Kommunalwahl

Frauen in der Maintaler Politik: Janna Maier und Eva Holter von der SPD legen Fokus auf Wohnraum und Familie

Hier wollen sie hin: Janna Maier und Eva Maria Holter kandidieren erstmals für die Maintaler Stadtverordnetenversammlung.
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Hier wollen sie hin: Janna Maier und Eva Maria Holter kandidieren erstmals für die Maintaler Stadtverordnetenversammlung.

Kaum ein Thema beherrscht den Kommunalwahlkampf parteienübergreifend wie die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. „Die Wohnsituation spitzt sich zu, Maintal hat die höchsten Mieten im Main-Kinzig-Kreis. Das können sich viele nicht mehr leisten. Sie ziehen schweren Herzens weg, obwohl sie hier verankert sind“, benennt Janna Maier, SPD, das Problem. „Wir müssen uns dagegenstemmen, dass sich Maintaler Maintal nicht mehr leisten können.“

Maintal – Als Gegenmaßnahme, da ist sie sich mit ihrer jungen Parteikollegin Eva Holter einig, muss mehr Wohnraum gefördert werden: „Wir müssen den Druck auf den Magistrat erhöhen und bei allen Bauvorhaben 40 Prozent geförderten Wohnraum einfordern, die im Übrigen auch Menschen mit mittleren Einkommen offenstehen. Der Markt alleine richtet das nicht.“ Eva Holter spricht sich zudem für mehr integrative Wohnformen und Mehrgenerationen-Häuser wie das geplante Projekt in der Hermann-Löns-Straße aus: „Wichtig für ein vielfältiges Maintal ist, dass wir Wohnraum für alle schaffen, Studierende, Rentner, Familien.“

Maier und Holter kandidieren erstmals bei der Kommunalwahl am 14. März für die Stadtverordnetenversammlung. Beide sind Juristinnen und machen sich außerdem auch für ein familienfreundliches Maintal stark. „Das Interesse an Parteienpolitik ist mit dem Jurastudium gewachsen“, erzählt Eva Holter. „Mir war schon immer klar, dass die SPD meine Partei ist, weil mich ihre Geschichte fasziniert und ich die sozialdemokratischen Grundwerte teile.“ Vor drei Jahren ist die 24-Jährige in die Maintaler SPD eingetreten. Das juristische Grundverständnis helfe ihr als Newcomerin auf dem lokalpolitischen Parkett.

Maier mit langjähriger lokalpolitischer Erfahrung

Janna Maier kandidiert für die SPD Maintal

Janna Maier hingegen bringt langjährige lokalpolitische Erfahrung mit. In den vergangenen zehn Jahren war sie Kreistagsmitglied und kann daher unter anderem auf eine profunde Kenntnis der vielen unterschiedlichen Zuständigkeiten im Bildungsbereich zurückgreifen. „Bis zum Beispiel die aktuelle Erweiterung der Wilhelm-Busch-Schule endlich angestoßen werden konnte, mussten unzählige Akteure zusammenkommen. Das verhindert oft schnelle, pragmatische Lösungen“, sagt Janna Maier. „Die Zusammenarbeit zwischen städtischen Stellen, dem Kreis und weiteren Trägern müssen wir verbessern. Das ist mir im Interesse der Maintaler Familien ein persönliches Anliegen.“

Sie selbst ist Mutter von zwei sieben und neun Jahre alten Jungs, die der Hauptgrund dafür sind, dass die 42-Jährige jetzt zum ersten Mal für die Stadtverordnetenversammlung kandidiert: „Als die Kinder noch kleiner waren, war es ausgeschlossen, dass ich mich auch hier im Stadtparlament engagiere, weil wir dann einfach zu viele Termine gleichzeitig gehabt hätten.“ Mit „wir“ meint sie sich und ihren Mann Sebastian Maier, Spitzenkandidat der Maintaler Sozialdemokraten. Sie im Kreistag, er im Stadtparlament, das habe organisatorisch prima geklappt. „Aber nach zehn Jahren ist die Zeit für neue Köpfe und neue Ideen gekommen. Deswegen hatte ich das schon lange für mich entschieden, nach diesen zwei Legislaturperioden nicht noch einmal für den Kreistag zu kandidieren“, erklärt die Vorsitzende der Maintaler SPD.

Maintal bei Kinderbetreuung und Bildung gut aufgestellt

Eva Holter kandidiert für die SPD

Dennoch stand die Frage im Raum, ob sich beide Maiers nun parallel in Maintal engagieren wollen. „Der lokalpolitische Ruhestand wäre aber eben auch nichts für mich gewesen. Dazu juckt es mich zu sehr in den Fingern“, sagt Janna Maier. „Und die Kinder sind mittlerweile so groß, dass die Betreuungsfrage kein Problem mehr ist. Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, mich auf Maintal zu konzentrieren.“ Ihre eigenen Erfahrungen will sie in die Familienpolitik mit einbringen, auch wenn die genaue thematische Ausrichtung erst mit Bildung der neuen Fraktion nach der Wahl festgelegt werde. „Ich erlebe ja auch am eigenen Leib, was nicht gut läuft und was man ändern sollte.“

Grundsätzlich hält sie Maintal bei den Themen Kinderbetreuung und Bildung für gut aufgestellt. „Die Qualität der Betreuung ist sehr hoch. Aber wir dürfen uns nicht auf dem einen Leuchtturm und der Auszeichnung des Familienzentrums Ludwig-Uhland-Straße ausruhen. Wir müssten den Anspruch haben, dass alle unsere Kitas so ausgestattet und gefördert werden, dass sie Deutschlands beste Kitas sind.“ Gleichzeitig will die SPD die Kitagebühren abschaffen. „Genau wie Schulen sollten die Kitas auch kostenfrei sein, damit gleiche Zugangschancen für alle bestehen“, erklärt Eva Holter. „Das steht für uns der Qualität der Betreuung aber nicht entgegen“, ergänzt Janna Maier.

Gerade die häufig kostenintensive U3-Betreuung sei eine Hürde, vor allem für Familien aus bildungsferneren Schichten. „Da muss alles drangesetzt werden, dass das finanzierbar ist, zum Beispiel durch eine stufenweise Senkung“, schlägt die Parteivorsitzende konkret vor. „Das ist die beste Investition in die Bildung, die eine Stadt tätigen kann.“ (Von Bettina Merkelbach)

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