Stadtplanung

Friedhofserweiterung beginnt: Baumfällarbeiten und neues Konzept für Erdbestattungen

In Bischofsheim beginnen die Arbeiten zur Erweiterung des Friedhofs. Dafür müssen Bäume gefällt werden, der angrenzende Waldweg wird kurzzeitig gesperrt.
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In Bischofsheim beginnen die Arbeiten zur Erweiterung des Friedhofs. Dafür müssen Bäume gefällt werden, der angrenzende Waldweg wird kurzzeitig gesperrt.

Die Erweiterung des Bischofsheimer Friedhofs beginnt in dieser Woche mit den Rodungsarbeiten, teilt die Stadt mit.

Maintal –9 500 Quadratmeter groß ist die städtische Waldfläche, die nördlich an den Friedhof angrenzt. Um die Voraussetzungen für künftige Beisetzungen zu schaffen, sieht der Bebauungsplan eine Auflichtung um 40 Prozent vor. Um möglichst schonend in den alten Baumbestand einzugreifen, erfolgte die Auswahl laut Mitteilung unter dem Aspekt der Verkehrssicherung anhand des Zustands der Bäume. „Es werden ausnahmslos Bäume gefällt, die ohnehin hätten entnommen werden müssen, um eine Gefährdung der späteren Besucher des Friedhofs auszuschließen“, erläutert Erster Stadtrat Karl-Heinz Kaiser und ergänzt: „Wir möchten den Großteil des alten Baumbestandes erhalten, um die neue Friedhofsfläche naturnah zu gestalten. Deshalb wird kein gesunder Baum gefällt.“ Für die Fällung der Bäume liege bereits eine Genehmigung vor. Sie si außerdem mit der Revierförsterei abgestimmt. Während der Rodungsarbeiten werden der angrenzende Waldweg am ehemaligen Minigolfplatz kurzzeitig gesperrt.

Die Erweiterung des Bischofsheimer Friedhofes ist laut Stadt zwingend erforderlich, um im zweitgrößten Stadtteil weiterhin Bestattungen zu ermöglichen.

Ruhefristen müssen eingehalten werden

Zwar weise das weitläufige Areal noch freie Flächen aus, doch diese können nicht ohne Weiteres belegt werden. Zum einen würden Ruhefristen auch von abgeräumten Gräbern eingehalten werden müssen, zum anderen erlauben ungünstige Bodenverhältnisse und Schichtenwasser nicht überall Erdbestattungen.

Um zukünftig Beisetzungen in Urnen- und Erd-, aber auch Baumgräbern im zweitgrößten Stadtteil anbieten zu können, soll die bestehende Fläche erweitert werden. Entstehen soll eine Ruhe- und Gedenkstätte mit einer hohen Aufenthaltsqualität. So sind unter anderem ein Rundweg, ein Platz für Andachten sowie die Anlage von Wildblumenflächen geplant. Zahlreiche Ruhebänke werden erlauben, ausgiebig zum Erinnern zu verweilen.

Grabkammern sollen errichtet werden

Damit trotz ungünstiger Bodenverhältnisse auch Erdbestattungen weiterhin möglich sind, werden sogenannte Grabkammern errichtet. Dabei handelt es sich um unterirdische, belüftete Beton-Konstruktionen, die in die Erde eingelassen und nach der Beisetzung mit Erde aufgeschüttet werden. Dadurch ist der Sarg laut Stadt vor eindringendem Wasser geschützt und kann durch die Luftzufuhr normal vergehen. Dies erlaube eine Wiederbelegung der Fläche nach Ablauf der regulären Ruhefrist.

Für die Erweiterung wurden bereits mit dem Haushalt 2020 Mittel in Höhe von 690 000 Euro bereitgestellt. Für den Erwerb der Grabkammern stehen in diesem Jahr zusätzlich 200 000 Euro zur Verfügung, so die Stadt abschließend.  bel

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