Verfolgung schwierig

Maintal: Immer wieder wird auf Friedhöfen Grabschmuck gestohlen - Täter kommen ungestraft davon

Teil der Trauer und Erinnerung: Grabschmuck und Blumen helfen vielen Angehörigen, den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Umso wütender macht es, wenn Grabschmuck gestohlen wird.
+
Teil der Trauer und Erinnerung: Grabschmuck und Blumen helfen vielen Angehörigen, den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Umso wütender macht es, wenn Grabschmuck gestohlen wird.

Es ist eine Unart, die immer wieder zum Vorschein kommt: Auf den Maintaler Friedhöfen werden Blumen, Figuren und Kerzen von Gräbern gestohlen. Bei den Betroffenen sorgt das für Unverständnis und Wut, viel Handhabe gibt es allerdings nicht.

Maintal – „Das sind Dinge, da muss man sich an den Kopf greifen. Man fragt sich, was in den Menschen vorgeht“, sagt Karl-Heinz Kaiser, Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent in Maintal. Über die sozialen Medien verfolgt er regelmäßig, wie die Maintaler ihrem Ärger Luft machen, wenn wieder einmal Grabschmuck gestohlen wurde.

Den Unmut der Betroffenen kann Kaiser voll und ganz verstehen: „Die Menschen geben sich viel Mühe, um das Andenken an einen verstorbenen Menschen zu bewahren.“ Er selbst ärgere sich immer wieder, wenn solche Taten ans Licht kommen. Das gleiche gilt für viele Maintaler, die in den sozialen Medien mit Kopfschütteln auf derartige Meldungen reagieren. Viel mehr bleibt allerdings auch nicht übrig.

Täter müssten in flagranti erwischt werden

„Für eine Bestrafung, beispielsweise ein Verwarnungsgeld, müsste man die Täter in flagranti erwischen“, so Kaiser. Das sei allerdings kaum möglich. Auch im Nachhinein seien die Erfolgsaussichten auf Aufklärung gering. „Das wäre Zufallsprinzip“, so Kaiser.

Wohl auch deshalb liegen bei den Ordnungsbehörden der Stadt bisher keine formalen Anzeigen vor. „Es kommt immer mal vor, dass Mitarbeiter auf dem Friedhof angesprochen werden. Zum Glück sind solche Diebstähle in Maintal aber nicht der Regelfall“, sagt Kaiser.

Schließung der Friedhöfe zu bestimmten Zeiten schwierig

Daher sind bisher auch keine weitergehenden Maßnahmen angedacht. Diskussionen über die Schließung der Friedhöfe zu bestimmten Zeiten und vor allem nachts gab es in der Vergangenheit bereits. „Die Frage ist, wann schließt man die Friedhöfe zu und wann wieder auf? Manche Friedhofsbesucher kommen um 6 Uhr morgens, manche spät abends“, erklärt Kaiser.

Die Maintaler Ordnungshüter beziehen die Friedhöfe regelmäßig in ihre Streifenfahrten mit ein. Oft sind Friedhöfe auch bei Jugendlichen beliebte Treffpunkte, in Maintal ist das jedoch nicht der Fall, wie Kaiser erklärt. Das habe sich auch in der Corona-Zeit nicht geändert. „Da gibt es andere Treffpunkte, die angesteuert werden“, so Kaiser, der ergänzt: „Ich glaube auch nicht, dass unbedingt Jugendliche für die Diebstähle verantwortlich sind. Und außerdem gilt: Wer abends unterwegs ist, muss nicht zwangsläufig Unfug treiben.“

Maintal: Hunde trotz Verbot auf den Friedhöfen

Dennoch hat der Erste Stadtrat zuletzt beobachtet, dass Regeln nicht ernstgenommen werden – auch auf den Maintaler Friedhöfen. So wurden Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen, dass Hunde auf Friedhöfen nicht erlaubt sind. Hier würden die Ordnungshüter regelmäßig eingreifen müssen.

„Dafür bekommen sie dann oft einiges zu hören, weil die Menschen es nicht einsehen wollen“, so Kaiser, der jedoch darauf hinweist, dass Maintal bei ähnlichen Problematiken nicht alleine dastehe. In vielen umliegenden Kommunen stelle man fest, dass die klar kommunizierten Regeln zum Teil auch bewusst gebrochen werden. Das gelte auch für den Diebstahl des Grabschmucks – die Leidtragenden sind die trauernden Angehörigen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare