Stadtentwicklung

Freude über Erhalt des Gebäudes: Pfarrer Eckhard Sckell und Dr. Martin Streck zeigen die Baustelle des EGZ in Dörnigheim

Die Pfarrer Eckhard Sckell (links) und Dr. Martin Streck präsentieren die Baustelle des EGZ in Dörnigheim
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Die Pfarrer Eckhard Sckell (links) und Dr. Martin Streck präsentieren die Baustelle des EGZ in Dörnigheim

Laute Arbeitsgeräusche hallen über den Hof des Evangelischen Gemeindezentrums in Dörnigheim (EGZ), während ein Kran große Holzbalken auf das Dach hievt. Seit November laufen die Bauarbeiten zur Grundsanierung des EGZ nun schon – Grund genug, sich die Fortschritte vor Ort anzusehen.

Maintal – Rückblickend sprechen die beiden Pfarrer Eckhard Sckell und Dr. Martin Streck von einem langwierigen Prozess, den die Entscheidungsfindung mittlerweile hinter sich gebracht hat. „Die ersten Überlegungen, etwas zu machen, kamen so ungefähr beim 40-jährigen Jubiläum des Gebäudes vor gut zehn Jahren“, erinnert sich Sckell zurück.

Damals hätte die Heizung häufiger geschwächelt und die Elektrik sei auch nicht mehr im besten Zustand gewesen. Vor drei Jahren habe sich dann der Prozess entwickelt und man habe unterschiedliche Projekte ausgearbeitet.

Pfarrer Eckhard Sckell zeigt den Plan für die Bauarbeiten.

Schließlich entschied man sich bei der evangelischen Kirchengemeinde dazu das, Gemeindezentrum weiterhin erhalten zu wollen. „Alle haben gesagt, wie schön sie es finden, dass das Gemeindehaus erhalten bleibt“, fasst Streck die Reaktionen aus der Nachbarschaft und innerhalb der Gemeinde zusammen.

Kein Zuschuss von der Stadt

Allgemein sei die Kirchengemeinde sehr erfreut darüber, dass nicht nur die Nachbarn diese Entscheidung mitgetragen haben, sondern auch die Stadt mit ins Boot geholt werden konnte. „Uns war von Anfang an wichtig, dass die Stadt die Entscheidung mitträgt“, so Sckell. In Dörnigheim gebe es, anders als in den anderen Stadtteilen, kein Bürgerhaus. „Daher spielt das Gemeindezentrum auch eine wichtige Rolle als Ausrichtungsort für nichtsportliche Veranstaltungen“, erklärt Streck.

Blick von oben: So sieht die Baustelle des EGZ aus der Vogelperspektive aus.

Zwar willigte die Stadt ein, dass ein Teil des Grundstücks veräußert werden dürfe, aber kommunizierte klar, dass kein Zuschuss bereitgestellt werden würde.

Förderung hingegen bekommt die Gemeinde für ihr Bauvorhaben von der Landeskirche in Höhe von ungefährzehn Prozent. „Diese Förderung umfasst die Barrierefreiheit, eine energetische Erneuerung sowie die Arbeiten für den Kindergarten“, so die Pfarrer.

Kindergarten bekommt einen abgegrenzten Teil

Generell spiele der Kindergarten in der Planung eine wichtige Rolle. Bisher habe dieser ein eigenes Gebäude gehabt. Dies werde sich nun ändern. Stattdessen bekommt die Kindertagesstätte mit ungefähr 45 Kinder in zwei Kindergartengruppen sowie einer Hortgruppe einen eigenen Bereich im Gemeindezentrum zugesprochen.

Wo vorher zwei kleine Räume waren, entsteht nun ein Gruppenraum für die Kita.

Dieser Teil wird einen eigenen Eingang haben und auch innen vom restlichen Gemeindezentrum abgegrenzt sein. In diesem Bereich befand sich früher beispielsweise die Küche des Gemeindezentrums. „Vorher waren da zwei winzige Räume, aus denen jetzt ein vernünftiger wurde“, meint Streck und zeigt auf eine herausgerissene Wand. Zudem verweist er darauf, dass die Steine jedoch nicht einfach „mit viel Kraft herausgerissen“ wurden, sondern systematisch abgetragen worden seien. So blieben viele Originalsteine unversehrt und könnten für gezielte Ausbesserungen verwendet werden.

Konkrete Planungen dauerten eineinhalb Jahre

„Dass der Charakter des Gebäudes mit seinem Mauerwerk erhalten bleibt, war uns von Anfang an sehr wichtig“, sagt Sckell und fügt hinzu: „Aber trotzdem ist uns klar, dass die Mauern viel Licht schlucken. Daher wollen wir dafür sorgen, dass die Räume mit hellen Böden und Decken freundlicher gestaltet werden.“ Dies alles sei jedoch alles nur dank des Engagement des Kirchenvorstands – im Speziellen des Bauausschusses – möglich. „Den Ausschuss leitet Heike Minuth. Sie beschäftigt sich quasi täglich mit dem Bau und kennt sich damit wesentlich besser aus als wir Pfarrer“, lobt Streck.

Hier soll ein neuer Zugang zur Terrasse bestehen.

Vor allem in Hinblick auf die lange Planungszeit – die konkreten Planungen laufen seit eineinhalb Jahren – sei ein langer Atem unverzichtbar. „Es ist ist ja nicht so wie bei der Stadt, dass das festangestellte Mitarbeiter machen. Bei uns sind solche Bauprojekte in Hand von uns Pfarrern und den Ehrenamtlichen. Daher ist es ganz großartig, dass wir da so eine kompetente und engagierte Unterstützung haben“, sagt Sckell.

Ziel: Fertigstellung zum Septemberfest

Planmäßig sollen die Bauarbeiten, bei der das komplette Gebäude bis auf die Mauern abgetragen, mit neuer Technik, Sanitäranlagen und einer neuen Raumaufteilung versehen wird, bis Spätsommer abgeschlossen sein.

„Unser Traum ist es, dass die Eröffnung gemeinsam mit dem Septemberfest und hoffentlich ohne Maske stattfinden kann – wenn Corona es zulässt“, formulieren die beiden Pfarrer abschließend einen vorsichtigen Wunsch. (Von Jan Max Gepperth)

Harte Arbeit: Hier laufen gerade Vorbereitungen für einen Fensterdurchbruch.

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