuobstwiesen in Hochstadt zu dem, was Maintal für mich ausmacht und was ich erhalten möchte“, erklärt sie. „Wir leben hier in einem grünen Dorf, in dem jeder jeden kennt, aber dennoch vor den Toren Frankfurts.“

Verkehr als wichtiges Thema

Die junge Frau schätzt die Natur, den Wald vor ihrer Haustür, die grüne Mitte. Zukunftsthema ist für sie vor allem eine bessere Verkehrsanbindung an Frankfurt durch die kürzlich auf Initiative der Maintaler CDU umgesetzten Express-Buslinien oder die nordmainische S-Bahn.

Isabelle Sarrach weiß, wovon sie spricht: Die gelernte Bankkauffrau pendelt täglich von Dörnigheim zu ihrer Arbeitsstelle, einer Investmentgesellschaft in Frankfurt. „Im Moment gibt es nur eine Regionalbahn, die alle halbe Stunde fährt. Bevor es den Expressbus gab, habe ich 45 Minuten von Dörnigheim bis nach Bergen-Enkheim gebraucht. In diesem Bereich haben wir noch einiges zu tun“, blickt sie in die Zukunft. Vor allem den Anschluss an den öffentlichen Regionalverkehr so auszubauen, dass man als Pendler nach Frankfurt nicht mehr zwingenderweise ein Auto braucht, ist ein erklärtes Ziel, dass sie umsetzen möchte. Der achte Listenplatz sei dafür eine gute Voraussetzung, den sie sich bescheiden mit ihrem tatkräftigen Engagement, ihrer Zuverlässigkeit und ihrer Bereitschaft, sich in Fachausschüssen einzubringen, erklärt. (Von Bettina Merkelbach)

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