Kommunalwahl

Für mehr Maintaler im Kreistag: Aus Sicht von Ex-Bürgermeister Erhard Rohrbach ist Maintal unterrepräsentiert

Für Maintal im Kreistag: Erhard Rohrbach möchte sich für die Stadt einsetzen.
+
Für Maintal im Kreistag: Erhard Rohrbach möchte sich für die Stadt einsetzen.

Bei der Kommunalwahl am 14. März werden nicht nur die Stadtparlamente neu gewählt – auch der Kreistag wird neu zusammengestellt. Insgesamt 482 Kandidaten stehen auf den Listen der Parteien, die sich auf insgesamt 87 Mandate bewerben. Insgesamt finden sich aus Maintal lediglich 25 Kandidaten auf den Listen.

Maintal – Wenn es nach Erhard Rohrbach (CDU), dem ehemaligen Bürgermeister Maintals, geht, sind das zu wenige. „Wenn man die Einwohnerzahl sieht, müsste Maintal mit acht oder neun Abgeordneten stärker vertreten sein“, sagt Rohrbach. Mit fast 40 000 Einwohnern ist Maintal nach Hanau die zweitgrößte Stadt des Main-Kinzig-Kreises. Rohrbach befürchtet jedoch, dass Maintal stark unterrepräsentiert sein könnte. „Bei den Platzierungen sehe ich die Gefahr, dass wir nur allein oder zu zweit sind, um die Maintaler Interessen zu vertreten“, so der ehemalige Bürgermeister.

Rohrbach selbst befindet sich mit Listenplatz 12 auf der CDU-Liste auf einer recht aussichtsreichen Position. Aber beispielsweise die SPD-Kandidaten Jennifer Gutberlet (Platz 28) oder Karl-Heinz Kaiser (Platz 31) stehen auf wenig erfolgversprechenden Positionen. Lediglich die FDP hat mit dem Ortsvorsitzenden Leo Hoffmann (Platz 7) und Dr. Joachim Fetzer (Platz 3) zwei Maintaler auf vorderen Plätzen positioniert. „2016 zogen fünf Freie Demokraten in den Kreistag ein. Die Chancen stehen also gut, dass sich mit dem Dörnigheimer Joachim Fetzer, dem Bischofsheimer Leo Hoffmann und dem Hochstädter Erhard Rohrbach künftig drei Maintaler regelmäßig im Gelnhäuser Main-Kinzig-Forum begegnen werden“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Liberalen.

Historische Gründe für die Unterrepräsentation

Dass Maintal im Kreistag so unterbesetzt ist, liegt aus Rohrbachs Sicht vor allem an der Vergangenheit. „Maintal hatte immer eine Art Exotenstellung, da es nicht mit der Größe von den meisten anderen Städten zu vergleichen ist“, erklärt Rohrbach und erinnert sich an seine Zeit als Bürgermeister. Damals habe eine Ordnungsamtsleiterkonferenz des Main-Kinzig-Kreises stattgefunden. Sein Ordnungsamtsleiter habe aber deutlich gemacht, dass eine Teilnahme an dieser Konferenz wenig sinnvoll sei. „Durch die Größe der anderen Kommunen waren deren Probleme andere als unsere“, erinnert sich der CDU-Politiker. Durch seine eigene Größe und die damit verbundene Verwaltungsstärke sei Maintal nicht so stark auf Verwaltungsunterstützung angewiesen. „Nur um ein Beispiel zu nennen: Um ein Straßenschild aufstellen zu dürfen, braucht es 7 500 Einwohner. Kommunen wie Neuberg oder Niederdorfelen brauchen bei so was die Unterstützung des Kreises“, sagt Rohrbach.

Ein weiteres Thema, das in der Vergangenheit im Kreis stark diskutiert wurde, aber Maintal nicht belangt habe, sei die Müllentsorgung. „Maintal war als einzige Stadt im Frankfurter Umlandverband. Dieser kümmerte sich um die Maintaler Müllentsorgung. Bei den anderen Kommunen war es Aufgabe des Main-Kinzig-Kreises“, so Rohrbach. Heute kümmert sich die Offenbacher Rhein-Main Abfall GmBH um die Entsorgung und damit ist dies weiterhin kein Kreisthema.

Schule als zentrales Kreisthema für Maintal

Für Rohrbach ist es aber trotzdem wichtig, dass Maintal im Kreistag aktiv wird. „Vor allem die Verbindung zu den Nachbarkommunen ist hierbei wichtig“, meint der ehemalige Bürgermeister. Zum einen sei es so möglich, schneller an Informationen zu kommen. Zum anderen finde auch ein Austausch statt. „Probleme, die wir haben, kommen eventuell auf andere, wachsende Kommunen zu“, sagt er. „Man darf auch nicht vergessen, dass der Kreis für die Schulgebäude zuständig ist. Daher ist es wichtig, dass jemand vor Ort ist, der mal den Finger heben kann“, fasst Rohrbach eines der für Maintal im Kreis am bedeutendsten Themen zusammen.

In Maintal sei viel Zuzug und Ausbau, weshalb man nicht nur an den Wohnungsbau denken müsse. „Wir brauchen auch Kindergärten und vor allem Schulraum. Die Kinder ziehen nach dem Kindergarten ja nicht einfach weg“, macht Rohrbach klar.

Rohrbach appelliert an die Maintaler die einheimischen Kandidaten zu wählen

Vor allem die Erweiterungen der Wilhelm-Busch-Schule und des Maintaler Gymnasiums seien hierbei im Fokus. „Vor allem die Albert-Einstein-Schule, die ja auch ein Einzugsgebiet bis Schöneck oder Niederdorfelden hat, muss ein attraktives Angebot haben“, sagt der CDU-Politiker. Aus diesen Gründen möchte der CDU-Politiker sich auch weiterhin im Kreistag einbringen. Aus der Maintaler Stadtpolitik will er sich jedoch bewusst zurückhalten. Nachdem Rohrbach zur Bürgermeisterwahl 2015 nicht mehr angetreten war, ist er ausschließlich im Kreistag tätig und nicht mehr in Maintal involviert. „Ich lese Zeitung und rede mal mit jemandem. Das war’s“, gibt er zu. In den tiefen politischen Abläufen sei er jedoch außen vor und werde sich daher auch nicht zu solchen Themen äußern. „Mit einem lediglich einem Viertelwissen sollte man die Klappe halten“, meint Rohrbach.

Abschließend appelliert der CDU-Politiker noch einmal an die Maintaler auf der Kreistagsliste die einheimischen Kandidaten mit jeweils drei Stimmen zu unterstützen. „Auf diese Weise ist es in kleineren Kommunen schon gelungen, den örtlichen Kandidaten auf den Listen nach oben zu bringen“, sagt Rohrbach. (Von Jan Max Gepperth)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare