Gegen Kippen und Hundekot

„Maintal ist schöner, wenn es sauber ist“: Müllsammelaktion in allen Stadtteilen

Diese Mädchen und Jungen der Kita Wingertstraße wünschen sich, dass die Spielplätze in Maintal sauberer werden. Sie bastelten Plakate und Schilder.
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Diese Mädchen und Jungen der Kita Wingertstraße wünschen sich, dass die Spielplätze in Maintal sauberer werden. Sie bastelten Plakate und Schilder.

Wer am Samstagvormittag durch die Stadt ging, hat vielerorts fleißige Mitbürgerinnen und Mitbürger in grellbunten Warnwesten mit Beuteln und Zangen gesehen, die Wege, Park- und Spielplätze säuberten. Unter dem Motto „Gemeinsam für ein sauberes Maintal“ hatte die Maintal Aktiv – Freiwilligenagentur gemeinsam mit dem Fachdienst Umwelt zur jährlichen Müllsammelaktion eingeladen.

Maintal - Das Ziel, Maintal sauberer zu machen, hatte so viele Helfer animiert, dass die Sammelpunkte aufgestockt wurden und es dennoch mehr Anmeldungen als Plätze gab. „Die große Resonanz freut uns riesig“, sagte Martin Scharping von der Freiwilligenagentur. Er war mit seiner kleinen Gruppe in Bischofsheim am Spielplatz in der Schillerstraße verabredet.

Mit Zangen, Handschuhen und Müllsäcken bewaffnet, säuberten die Sammler das Spielgelände, die Parkbucht und den Radweg Richtung Hochstadt von herumliegenden Verpackungen, Zigarettenkippen und sonstigem wild entsorgten Abfall. „Vieles wird hier im Supermarkt gekauft, direkt verzehrt, und der Müll landet dann hier im Gebüsch“, erklärt Scharping. „Aber das Schlimmste sind die Kippen.“

Müll schadet Umwelt und kostet die Maintaler viel Geld

Es gleicht einer Sisyphusarbeit, mit der Müllzange unzählige Zigarettenstummel und durchsichtige Verpackungen von Trinkhälmchen, die in Gras und Hecken liegen, aufzunehmen und im Müllbeutel verschwinden zu lassen. „Wir wollen einfach mit dazu beitragen, dass es sauberer wird“, erklärt Lisa Groschupf, die ebenfalls in der Schillerstraße im Einsatz ist und hofft, für andere ein gutes Beispiel zu sein.

Denn das Problem ist nicht trivial: Illegal in der Natur abgeladener Müll oder sorglos weggeworfene Hinterlassenschaften schaden nicht nur der Umwelt, sondern stellen für Mensch und Tier auch ein Gesundheitsrisiko dar. Ganz davon abgesehen, dass jährlich steigende Summen aus dem städtischen Gebührenhaushalt für die Entsorgung gezahlt werden müssen, sodass letztlich die gesamte Stadtbevölkerung dafür durch die Abfallgebühren aufkommen muss.

Müllsammelaktion in Maintal stößt auf große Resonanz

Gegen diese zunehmende Verschmutzung der Stadt setzt die jährliche Sammelaktion ein sichtbares Zeichen, das offenbar auf großes Interesse in der Bevölkerung trifft.

An insgesamt acht – geplant waren sechs -– Sammelpunkten trafen sich kleine Gruppen und rückten dem Müllproblem zu Leibe. Auch das Gelände rund ums Maintalbad ist ein beliebter Abladeplatz für illegalen Müll. Hier sammelte Sylvia Stolarczyk vom Fachdienst Asyl, die ganz gezielt einige Geflüchtete angesprochen und zur Sammelaktion eingeladen hatte: „Die Stadt gehört uns allen, und sie ist einfach schöner, wenn sie sauber ist.“

Kita Wingertstraße will Mainufer langfristig sauber halten

Ihrer Einladung gefolgt war unter anderem Alnaaman Aihabe, der 2015 aus dem Irak hierherkam. „Ich helfe gerne, das macht mir Spaß“, sagte der junge Mann, der eine Ausbildung zum Altenpfleger abgeschlossen hat. Weitere Gruppen waren an den Bahnhöfen in Dörnigheim und Bischofsheim, entlang der Schnellstraße zwischen Hochstadt und Wachenbuchen, an der Kinder- und Jugendfarm und am Mainufer im Einsatz.

Hier hatte bereits in der vergangenen Woche die Stadtleitbildgruppe Mainufer gemeinsam mit der Kita Wingertstraße ihre „Umweltwerkstatt“ ins Leben gerufen. Anders als die städtische Müllsammelaktion haben die Gruppe und die Dörnigheimer Kindertagesstätte ein Langzeitprojekt zur Vermeidung der Verschmutzung des Mainufers geplant. „Wir mussten unsere Planung an die aktuellen Vorgaben anpassen und arbeiten jetzt eben mit kleineren Gruppen und mehr Einzelaktionen“, beschrieb Hayriye Rupin den Startschuss.

Hundekot auf Spielplätzen ist ein Dauerthema

Gemeinsam mit den Erzieherinnen und Erziehern hat die Stadtleitbildgruppe verschiedene Themen so aufbereitet, dass sie mit den Vorschulkindern erarbeitet werden können. „Das omnipräsente Thema ist Hundekot auf den Spielplätzen“, sagte Erzieher Peter Seibert. Die Kinder hatten selbst viele Ideen, was sie gegen die Verschmutzung der von ihnen gerne besuchten Spielplätze unternehmen können: Neben dem Banner, das über dem Spielplatz auf den östlichen Mainwiesen hängt, sind eine ganze Reihe von Plakaten entstanden, die am Mainufer verteilt werden. „Unsere Spielplätze sollen sauber bleiben!“, ist darauf zu lesen.

Die Kinder haben selbst Müll auf beiden Spielplätzen eingesammelt. Auch kleine Verbotsschilder für Hundehalter, die ihre vierbeinigen Freunde nicht daran hindern, ihre Notdurft auf Spielplätzen zu verrichten, haben die jungen Umweltschützer gebastelt.

Umweltbewusstsein soll gestärkt werden

Die Stadtleitbildgruppe selbst ist mit Flyern zum Thema Hundekot und Zigarettenkippen unterwegs und händigt die Informationen mit kleinen mobilen Aschenbechern zur direkten Entsorgung der Kippen oder einem Tütchen Hundefutter an Spaziergänger aus. „Wir wollen die Menschen hier ganz gezielt auf die Probleme ansprechen und sie informieren“, erklärte Hayriye Rupin ihren Ansatz.

„Damit erzielen wir oft Einsicht.“ Die Gruppe arbeitet regelmäßig mit der Kita Wingertstraße zusammen. Beide Seiten profitieren von dem Austausch. „Wir hoffen, dass das Umweltbewusstsein, das wir jetzt in den Kindern aussäen, später noch Früchte trägt“, sagte Rupin.

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